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Festival-Archiv

Hier findet ihr unsere Festival Aktivitäten der letzten Jahre.

 

 

Wacken 2016

 

WACKEN OPEN AIR 2016

 

Metal und Matsch: Das war Wacken 2016

 

Auch am letzten Festivaltag gibts für die Besucher des Wacken Open Air deftige Heavy-Metal-Töne auf die Ohren. Von den Organisatoren gibt es eine positive Bilanz.

 

Wacken 2016 ist beendet, ist schon wieder Geschichte. Drei Tage lang hat die Heavy-Metal-Welt nach Wacken geblickt, nun blicken die Organisatoren zurück. Rund zwölf Stunden vor dem offiziellen Ende des 27. Wacken Open Airs (W:O:A) in dem schleswig-holsteinischen Dorf zogen die beiden Gründer Thomas Jensen und Holger Hübner ein positives Festival-Fazit. «Ich glaube, wir haben das wieder gerockt», sagte Jensen am Samstagnachmittag und bedankte sich bei der Wacken-Community für einen gelungenen Metal-Marathon. Außerdem gaben die Organisatoren schon einen Ausblick auf 2017. Beim 28. W:O:A sind unter anderem die Bands Avantasia und Powerwolf am Start.

Iron Maiden war Highlight bei Wacken 2016

 

Musikalische Highlight des 27. Wacken Open Air (W:O:A) war gleich zu Beginn der Auftritt der britischen Kultband Iron Maiden. Die Metal-Legenden feierten am Donnerstagabend auf der Kuhweide vor zehntausenden Zuschauern den Abschluss ihrer Welttournee «The Book Of Souls World Tour». Auch einen sportlichen Höhepunkt lieferten die Hardrocker. Mit einigen Roadies traten sie einen Tag vor ihrer Bühnenshow in einem inoffiziellen Fußball-Freundschaftsspiel gegen den FC Wacken der 1800-Seelen-Gemeinde an.

 

Neben Iron Maiden begeisterten auch die Bands Blind Guardian, Bullet For My Valentin, Foreigner, Ministry sowie Twisted Sister die aus aller Welt angereiste Wacken-Community. Mehr als 120 Bands sorgten auf acht Bühnen für die passende Festival-Stimmung. Darunter auch die kultigen «Wacken Firefighters». Traditionell eröffnete die örtliche Feuerwehrkapelle mit Blasmusik inoffiziell die Metal-Party....
 

Die Einsatzkräfte sprachen von einem friedlichen Fest - wie schon in den Jahren zuvor. «Metalheads sind richtig kluge Typen, sehr kooperativ und sehr friedlich», sagte ein Polizeisprecher. Die Zahl der Straftaten und Diebstähle sei im Vergleich zum Vorjahr sogar zurückgegangen. Es sei gelungen, eine von anderen Festivals bekannte Diebesbande gleich zu Beginn des dreittägigen Events des Platzes zu verweisen. 

Die Einsätze der Rettungsdienste seien auf dem Niveau von 2015,  sagte ein Sprecher: «Alles also «Wacken-typisch»». Ein Feuerwehrsprecher erklärte das diesjährige Open Air zu einem wie gewöhnlich «ruhigen und entspannten Feuerwehr-Wacken» - oder wie es der Sprecher des Ordnungsamtes zusammenfasste: «Super Teamarbeit - ich sag' jedes Jahr den gleichen Kack hier.»

 

Die Polizei registrierte 176 Diebstähle und 57 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Festival sei insgesamt ruhig verlaufen. Auch die Anzahl der medizinischen Einsätze sei «Wacken-typisch», sagte ein Sprecher.

Zu einem Unglück kam es am Freitag auf dem Campingplatz, als zwei Männer versuchten, eine Feuerwerksrakete aus einer Flasche heraus zu zünden. Die Rakete fiel um und explodierte beim Versuch der beiden, sie wieder aufzustellen, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurden die 50 und 51 Jahre alten «Metalheads» schwer verletzt - einer davon verlor bei dem Unfall ein halbes Ohr. Beide kamen mit dem Rettungshubschrauber in Kliniken.

 

Mit dunklen Wolken, Donner und Starkregen hatte der dritte und letzte Tag des Festivals begonnen. Das kurze Unwetter am Morgen flutete erneut das Gelände und sorgte für tiefe Pfützen und viel Schlamm. 

Matsch und Nässe konnten den aus aller Welt angereisten Fans aber den Spaß nicht nehmen. Tausende strömten am frühen Nachmittag zu den Bühnen, um den Abschluss des Events zu feiern. Das hatte lange Schlangen und Wartezeiten an den Eingängen zur Folge.

 

Wacken Open Air - auch 2017

 

In der Nacht zu Sonntag sollte das wohl berühmteste Heavy-Metal-Festival der Welt mit dem Auftritt der Metal-Band Dio Disciples enden. Zuvor spielten unter anderem noch Dragonforce und Metal Church auf den Hauptbühnen. Musikalisches Highlight des Abschlusstages: der Auftritt der US-amerikansichen Hard-Rocker von Twisted Sister.

 

Am Abend stand noch ein Besuch des schleswig-holsteinischen Innenministers  Stefan Studt (SPD) in Sachen Sicherheit an. Als Reaktion auf die jüngsten Gewalttaten in Ansbach, München und Würzburg wurden die Sicherheitsbestimmungen verschärft. Zum ersten Mal waren Rucksäcke und Taschen auf dem Festival-Gelände verboten. Das habe alles gut geklappt, hieß es von den Veranstaltern.

Mehr als 75.000 Besucher kamen zum Metal-Marathon in den kleinen Ort in Schleswig-Holstein. Das W:O:A gilt als größtes Heavy-Metal-Festival der Welt und ist ein Muss für viele Fans. Gleich zu Beginn rockte Headliner Iron Maiden die Bühne.

Rock am Ring 2016

 

Rock am Ring 2016

Fans fordern nach „Rock am Ring“-Absage Geld zurück

 

Besucher des Musikfestivals „Rock am Ring“ organisieren sich, um wegen des wetterbedingten Abbruchs Geld zurückzuerhalten. Auf Facebook hat eine Community „RaR2016-refund“ bereits rund 600 Anhänger. Gegründet wurde sie nach eigenen Angaben von Besuchern, die bereits mit „hochqualifizierten Juristen ein Vorgespräch“ geführt haben. Demnach stünde den Festivalbesuchern eine (teilweise) Rückerstattung zu. „RaR2016-refund“ kündigt an, im nächsten Schritt Fans um Vollmachten für weitere juristische Schritte zu bitten.

Ein Anwalt berichtet bereits, er vertrete 21 Betroffene, die sich einer Forderung angeschlossen haben. „Die Chance auf eine Teilrückerstattung des Ticketpreises ist sehr groß“, sagte Anwalt Andreas Tryba. Die Rhein-Zeitung hatte darüber zuerst berichtet (Bezahlinhalt). Auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hatte erklärt, es sei möglich, dass ein Drittel des Eintritts erstattet wird.

Tryba zufolge wollte seine Kanzlei noch am Donnerstag ein Schreiben an „Rock am Ring“-Macher Marek Lieberberg schicken. Ziel sei eine außergerichtliche Einigung. „Es ist keiner daran interessiert, dass man das vor Gericht bringt.“ Man warte nun auf eine Reaktion von Lieberberg und dessen Versicherung.

Anwalt fordert 50 Prozent des Ticketpreises zurück
Offen bleibt, wie viel Geld es zurückgeben könnte. „Wir setzen 50 Prozent des Ticketpreises an“, sagte Anwalt Tryba. Schließlich seien am Sonntag zwei Hauptacts ausgefallen, hinzu komme die Unterbrechung am Samstag. Lieberberg hatte in einem Interview unmittelbar nach dem Festival erklärt, er sehe „im Moment“ keine Wiedergutmachung oder Entschädigung. Man habe alles Menschenmögliche getan, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Aber wir müssen jetzt erst einmal abwarten und alles in Ruhe bewerten.

Bei dem Musikfestival in der Eifel waren am vergangenen Wochenende mehr als 70 Besucher durch Blitzeinschläge verletzt worden. Am Sonntag folgte dann wegen weiterer drohender Unwetter der Abbruch.

Fans fordern nach „Rock am Ring“-Absage Geld zurück.

 

 

Nach Abbruch von Rock am RingTonnenweise Müll von abgereisten Fans

 

Nach dem abgesagten Musikfestival Rock am Ring sind die Veranstalter immer noch mit Aufräumen beschäftigt. Wegen des Gewitters hatten viele Fans das Gelände fluchtartig verlassen - und ihre Habseligkeiten dagelassen.

"Die Aufräumarbeiten werden bis Freitag dauern, wenn das Wetter mitspielt", sagte eine Sprecherin der Veranstalter am Mittwoch. "Diesmal ist es mehr Müll, 700 bis 900 Tonnen."

 

Nach dem Abbruch des Festivals am frühen Sonntagmorgen seien die rund 90.000 Fans schneller als üblich abgereist, weil die Behörden eine Frist nur bis 12.00 Uhr gesetzt hätten. Die Folge: Viele hätten Hab und Gut zurückgelassen. Ohnehin waren bei dem Gewitter und Starkregen am Freitagabend in Mendig in der Osteifel mit 71 Verletzten auch viele Zelte zerstört worden. Bis zu 120 Leute würden nun mit bis zu zehn Spezialmaschinen aufräumen.

 

Ticketrückerstattung weiterhin fraglich

Ob Besucher ihre Tickets zum Teil erstattet bekommen, ist unterdessen weiterhin offen. Die Sprecherin machte auch noch keine Angaben zur Frage, ob die Veranstalter am Festivalort Mendig festhalten wollen. "Es muss erst noch alles geprüft und mit der Versicherung gesprochen werden. Wir brauchen ein bisschen Zeit dafür."

Den Opfern des Blitzeinschlages scheint es inzwischen wieder besser zu gehen. Die Veranstalter Marek und Andre Lieberberg teilten mit, dass lediglich noch ein Fan im Krankenhaus liege: "Unser Mitgefühl gehört dem tapferen jungen Mann, der durch Blitzschlag schwere Verletzungen erlitt."

Rock Hard Festival 2016

 

Rock Hard Festival 2016

 

Die drei Tage Festival sind nun leider wieder vorbei.Es war wieder eine geile Party mit über 7000 Gleichgesinnten und wenn gleich das Wetter an allen Tagen nicht ganz so perfekt war, wie es vielleicht in den letzten Jahren der Fall war, hat dies die Stimmung bei den Fans und Bands in keinster Weise gedrückt. Im Gegenteil, selbst am Samstag, wo das Wetter mit ein paar Regenschauern zwischendurch, von allen Tagen am schlechtesten war, wurde das Gelsenkirchener Amphitheater wieder mächtig zum kochen gebracht.

 

Aber los ging es natürlich wie jedes Jahr traditionell bereits am Freitag und somit startete das Rock Hard Festival 2016 mit der Death Metal Combo Sulphur Aeon, gefolgt von Year Of The Goat und Satan.

 

Nach Satan hatten dann drei der „The Big Teutonic 4“ Combos ihren großen Auftritt des Abends: Denn es folgten Schlag auf Schlag Tankard, Destruction und erreichte am Abend den Höhepunkt mit den Lokalmatadoren, den Herren von Sodom. Ab diesen Zeitpunkt gab es dann auch kein Halten mehr und so ziemlich alles Stand auf den Beinen. (Grundsätzlich eignet sich das Gelsenkirchner Amphitheater mit seinen tausenden Sitzplätzen rund um die Bühne, auch zum entspannten Abhängen und macht es somit bundesweit zu einem der besten Festival-Plätzen.)

Am Samstag ging es dann pünktlich 12:30 Uhr los mit Accuser. Weiter ging es mit Sorcerer, Tribulation, Grand Magus,The Exploited, Kadavar, Metal Church. Den Abschluss des Festival-Samstag bildeten Turbonegro, die recht exzentrische norwegische Band aus Oslo, die mit ihrer besonderen Mischung aus Heavy Metal, Rock und Punk das Amphitheater noch mal richtig aufgemischt hat.

Und so ging es dann am Sonntagmittag mit dem sehr abwechslungsreichen Programm direkt weiter. Und so folgten nach und nach Discreation, Black Trip und Orden Ogan.

 

Am Nachmittag gaben dann Moonspell – als sicherlich einer der größten musikalischen Exportschlager Portugals – ihren Rock Hard Festival Einstand. Und so wußten Moonspell besonders durch Ihren karismatischen Sänger Fernando Ribeiro und ihrer gelungenden Mischung aus Gothic und Metal ( Morbid Angel, Samael, Tiamat, Carcass, Fields of the Nephilim) beim geneigten Publikum zu überzeugen.

Mit Riot V die sich seinerzeit aus den legendären Power Metal-Pionieren Riot neu gegründet hatten, wurde es noch einmal etwas gemäßigter, bis dann die Jungs von Cannibal Corpse so richtig Dampf machten. Und so zeigte Frontmann George „Corpsegrinder“ Fisher wie man weit über eineinviertel Stunde Headbangen und gleichzeitig die tiefsten/schrillsten Töne von sich geben kann.

Spätestens nach Cannibal Corpse war dann jede Bierleiche die am Abend davor gefeiert hat, wieder von den Toten auferstanden um dann pünklich für den Headliner des Festivals – Blind Guardian – wieder auf die Beine zu stehen.

 

Und so verzauberten Blind Guardian die Massen und zeigten wieder einmal, warum sie bereits Millionen Tonträger in all den Jahren der Bandgeschichte absetzen konnten.

 

Insgesamt war auch das Rock Hard Festival 2016 wieder eine mehr als gelungende Veranstaltung und die Veranstalter haben es wieder einmal geschafft, die geilste Metal Party im Ruhrpott (und weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinweg) zu zaubern.

Und natürlich war auch das Team vom WDR Rockpalast wieder mit dabei und neben dem Live-Stream wurde das Festival auch aufgezeichnet. An folgenden Terminen gibt es entsprechende Ausstrahlungen im WDR Fernsehen.

 

* 22. Mai 2016, 23.55 – 03.25 Uhr
* 30. Mai 2016, 00.05 – 03.35 Uhr
* 6. Juni 2016, 00.45 – 04.15 Uhr

 

Und so freuen wir uns schon wieder auf nächstes Jahr, wenn die nächste Party pünklich zum Pfingstwochenende (nächstes Jahr kalendarisch etwas später – vom 2. bis 4. Juni 2017 – gelegen) steigt. Mit CANDLEMASS, SECRETS OF THE MOON und den dänischen Party-Könige D-A-D sind auch bereits drei Bands schon bestätigt.

WACKEN 2015

 

Wacken Open Air 2015

 

Jedes Jahr wird ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein für alle Metal-Fans zum Mittelpunkt der Welt. Der Ort um den es geht heißt wie sein Festival: Wacken! In diesem Jahr fand das Wacken Open Air zum 26. Mal statt. Wenn man das Wacken Open Air 2015 mit drei Worten beschreiben müsste, wären es diese: Metal, Party und Schlamm. Viel Schlamm.

 

Mittwoch, 29.07.2015
Bereits bei der Ankunft am Mittwoch erwartete die Metalheads ein grau bewölkter Himmel und eine Bodenkonsistenz, die Gummistiefel erforderlich machte. Doch davon ließen sich die bereits erprobten Wackenfans wie auch die Neulinge nicht einschüchtern. Nach der ersten Station, dem Check-In Point, begann die Suche nach dem richtigen Campground. Die konnte sich überaus schwierig gestaltet, da die meisten Wege aufgrund des Matsches gesperrt oder kaum benutzbar waren.

 

Wenigstens war den meisten Festivalbesuchern das Wetter während des Zeltaufbaues gewogen. Den Aufbau konnten die Festivalbesucher nämlich tatsächlich ohne Regen vollbringen.

Nach dem Beziehen des Lagers pilgerten die ersten Metaller in Richtung Bändchenausgabe um ihre Eintrittskarte gegen das Band und den Metalbag zu tauschen. Dieser Beutel enthielt nicht nur Werbung und Postkarten sowie den begehrten Wacken-Aufnäher sondern auch wieder allerlei nützliche Dinge. Neben bekannten Utensilien wie Trinkbeutel und Regencape gab es dieses Jahr auch eine Staubmaske und ein kleines Handtuch.

 

Doch der zur Bändchenausgabe sollte sich als äußerst schwierig erweisen. Viele blieben unterwegs im Schlamm stecken, verloren ihr Schuhwerk oder landeten gleich mit dem Kopf voran im Matsch. Einige Mutige versuchten ihr Glück auch ohne Schuhwerk. Das endete aber allzu oft mit Schnittverletzungen in der Obhut der Sanitäter.

 

Durch den erneut einsetzenden Regen wurde der Boden noch weicher und schlammiger und machte es jeglichen Fahrzeugen unmöglich sich fortzubewegen. Der Bühnenaufbau des Infields verzögerte sich extrem, da die Baufahrzeuge sich nur schwer durch den Schlamm bewegen konnten. Etliche Bands auf den Open-Air-Bühnen, Wackinger und Beergarden Stage, konnten dadurch auch nicht pünktlich starten.

Die Hilfskräfte hatten alle Hände voll zu tun und auch die Besetzungen der Traktoren, die Hackschnitzel verteilten um besser durch den Matsch waten zu können. Die Arbeiten an den Wegen standen nicht eine Sekunde still, ebenso wie der Regen für den restlichen Tag.


Viele Besucher zog es daher zum ersten Teil des Metal-Battle in den Bullheadcity Circus. Dort spielten zu guter letzt auch Europe am späten Abend. Wer danach noch feiern wollte konnte dies unter anderem bei der Live-Karaoke tun.

 

Das Wetter hatte sich unterdessen auch in der Nacht nicht verändert. Es regnete weiter. Dafür hatte sich allerdings der Schlamm verändert: Er war noch schlammiger geworden.

 

Donnerstag, 30.07.15
Wer jetzt noch anreisen wollte hatte Pech. Die Anfahrt mit dem eigenen PKW war nur noch aus Itzehoe möglich. Dort wurden von der Stadt kostenlose Parkplätze für die Dauer des Festivals bereitgestellt und die Besucher mit Sonderbussen nach Wacken gefahren.  Dennoch tat das Wetter der Stimmung keinen Abbruch. Das Wackinger Village war gut besucht, auch wenn man bis zu den Knien in einer braunen, zähflüssigen Masse versank.

 

Zwischen verschiedenen Futterbuden befanden sich dort auch etliche Stände an denen Gewandungen, Hüte, Rüstungen und Schmuck verkauft wurden. Für jede Maid und jeden Recken. war etwas dabei. Außerdem hatte man die Möglichkeit, eine Pulle Met zu gewinnen, sollte man es schaffte, eine verkleinerte Takelage empor zu klettern. Für die Starken unter den Metalheads gab es Axtwerfen. Wer sich einmal wie ein Elb Mittelerdes fühlen wollte, konnte mit verschiedenen Lang- und Kurzbögen schießen und auch Armbrustschießen war möglich.

 

Hauptsächlich tummelten sich die Besucher natürlich vor der Wackinger Stage, auf der Bands wie KnasterbartMr. Hurley & die PulveraffenHarpyie und Cultus Feroxspielten. Direkt daneben befand sich ein Fanartikelstand, an dem sich einige Bands auch mit ihren treuen Fans ablichten ließen und Autogramme auf die verschiedensten Gegenstände und Körperteile schrieben.

 

Auch im Bullheadcity Circus ging es mit dem zweiten Teil des Metal-Battle den ganzen Tag über hoch her. Abends spielten dort vor der nächsten Karaokerunde noch The Answer und Mantar auf.

Nach mehreren Stunden Verspätung öffnete dann auch das Infield mit den drei Hauptbühnen: PartyBlack und True Metal Stage. Der Sturm ins Infield glich einer Schlitterpartie, doch die Masse an Menschen, die sich vor den Mainstages tummelte, war nicht nur überwältigend groß sondern auch äußerst kameradschaftlich. Blieb man mit den Gummistiefeln im Schlamm stecken und kam nicht mehr heraus, wurde man von anderen Metalkollegen beherzt herausgezogen.

 

Die Schlange vor dem Fanartikelstand, an dem es die Wacken-Shirts zu kaufen gab, schien unterdessen kein Ende zu finden. So ziemlich jeder wollte eines dieser beliebten Andenken haben.

 

Erhaschte man keinen Platz direkt vor der Bühne, machte das wenig, auch von weiter hinten konnte man den Sound gut hören und das Geschehen auf der Bühne auch über die großen Leinwände mitverfolgen. Dort gab es zum Beispiel die Opener Skyline zu sehen,U.D.O. und das Bundeswehrorchester oder auch In Extremo. Highlight des Abends waren Savatage und das Trans-Siberian Orchestra, die auf der Black und True Metal Stage spielten. Eine Premiere war, dass beide Bands sich bei einzelnen Liedern abwechselten und gegenseitig unterstützten.

 

Freitag, 31.07.2015
Wie durch ein Wunder kam am Freitag die Sonne wieder zum Vorschein und überall auf den Campgrounds wurden die Grills angefeuert. Außerdem konnte man sich wieder viel besser voran bewegen, denn durch die Sonne wurde der Schlamm wieder trockener und die Masse der Menschen eignete sich perfekt als Dampfwalze um diesen zu ebnen.


Mit dem Sonnenschein krochen auch einige Artisten aus ihren Löchern.

Auf der einzigen noch verbliebenen Rasenfläche der Wackinger Village konnte man Schwertkämpfer, Poischwinger und Feuerartisten beobachten und auch bei den Wasteland Warriors waren nun deutlich mehr Besucher zu finden. Die Regencapes konnten im Zelt bleiben, jetzt waren Hüte und Sonnencreme gefragt.

 

Die ohnehin schon tolle Stimmung konnte nur noch dadurch gesteigert werden, dass man nun tanzen und headbangen konnte ohne bei jedem Schritt auszurutschen. Gelegenheit dazu hab es zum Beispiel auf der W.E.T. und Headbanger Stage bei mehr oder minder bekannten Bands wie Combichrist oder Dark Tranquillity.

Im Biergarten konnte man den Tag über die Sonne genießen und zu den sanften Klängen der W:O:A Firefighters  oder  Bleckblosn ein Bier trinken. Ruhig sitzen oder gar entspannen war bei den ganzen feiernden Fans aber nicht vorgesehen.

 

Das Infield, auf dem sich schon zu früher Stunde einige Fans eingefunden hatten, wurde von Epica und Angra eröffnet. Weitere Größen des Tages waren SepulturaRob ZombieKvelertak und Queensryche. Die Band, der an diesem Festivaltag wohl mit am meisten entgegen gefiebert wurde, war In Flames. Die Schweden spielten vor einem prall gefüllten Infield. Nicht alle, die sie sehen wollten, konnten das auch. Viele mussten sich mit Blicken von außerhalb auf die Leinwände begnügen.

 

Dagegen war es beim Headliner des Abends,  The BossHoss, richtig leer.  Doch davon ließen die sich abschrecken und spielten bis nachts um 3 Uhr Hits aus ihren alten Alben und auch aus ihrem zukünftigen, das sich gerade in Produktion befindet.

 

Samstag, 01.08.2015
Das gute Wetter sollte das Wacken Open Air auch am Samstag nicht verlassen, sodass einige Metalheads die Gelegenheit nutzten um einen Tag früher abzufahren. Trotz des besseren Wetters war der Boden der Zeltplätze jedoch stellenweise weiter in miserablem Zustand. Viele Autos mussten mit Traktoren aus dem Matsch gezogen werden. Dieser Service wurde kostenfrei durch die Veranstalter zur Verfügung gestellt. Allerdings musste man zeitweise lange auf einen verfügbaren Traktor warten. Auch der ADAC hatte wieder viel zu tun und startete Autos fremd. Diejenigen, die ein Starterkabel dabei hatten, konnten auch den freundlichen Metaller von nebenan um etwas Strom für das Auto bitten.

Doch die Festivalbesucher, die schon tagsüber abreisten, waren eher die Ausnahme. Ein Großteil der Metal-Fans wollte sich Bands wie Cradle of FilthSantiano und Subway to Sally als Closer nicht entgehen lassen. Doch vorher startete der Tag mit Kataklysm undKhold auf dem Infield, das stellenweise immer noch mehr Sumpf als Wiese war. Vorallem rund um die kleinste der drei Bühnen, die Party Stage, gab es noch richtige Seen aus schwarzem Wasser.

 

Die Höhepunkte des Tages waren definitiv SabatonJudas Priest und Rock Meets Classic, die Metal- und Rock-Hits mit tatkräftiger Unterstützung eines Orchesters neu vertonten. Vor vollem Haus wurde bei diesen Metal-Größen wild gefeiert und gebangt.

 

Wer es ruhiger haben wollte konnte aber auch in den Bullhead oder zur Wackinger Stage gehen und sich Bands wie Celtica oder Lord of the Lost anschauen. Mit einer großen Feuershow und viel Nebel wurde das Festival durch Subway to Sally schließlich offiziell für beendet erklärt.

 

Wer sich gerade mal keine Band ansehen wollte, konnte natürlich auch viele andere Dinge über die Festivaldauer hinweg unternehmen. Neben Shoppen konnte man auch wieder ausgestellte Kunstwerke bewundern, Pfahlsitzen für einen guten Zweck (und ein VIP-Upgrade) oder sich im Moshpital eine Massage gönnen. Für das Leibliche wohl sorgten zahlreiche Stände, die von Bratwurst über Pizza bis hin zum Wacken-Nacken alles anboten was der Magen begehrte. Die Preise waren allerdings sehr unterschiedlich. Von billig und gut bis zu teuer war dieses Jahr alles vertreten.

 

Filme über Wacken sowie die neuesten Musikvideos, unter anderem von Saxon oderAnnihilator, konnte man auf dem Moviefield anschauen. Auf dem Fußballfeld konnte man eine Runde kicken oder den Turniermannschaften zusehen.  Die Gewinner des diesjährigen Metal Battle waren übrigens Blaakyum aus dem mittleren Osten (Platz 3),Walkways aus Israel (Platz 2) und Vesperia aus Kanada (Platz 1).

 

Insgesamt war das Wacken Open Air 2015 wieder eine gigantische Party, trotz des vielen Schlamms. Und nächstes Jahr geht sie weiter. Die ersten Bands für 2016 wurden schon bekannt gegeben. Unter anderem sind es Blind Gurdian, Eluveitie, Therion und Steel Panther. Wer nun Karten für das 27. Wacken Open Air bestellen möchte, kommt leider zu spät. Auch dieses Mal waren die Karten wieder in weniger als 24 Stunden restlos ausverkauft.

 

Zum Schluss noch einige Zahlen rund um das größte Metal-Festival der Welt: Die Gesamtfläche umfasste dieses Jahr 240 Hektar. Davon waren allein 43.000 Quadratmeter das Infield. Über 5.000 Mitarbeiter waren rund um die Uhr beschäftigt damit alle der 75.000 Besucher trotz Matsch und Regen ein großartiges Festival erleben konnten. Insgesamt spielten 120 Bands auf sieben Bühnen und 240 Schausteller erfüllten das Wackinger Village sowie das Wasteland-Gelände mit Leben

Bis zum nächsten Jahr wenn es wieder heißt: Welcome to Wacken Metalheads!!!

 

WACKEN TEAM SAGT DANKE

 

DAS W:O:A 2015 IST HISTORY!

Schlamm, Regen, Kälte, aber auch Zusammenhalt, Sonne und großartiger Heavy Metal - mit dem 26. Wacken Open Air ist ein Fest der Extreme zu Ende gegangen. Dazu können wir nur eines sagen: 

THANX FOR YOUR SUPPORT METALHEADS!!!

Nach dem schlechten Wetter der Tage vor und während der Anreise und den mehr als schwierigen Bodenverhältnissen auf Campgrounds und Festivalgelände haben uns eure Mithilfe, euer Verständnis und auch eure unerschütterlich positive Laune förmlich umgehauen! #zusammenrücken #durchhalten

Das bestätigt uns in der Erkenntnis: Nur mit eurer Hilfe können wir Jahr für Jahr aufs Neue das geilste Metalfest der Welt veranstalten! 

Die gesamte Crew aus allen Gewerken arbeitete zeitweise rund um die Uhr, um euch sicher auf das Gelände zu bringen, den Holy Ground aufzubereiten und euch alternative Park- und Camp-Möglichkeiten zu organisieren. Glücklicherweise zeigte sich das Wetter gegen Ende der Festivalwoche dann doch noch wohlgesonnen, so dass wir mit euch einen grandiosen Endspurt und viele denkwürdige Shows feiern konnten.

Wie schon in den vergangenen Jahren kamen 75.000 zahlende Besucher, dazu noch etwa 9.500 weitere Teilnehmer wie Künstler, Dienstleister, Lieferanten, unsere Super-Crew aus allen Gewerken, Pressevertreter, die so genannten VIPs, Rettungs- und Sicherheitskräfte, Behördenvertreter und unsere „Full Metal Village“-Bewohner. 

Viele Höhepunkte und grandiose Shows:

Als einer der denkwürdigsten Momente erwies sich das grandiose Doppelkonzert von TSO & Savatage auf zwei Bühnen gleichzeitig, eine Weltpremiere. 

Mit einer über zwei Stunden andauernden Performance wurde nichts weniger als Musikgeschichte geschrieben! 

Nach über zehn Jahren feierten zunächst Savatage eine Wiederauferstehung, danach fuhren TSO groß auf, zum Schluss spielten beide Gruppe sogar parallel und simultan die gleichen Songs auf zwei Bühnen. Eine Wahnsinnsshow!

Erneut gab es viele Neuerungen und Überraschungen auf dem Gelände:

Mit der Metaltown führten wir eine Area ein, in der ihr auch abseits der offiziellen Öffnungszeiten des Festivalgeländes noch feiern konntet. Außerdem wurde die Bandausgabe neu strukturiert und vergrößert, an mehreren Stellen auf dem Gelände standen neue „Stargate“-Eingangsportale zur Orientierung.

Weiterhin haben wir sowohl Movie Field als auch Soccer Field eurem Feedback entsprechend wieder außerhalb der Security-Kontrollen positioniert. Dasselbe galt für die Schließfächer und die Auflademöglichkeiten für Handys.

Wichtig!: Natürlich freuen wir uns wie immer auf eure Resonanzen, Verbesserungsvorschläge und Anregungen in unserem Forum, über Facebook und in der Online-Umfrage. Diese werden wir dann auswerten und in unsere weiteren Planungen aufnehmen, um das Wacken Open Air weiter in eurem Sinne zu verbessern. Es sind viele kleine Dinge, die ein Festival noch besser machen können. Vielen Dank! 

Last but not least möchten wir uns bei allen Anwohnern und den Bürgern der Gemeinden Wacken, Gribbohm, Holstenniendorf, Besdorf, Bokelrehm, Bokhorst, Nienbüttel, Agethorst, Vaale und Nutteln herzlich bedanken, die alle Metalfans und uns mit ihrer einzigartigen und herzlichen Gastfreundschaft aufgenommen, auch und insbesondere während der schlimmen Wetterverhältnisse Anfang der Woche. Ebenso haben sie unsere Aktion mit der Beflaggung ihrer Gemeinde gerne angenommen. Über diese Unterstützung und Identifikation mit eurem und unserem Festival freuen wir uns sehr!!! 

 

Bereits zum zehnten Mal in Folge ist das W:O:A ausverkauft! Der Abbau auf dem W:O:A 2014 ist gerade erst angelaufen, die letzten Metalheads haben das Gelände vor weniger als 24 Stunden verlassen und bisher dachten wir, das der Sold Out innerhalb von weniger als 48 Stunden schon gar nicht mehr zu toppen ist. Doch ihr habt uns eines besseren belehrt.

Zu Vorverkaufsstart verzeichneten wir mehr als viermal so viele Besuche auf unserer Homepage als im Vorjahr und nachdem die 10.000 X-Mas Tickets innerhalb kürzester Zeit vergriffen waren, ging es direkt in den VVK der regulären 3-DAY-ALL-IN Tickets. Auch hier war der Sturm ungebrochen und in 12 Stunden war es dann soweit.

ALLE 75.000 TICKETS SIND VERKAUFT - THANX FOR YOUR SUPPORT, METALHEADS! IHR SEID UNGLAUBLICH!!! 

Für all diejenigen, die kein Ticket ergattert haben, gibt es noch folgende Möglichkeiten: 
Durch den unglaublichen Andrang und die enorme Anzahl an Bestellungen gehen wir davon aus, dass es noch eine Reihe von Dopplungen und Stornierungen zum Beispiel aufgrund von nicht eingegangenen Zahlungen geben wird. Hierfür werden wir in Kürze online eine Warteliste einrichten und rechtzeitig informieren. Aktuell ist es aber noch NICHT möglich sich auf die Warteliste setzen zu lassen – weder telefonisch noch online. 


Fünfzehn Bands stehen bereits fest und mit diversen Special Shows und hochkarätigen Acts haben wir uns wieder alle Mühe gegeben um wie jedes Jahr ein Hammer Billing zusammen zu stellen! Zusammen mit euch werden wir den Schritt ins nächste Vierteljahrhundert Wacken Open Air machen und einmal mehr in die größte Metalparty auf dem Globus verwandeln!

Darüber hinaus wird es auch wieder diverse Online- Aktionen geben. Schaut also regelmäßig auf www.wacken.com vorbei oder folgt uns auf unseren offiziellen Facebook-Account www.facebook.com/WackenOpenAir.official 

Auch wenn es noch ein Jahr bis zum Fest ist und wir uns derzeit noch im Abbau befinden, sind die Vorbereitungen natürlich schon lange in Gange. Wir können es kaum erwarten, bis endlich wieder August ist. Die Tickets werden je nach Zahlungseingang schnellstmöglich verschickt.

Wichtig!!!: Tickets, die ihr bis dato bei Metaltix bestellt habt und für die ihr bereits eure Bestellbestätigung bekommen habt, werden natürlich auch ausgeliefert! Unsere Kollegen beiMetaltix arbeiten mit Hochdruck daran, alle Bestellungen zeitnah abzuarbeiten. Aufgrund der enormen Nachfrage kann die Bearbeitung aber ein wenig Zeit in Anspruch nehmen – bitte geduldet euch also und ruft nur in dringenden Fällen an. Dies gewährleistet ebenfalls, dass Metaltix mit der Abarbeitung eurer Bestellungen zügiger vorankommt. 

Vielen Dank für euer Verständnis!
Fans und Loyalität sind das Herz des Festivals! 

Blasting the North in August! 

Wir danken euch allen nochmals für euren unglaublichen Support und eure Treue. 

See You in Wacken – Rain or Shine!

Bang Your  Head 2015

 

20 Jahre BANG YOUR HEAD in Balingen

 

Ein Geburtstagskind der besonderen Art feierte sich vom 15. bis 18. Juli 2015 selbst und "lud" hierzu viele Gäste ein. 20 Jahre BANG YOUR HEAD in Balingenwaren Grund genug, um die Regelmäßigkeit der bisherigen Festivaldauer von 2 Tagen (zzgl. Warmup-Party am Mittwoch) in diesem Jahr auf satte 3 Tage aufzustocken.

 

Der Geburtstagstisch war reich gedeckt und auch das Wetter meinte es (fast schon zu) gut mit dem Jubiläum. Brütende Hitze (es gab sogar eine Sprühdusche, die ob der Temperaturen dankend angenommen wurde), welche die allseits drohende Dehydrierung der illustren Gäste auf die Probe stellte. Eine sicherlich oft gestellte Frage: "Ein Bier, oder doch lieber noch ein Wasser?"

Der guten Laune konnte der Backofen nichts anhaben und so zelebrierten die Gäste - gemeinsam mit den gut sortierten Bands - ein würdiges Festival.

 

Es herrschte an allen Tagen eine klasse Stimmung, ein abwechslungsreiches Speisenangebot und viele Möglichkeiten sich sein Wasser an diversen "künstlichen Brunnen" selber zu zapfen. Auch soll positiv die sympathische Security erwähnt sein (z. B. auch kein Gemecker am Einlass, wenn man mit Wasser gefüllte Behälter auf das Gelände bringen wollte).

 

Die Bands brachten durch die Bank beste Laune mit und hatten sichtlich Spass daran, beim BANG YOUR HEAD 2015 auftreten zu dürfen.

Es hat sich wieder gelohnt dabei gewesen zu sein und wir freuen uns auf 2016.

 

VW(Valerie Wenzel LetsRockRadio)

 

Bang Your Head

 

Findet vom 16. bis zum 18. Juli 2015 statt (Donnerstag bis Samstag). Bestätigt sind bereits:

Und was erwartet Euch in Balingen 2015? Ganz einfach: Ein "Best of the Best"-Programm! 

W.A.S.P. ,Y&T,PRETTY MAIDS,PRIMORDIAL,EXCITER,MORGANA LEFAY,OMEN,HIRAX
TANK,TYGERS OF PAN TANG

www.bang-your-head.de

 

VIELEN DANK EUCH ALLEN FÜR EINE GRANDIOSE JUBILÄUMSFEIER!!! DANKE FÜR ZWEI FANTASTISCHE JAHRZEHNTE!!!

ES GEHT WEITER:

DATUM BANG YOUR HEAD!!! 2016:
14. - 16. JULI 2016
 

WARM-UP-SHOW: 13. JULI 2016

ORT: MESSEGELÄNDE BALINGEN

 

TICKETS BEREITS IM ONLINE-SHOP ERHÄLTLICH!

Hellfest 2015

 

HELLFEST – Clisson Rock City – 19. - 21.06.2015

 

 Zwischen dem 19.06.15 und dem 21.06.2015 war es wieder soweit. DasHELLFEST hatte zum 10. Mal seine Pforten für weit über 130.000 Metaller, Rocker und Black Metaller geöffnet. Die Wettervorhersage gab für alle Tage ca. 25 Grad an. Die Realität war dann allerdings eine andere. Das Motto hätte auch gerne „Burn In Hell(Fest)“ sein können. Es war unfassbar heiß. Hätten jetzt noch Dee Snider und seine schrägen Schwestern zum Tanz gebeten, hätte sich spätestens hier der Kreis geschlossen. Aber auch ohne diese Band war das Billing erstklassig besetzt. Alleine alle Namen hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Da es insgesamt 6 Bühnen und mehr als 150 Bands zu sehen gab, können wir an dieser Stelle leider nicht alle Künstler berücksichtigen. Generell kann man aber sagen, daß ausnahmslos alle Künstler hervorragende Bedingungen vorgefunden haben. Der Sound war durchweg gut. Die Spielzeiten waren ebenfalls völlig in Ordnung. Was in Frankreich auffällig ist, das ist die Bandbreite der Bands. Hier wird von Classic-Rock bis Black-Metal wirklich alles geboten, und zwar auf sehr hohem Niveau. Beispiele gefällig? ZZ TOPSLASH, MOTÖRHEADSLIPKNOT,CRADLE OF FILTHCHILDREN OF BODOM, FINNTROLLSCORPIONSFAITH NO MOREACE FREHLEY oder BILLY IDOL. Wem das noch nicht genug ist, der bekommt Crossover (HOLLYWOOD UNDEADBODY COUNT), Oi (COCK SPARRER) und Punk (DEAD KENNEDYS). Man musste wirklich schauen wo man seine Pausen einlegen kann. Und so gut diese auch geplant waren, man hat irgendwo definitiv etwas verpasst. Vor allem waren bei den sehr hohen Temperaturen auch mehr Pausen als geplant nötig. Deshalb an dieser Stelle nur ein kurzer Eindruck, den nachfolgende Bands hinterlassen haben:

 

ACE FREHLEY wurde sehnlichst erwartet, das war bereits an den vielen KISS und ACE Shirts auf dem Gelände erkennbar. Entsprechend euphorisch wurde er und seine Band dann auch empfangen. Man konnte allerdings unschwer erkennen, daß Nachmittag um 15:00 nicht seine bevorzugte Tageszeit ist. Trotzdem war es ein wirklich guter Auftritt mit einigen echten Überraschungen im Set. Mit „Love Gun“ hatten wohl die wenigsten gerechnet. Singen wollte er die Nummer allerdings nicht, das hat der Drummer für ihn übernommen. Das „Rip It Out“ nicht gespielt wurde war dann ebenfalls eine Überraschung. Ein wirklich gelungener Gig, zumindest für alle KISS Fans.

 

AIRBORNE darf man wohl als eine der großen Überraschungen feiern. Vor der Bühne war kaum noch Platz und die Energie ist sofort von der Band auf das Publikum übergesprungen. Wodurch die Band noch ein paar Prozent extra draufgepackt hat, und das trotz der großen Hitze. Respekt für beide Seiten. So sieht dann wohl eine Win/Win Situation aus.

 

ALICE COOPER hat einen extrem guten Tag erwischt. Eine Setlist in der kaum ein Wunsch unerfüllt blieb, eine super Backing Band und über die Show muss man nach all den Jahren auch nichts mehr berichten. Zu späterer Stunde wäre die Show natürlich noch viel besser zur Geltung gekommen.

 

ARCH ENEMY haben es tatsächlich geschafft, die neue Sängerin Alissa White-Gluz als Ersatz für Angela Gossow zu etablieren. Auch in Frankreich scheint niemand Probleme mit dem Wechsel am Mikrofon zu haben. Und wenn doch noch jemand Zweifel hatte, wurden diese durch die klasse Performance der gesamten Band ausgeräumt. Ein toller Auftritt mit viel extremer Musik, die aber immer nachvollziehbar war und genügend Melodie zu bieten hatte, das auch Freunde von traditionellem Metal nicht schreiend davon rennen mussten.

 

ARMORED SAINT sind musikalisch über jeden Zweifel erhaben. In Sachen Bühnenoutfit sollten sie sich allerdings noch einen Berater zur Band holen. Man hatte den Eindruck die Amis wären nur schnell vom Strand auf die Bühne gehüpft und hatten keine Zeit sich nochmal umzuziehen. Aber wer so geniale Songs wie „Last Train Home“ oder „Reign of fire“und einen Sänger wie John Bush im Gepäck hat, der darf Jeans und Leder ausnahmsweise mal weglassen.

 

BILLY IDOL scheint wirklich nicht älter zu werden. Er fegt noch immer wie ein Jungspund über die Bretter und wenn man ihn nicht direkt aus der Nähe sieht, befindet man sich gedanklich noch immer Ende der Achtziger und Anfang der neunziger Jahre. Songs wie „Rebel yell“, „Moni moni“, „Flesh for fantasy“ oder „Eyes without a face“ unterstreichen das zusätzlich. Und mit seinem Sidekick Steve Stevens hat er den Partner in crime im Boot, ohne den alles nur halb so schön gewesen wäre. Einer der besten Gigs des Wochenendes.

 

Die BUTCHER BABIES konnten mit 2 hübschen Frontdamen glänzen. Die haben die Bühne auch ordentlich gerockt. Nach 2 Songs war musikalisch allerdings alles gesagt und optisch alles gesehen. Nur eine Frage blieb unbeantwortet: Was hatte diese Band auf der Hauptbühne zu suchen?

 

CAVALERA CONSPIRACY wurden sehr freudig erwartet. Das sich die beiden Brüder nicht wieder unter dem Banner SEPULTURA vereinen, versteht eh niemand wirklich?! Eine Grenze zwischen SEPULTURA, SOULFLY oder eben CC zu ziehen ist eh sehr schwer. So wurden auch an diesem Nachmittag viele Klassiker aus der gemeinsamen Zeit bei SEPULTURA aus dem Ärmel geschüttelt. Allerdings hatte es musikalisch ein wenig den Charakter einer Cover Band, und optisch war es mehr Pavarotti and Friends als SEPULTURA. Verzichtbar.

 

CHILDREN OF BODOM mussten auf einer der Zeltbühnen ran und hatten diese bis ganz nach außen gefüllt. Ein extrem guter Auftritt mit einer Menge Spielfreude. Die Band konnte mal wieder komplett überzeugen. Warum die Finnen nicht auf der Hauptbühne aufspielen durften und stattdessen ein Zelt aus allen Nähten platzen musste, hat sich mir nicht erschlossen. Das die Finnen deutlich mehr Fans in ihren Bann ziehen, dürfte sich auch in Frankreich rumgesprochen haben. So hatten viele leider das Problem das sie vor dem Zelt stehen mussten und von der Show leider relativ wenig mitbekommen haben.

 

EPICA wurden schon beim Intro von der Menge gefeiert. Die Show war dann allerdings sehr zäh und langatmig. Die Hitze hat ihr übriges dazu beigetragen, daß man eher froh war als die Band zu den letzten Akkorden ansetzte. Die Franzosen haben das größtenteils komplett anders gesehen und EPICA entsprechend abgefeiert. Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.

 

FAITH NO MORE hatten eine Bühne, die eher an ein Beerdigung erinnert haben als an ein Rock Konzert. Alles komplett in Weiß und mit Blumen ausgeschmückt. Die Band war ja schon immer anders als andere, so auch an diesem Tag. Musikalisch war es allerdings ein großes Fest, weit entfernt von einer Trauerfeier. Mike Patton war sehr gut bei Stimme und die Zusammenstellung der Songs hätte auch kaum besser sein können.

 

FIVE FINGER DEATH PUNCH waren zusammen mit HOLLYWOOD UNDEAD die Gewinner der 10 HELLFEST Ausgabe. Ganz viele 5FDP Shirts deuteten sowas bereits früh am Morgen an. Eigentlich hätten sie bereits am Vormittag an den Start gehen müssen, das wurde dann aber glücklicherweise kurzfristig geändert. Somit durfte die Band am Nachmittag auftreten. Und dieser Triumphzug lässt nur ein Resümee zu: Die Band muss 2016 als Headliner zum HELLFEST zurück kommen. Punkt! Wer mit Tonnenschweren Eiern auf die Bühne springt und vom ersten Song an die Meute komplett im Griff hat, der empfiehlt sich definitiv für mehr! KILLER!!!

 

HOLLYWOOD UNDEAD waren für mich im Vorfeld die große Unbekannte. Entweder stehe ich weitestgehend alleine vor der Bühne oder es wird richtig voll. Natürlich wurde es voll. Und das Publikum war von vorne bis hinten Textsicher und hat die Band komplett abgefeiert. Selbst die Songs die eher EMINEM als dem Metal zugeordnet werden konnten, was absolut für das offene Publikum in Clisson spricht. Das wäre bei vielen anderen Metal Festivals leider undenkbar. Vielleicht sollten auch andere Festivals in Europa mehr Risiko gehen und somit auch mal jüngere Besucher auf ihre Open Airs locken. Die Szene des Tages fand ebenfalls bei diesem Auftritt statt. Crowdserfer sind bei der Band völlig normal. Das diese im Rollstuhl über die Menge getragen werden wohl weniger. Mehr Applaus als der junge Mann hat an diesem Wochenende niemand bekommen. Und das mit Recht!

 

IN FLAMES waren wie immer eine Bank. Man merkt der Band wirklich ihre vielen Konzerte an. Routiniert wirkt es allerdings nicht. Die Schweden spulen nicht einfach ihr Programm ab, sondern haben offensichtlich immer noch eine Menge Spaß bei der Sache. Das man nicht auf Nummer sicher geht, unterstreicht die Tatsache, das man sich traut die Show mit dem größten Hit „Only For The Weak“ zu eröffnen. Großes Kino!

 

JUDAS PRIEST haben langsam aber sicher ihren Zenit wirklich überschritten. Allen voran Rob Halford. Die Band spielt sehr routiniert, aber immer die selben Songs. Die machen ohne jeden Zweifel nach wie vor großen Spaß. Bei „Metal Gods“, „Victim Of Changes“ oder „Painkiller“ kann man nicht viel flasch machen. Speziell auf so einem großen Festival könnten aber mal die ein oder andere Überraschung auspacken. Aber irgendwie hat man bei den letzten Shows immer das Gefühl das bei JP die Luft und das Feuer komplett raus sind.

 

L7 durften auf einer der beiden Hauptbühnen auftreten. Warum, das hat wohl niemand so richtig verstanden. Die Damen waren sicher motiviert, aber weder die Performance noch das Material war auch nur im Ansatz ausreichend. Stichwort: Langeweile. Wenn man dann sieht, daß Bands wie DEAD KENNEDYS,CHILDREN OF BODOMCRADLE OF FILTH oder BODY COUNT in einem der Zelte auftreten müssen, wirft das schon ein paar Fragezeichen auf.

 

We are MOTÖRHEAD and we play Rock’n’Roll! Mehr gibt es dazu wirklich nicht mehr zu sagen. Doch, eins noch: Lemmy ging es trotz großer Hitze wirklich gut.

 

NUCLEAR ASSAULT waren solide. Aber ein wenig verloren auf der großen Bühne. Wenig Bewegung, aber die Songs sind einfach klasse und die Umsetzung derer war auch gelungen. Optisch hat man nichts verpasst.

 

SAMAEL waren live wie immer eine Bank. Druckvoller Sound, durchdachte Optik und einen Groove dem sich wirklich niemand entziehen kann. Auch diese Show war eine Bewerbung für die große Bühne. Wobei die Band in so einem Ambiente sehr gut aufgehoben ist und Open Air am Nachmittag sicher einiges verloren geht. Aber es standen so viele Leute vor dem Zelt, die hätten sicher gerne mehr von SAMAEL gesehen.

 

SCORPIONS funktionieren immer und überall. So auch an diesem Tag. Zuvor gab es ein großes Feuerwerk. Das musikalische Feuerwerk kam direkt im Anschluss. Als Landsmann ist man schon ein wenig stolz wenn man sieht wie die Hannoveraner im Ausland gefeiert werden. Die Setlist hätte natürlich bei jedem Besucher auf Wunsch anders ausgesehen. Aber die Mischung war absolut passend. Aber speziell bei den älteren Nummern vor „Love At First Sting“ ist es immer ein wenig schade, diese in einem Medley zu verpacken. Aber das ist Kritik auf sehr hohem Niveau. Und bei so vielen Klassikern kann man es umöglich allen Recht machen.


SLASH benötigt die alten Gassenhauer von GUNS `N ROSES eigentlich nicht um die Menge zu überzeugen. Aber zum einen hilft es, zum anderen wollen es die Fans auch einfach hören. Ein richtig guter Gig mit einem grandiosen Myles Kennedy am Mikrofon. Und wenn dann bei „Paradise City“ und „Sweet Child O‘ Mine“ alle gepflegt durchdrehen, ist die Welt doch absolut in Ordnung.

 

SODOM, der zweite deutsche Import an diesem Wochenende weiss eben auch wie es geht. Völlig unaufgeregt schleudert man ein Best Of Programm in die tobende Menge, wischt sich den Mund ab und geht wieder nach Hause. Einen besseren Ersatz für ANTHRAX hätte der Veranstalter wirklich nicht finden können.

 

THE QUIREBOYS waren wie immer eine Bank. Die Band funktioniert im Club genauso wie auf der großen Bühne. Der strahlende Sonnenschein passt zu dieser Musik einfach viel besser als zu den Pandas und Death Metal Heads. Klasse Sound, riesige Spielfreude und einfach eine sehr sympathischer Trupp!

 

ZZ TOP haben alles richtig gemacht. Optisch, wie immer, nichts geboten. Die Texaner machen das mit ihrer Musik. Und die war an diesem Abend wirklich vom allerfeinsten. Alle Hits, klasse Sound und ein Publikum das jede Zeile mitgesungen hat. Was will man mehr?! 

 

Fazit: Das HELLFEST 2015 war super organisiert. Das Essen war wirklich klasse. Ausreichende Getränkeauswahl zu verträglichen Preisen wurden ebenfalls angeboten. Über die Menge und Qualität der Bands muss man auch keine Worte verlieren. Negativ waren lediglich 2 Punkte. Die hygienischen Bedingungen waren alles andere als ausreichend. Zu wenig Toiletten und Duschen im Campingbereich für extrem viele Besucher. Davon abgesehen waren die Sanitären Anlagen durchweg sehr schmutzig. Der zweite Punkt war das Merchandise. Ähnlich wie in Wacken, muss man stundenlang am Merch anstehen, und zwar gleich am ersten Tag, früh morgens. Wer danach kommt, steht noch länger und bekommt eigentlich nur noch Reste. Die meisten Shirts und andere Artikel waren sehr schnell vergriffen. Das sollte in so einer Größenordnung wirklich nicht sein. Hier muss man einfach mehr zur Verfügung stellen. Teilweise waren dort wirklich Hamsterkäufe zu beobachten. Kein Wunder, daß sich viele Artikel nach dem Festival bei diversen Auktionshäusern wieder gefunden haben. Natürlich deutlich teurer als vor Ort, wo die Preise wirklich fair waren.

 

Das HELLFEST hat viel mehr zu bieten als nur Musik, was die Bilder von Frank Weichert eindrucksvoll unter Beweis stellen. Die Anreise aus dem Süden der Republik ist zwar sehr weit, aber das HELLFEST ist wirklich jeden Kilometer wert.Wir werden definitiv auch 2016 auch wieder vor Ort sein und eines der genialsten Metal Festivals in Europa feiern.

 

RW ( Rüdiger Wenzel LetsRockRadio)

 

Hellfest 2015 vom 16.06.2015 bis 21.06.2015 in Clisson, Frankreich 

 

Wir in Deutschland schielen nur selten, wenn es um Festivals geht, über die Grenzen zu unseren Nachbarn. „Warum auch?“,  werden sich viele Leser fragen, denn wir haben Großevents wie das WackenWith Full Forceoder das Summer Breeze direkt vor unserer Nase und dahinter tummeln sich mittlerweile an die hundert kleinere Open Airs. Ein Blick über die Landesgrenzen lohnt sich dennoch. Vor kurzem haben wir euch das Graspop Metal Meeting 2015 näher durchleuchtet, jetzt ist das Hellfest 2015 in Frankreich an der Reihe.

 

Was das Hellfest in den letzten Jahren auf die Bühne gebracht hat, ist mehr als nur beeindruckend. Wer auf deutschen Events als Headliner fungiert hat, muss in Frankreich in der Mittagssonne braten – ihr habt schon richtig verstanden! Twistet SisterSaxon oder Nightwish zur frühen Stunde ist in Clisson keine Seltenheit. In diesem Jahr ist die Kluft ein wenig geschwunden, große Ähnlichkeit zum Graspop sind zu erkennen, das liegt nur daran, dass die Veranstalter einen kleinen Gang zurückgeschaltet haben. Auf der anderen Seite: Wer will auch immer die gleichen Bands sehen? Die Spitze des Eisberges bilden Scorpions, Slipknot und Faith No More gefolgt von Judas Priest, ZZ TopKornSlash und Motörhead. Wenn wir die „Spitze“ meinen, dann ist es auch so, in jedem Genre warten unzählige Highlights, die wir in diesem kleinen Vorbericht gar nicht alle aufzählen können. Alle Gruppen findet ihr weiter oben in den Informationen zum Hellfest 2015.

 

3-Tages Tickets waren für rund 185 Euro zu erwerben, leider sind wie beim Wacken alle Karten vergriffen. Tagestickets soll es nach Angaben des Veranstalters jedoch noch geben. Zudem wollen wir euch noch einmal dringlichst davor warnen, bei dubiosen Drittanbietern oder auf Online-Plattformen noch Karten zu kaufen. In den letzten Jahren ist die Kriminalität mit gefälschten Karten rasant gestiegen!

 

Bands: A Day To Remember, Ace Frehley, ahab, Airbourn, Alestorm, Alice Cooper, Antherax, Arch Enemy, Argile, Arkona, Armored Saint, Asg, At The Gates, Beastmilk, Billy Idol, Biohazard, Birds In Row, Bloodbath, Body Count, Brant Bjork, Breakdust, Broken Teeth, Butcher Babies, Bölzer, Calvera Conspiricy, Cannibal Corpse, Carach Angren, Children Of Bodom, Cock and Ball Torture, Code Orange, Coffins, Cradle Of Filth, Craft, Crusher, Dark Tranquillity, Dead Kennedys, Deep In Hate, Defeater, Der Weg Einer Freiheit, Despise You, Desultory, Doctor Livingstone, DRI, Dying Fetus, Elder, Ensiferum, Enthroned, Envy, Epica, Eths, Exodus, Eyehategod, Faith No More, Fallujah, Fintroll, Five Finger Death Punch, Ghost Brigade, Giuda, Glowsun, Godsmack, Haken, Hawk Eyes, High On Fire, Hirax, Hollywood Undead, Hypnose, In Extremo, In Flames, Infesttus, Iron Reagan, Judas Priest, Khold, Killing Joke, Korn, L7, Lamb Of God, Les Ramoneurs De Menhir, Les Wampas, Life Of Agony, Limp Bizkit, Lion s Law, Machete, Madball, Marylin Manson, Mastodon, Mayhem, Melechesh, Merauder, Meshuggah, Midnight Ghost Train, Monarch!, Morgoth, Motörhead, Müttiilation, Ne Obliviscaris, Necrowretch, Nidingr, Nightwish, No Return, NOFX, Nuclear Assault, Obituary, OFF!, Onslaught, Orange Goblin, ORCHID, Peter And The Test Tube Babies, Prostitute Disfigurement, Providence, Red Fang, Rise Against, Rise Oft He Northstar, Russian Circles, Saint Vitus, Sameal, Samsara Blue Experiment, Satyricon, Scorpions, Shape of Despair, Shining, Skinless, Skyforger, Slash, Slipknot, Sticky Boys, Superjoint, Sylosys, Terra Tenebrosa, Terror, The Answer, The Atlas Moth, The Crown, The Exploited, The Great Old Ones, The Haunted, The Quireboys, The Wounded Kings, Trap Them, Tribulation, Triggerfinger, Triptykon, Truckfighters, Twitching Tongues, Vallenfyre, Venom, Vitamin X, Vorkreist, Vulcain, Weedeater, Witchthroat Serpent, Wolf Brigade, Wovehand, ZZ Top

 

Ort: Clisson, Frankreich

 

Datum: 16.06.2015 – 19.06.2015

 

Kosten: ca. 185,00 € VVK

 

Tickets unter: http://www.hellfest.fr/tickets

 

Genre: Metal, Rock

 

Veranstalter: Hellfest Productions

 

Link: http://www.hellfest.fr/

 

See you next year!

 

Tschüss Graspop Metal Meeting 2015, auf Widersehen in 2016!

Drei Tage voller Hard Rock und Heavy Metal sind vorbei. Welchen Bands haben alles weggerockt, welche haben nachgelassen? Was an der Organisation hat euch gefallen und was nicht? Teilt eure Meinung bei uns im Forum oder auf Facebook!
Sobald es News zum 21. Graspop Metal Meeting im kommenden Jahr gibt melden wir uns hier zurück. Hoffentlich schon sehr bald!

Graspop Metal Meeting 2015

 

“Graspop Metal Meeting 2015 vom 19.06.2015 – 21.06.2015 in Dessel, Belgien

 

Einmal mehr schlägt ein großes europäisches Festival ein sattes Plus auf ihre Festivaltickets – mit 20 Euro mehr im Vorverkauf müssen alle Headbanger des Graspop Metal Meeting tiefer in die Tasche greifen, um beim größten Metal Festival in Belgien mit vor der Stage stehen zu dürfen. Gemausert hat sich eine der größten Freiluftveranstaltungen Europas auf über 130.000 Besucher, die aus dem ganzen Kontinent nach Dessel strömen.

 

Für den erhöhten Preis lassen sie lukrative Headliner springen – an der Spitze des Graspop Metal Meeting 2015 stehen neben Kiss folgende Gruppen: Slipknot, Scorpions, Motörhead, Alice Cooper, Korn und Judas Priest. In der zweiten Garde warten nicht weniger groß die Death Metaler von In Flames, Five Finger Death Punch, Body Count und Within Temptation. Selbst für Großveranstaltungen wie das Hellfest in Frankreich oder unser Wacken ist das Graspop Metal Meeting keine minderwertige Metal Party.

 

Für die angelegten 185 Euro gibt es nämlich noch mehr als diese großen Acts (s. oben). Wer für Mitte/Ende Juni noch nichts vor hat und gerne ein paar Tage nach Belgien möchte, darf das Metal Meeting nicht auslassen. Selbst die Bands ganz am Anfang des Tages können auf kleineren Festivals als Headliner fungieren. Auf Deutsch: Die Klasse ist wahrhaft beeindruckend und hat für jeden Genre-Freund die passende Antwort. Klar, ist die Karte mit der stolzen Summe kein Geschenk, was man fürs Geld bekommt, ist non Stop Metal, Rock und alternative Klänge im Glanz der größten Haudegen.

 

Bands: 5Fdp, A Day To Remember, Aborted, Airbourne, Alcest, Alice Cooper, Amorphis, Arch Enemy, Asking Alexandria, At The Gates, Avatarium, Battle Beast, Black Stone Cherry, Blues Pills, Body Count, Butcher Babies, Cannibal Corpse, Cavalera Conspiracy, Chelsea Grin, Children Of Bodom, Code Orange, Counterparts, Cradle Of Filth, Danko Jones, Den Saakaldte, Der Weg Einer Freiheit, Devilment, Dragonforce, Ensiferum, Epica, Equilibrium, Evergrey, Every Time I Die, Evil Invaders, Exodus, Faith No More, FM, God Seed, Godsmack, H.E.A.T, Hawk Eyes, Heidevolk, Hellyeah, Hollywood Undead, Ihsahn, In Flames, In Hearts Wake, Judas Priest, Kataklysm, King 810, King Hiss, Kiss, Korn, Korpiklaani, Lacuna Coil, Lamb Of God, Life Of Agony, Lower than atlantis, Marduk, Marilyn Manson, Morgoth, Morgoth en Vallenfyre, Motionless in White, Motörhead, My Dying Bride, Ne Obliviscaris, Northlane, ORCHID, Orphaned Land, Papa Roach, Parkway Drive, Pop Evil, Primordial, Samael, Sarke, Scorpions, Septicflesh, Shining, Sigh, Slash, Slipknot, Sonata Artica, Stray From The Path, Sylosis, Terror, Texas In July, The Charm The Fury, The Dead Daisies, The Haunted, The Ocean, The Sword, Thunder, Tremonti, Upon A Burning Body, Vallenfyre, We Are Harlot, Winterfylleth, Within Temptation

 

Ort: Dessel, Belgien

 

Datum: 19.06.2015 – 21.06.2015

 

Kosten: 185 €

 

Karten unter: https://www.graspop.be/nl/tickets/ticketinfo

 

Genre: Metal, Rock, Punk, Indie

 

Link: www.graspop.be

 SWEDEN ROCK FESTIVAL 2015

 

Das SWEDEN ROCK FESTIVAL gehört nachweislich zu den Vorzeigefestivals in Europa. Die entspannte Atmosphäre, das abwechslungsreiche Billing, die tolle Location und die vorbildliche Durchführung sind immer wieder ein wahre Freude für die Fans. Kein Wunder also, dass die „Sold Out" Schilder in diesem Jahr so früh wie nie zuvor in der Geschichte des SWEDEN ROCK FESTIVALS in die Kassenhäuschen gehängt wurden.

Auch wir haben uns erneut auf den Weg gemacht, um mit den Wikingern und all den anderen Fans aus der ganzen Welt ein viertägiges Rock- und Metalfest zu feiern.
 

Mittwoch, 03.06.2015

Der Mittwoch ist bekanntlich nur ein halber Tag auf halbem Gelände. Es geht erst um 15:30 los und die beiden großen Bühnen, Rock- und Festivalstage, sind noch nicht im Einsatz. Das Wetter ist leicht bedeckt aber trocken, als die Schweden KEE MAN HAWK auf der 4SoundStage das Festival lostreten.
Mit ihrer neuen CD „Headin For The Sun" im Gepäck, von der auch der Großteil der Songs in ihrer Setlist stammt, wissen Sänger Joe K. Rich, Gitarrist Hawkan, Drummer Martin und Bassist Stewie vom ersten Ton an, die 3.000 bis 4.000 Fans vor der Bühne ordentlich in Wallung zu bringen. Trotz des boeigen Windes kommt ihr Bluesrock noch gut bis in die letzten Reihen an. „Delta DC", „Black Creek Blues" und „Headin' For The Sun" begeistern mich so sehr, dass die CD der Jungens schon mal direkt auf meiner Wunschliste landet.

Dann geht's direkt rüber zur Sweden Stage, auf der die schwedische AC/DC Cover Band HAZY/DIZZY ihr Unwesen treibt. Die Jungens haben es echt drauf. Sänger Martin „Brajan" Edin kommt extrem nah an die Stimme von Brian Johnson heran und hat auch von der Mimik und Gestik viel von seinem Vorbild übernommen. Dass Gitarrist Conny „Angus" Wendel in seiner roten Schuluniform irgendwie lustig aussieht, liegt wohl daran, dass er geschätzt doppelt so groß und schwer wie Angus Jung sein dürfte.
Aber der Gig macht Spaß und der Platz vor der Bühne ist sehr gut gefüllt. Mit Song wie „Thunderstruck", "For Those About To Rock" oder "Highway To Hell" kriegt man eben jeden auf seine Seite und kann kaum etwas falsch machen.

MORBUS CHRON haben dann die Ehre, das neue Rockklassiker Zelt einzuweihen. Der Sound ist klasse und die Band gibt ohne Ende Vollgas auf der Bühne und haut den ca. 1.500 Fans ihren Death Metal um die Ohren. Ich kann allerdings mit dem Songmaterial der Stockholmer nicht viel anfangen, daher muss für mich die Reaktion vor der Bühne als Qualitätsindikator herhalten. Und da Edvin Aftonfalk, Robert Andersson, Dag Landin und Adam Lindmark lautstark gefeiert und die Songs zum größten Teil mitgesungen werden, machen MORBUS CHRON wohl alles richtig.

Auf dem Weg zu HELL schauen wir kurz auf der Sweden Stage bei LILLASYSTER aus Göteborg vorbei. Die Band singt die Texte auf Schwedisch, was dazu führt, dass die zigtausend Fans vor der Bühne jede Textzeile lautstark mitgrölen. Es ist also richtig laut vor und auf der Bühne und die Stimmung ist mehr als ausgelassen. Das ändert sich auch nicht, als das Intro für HELL auf der 4Soundstage läuft. Ein guter Zeitpunkt um sich aufzuwärmen, denn die Temperaturen gehen langsam aber sich gut nach unten und der Wind wird immer stärker. 

Die Briten um Sänger David Bower, die mittlerweile auch schon über 33 Jahre im Geschäft sind, steigen mit „Gehennae Incendiis" in ihren Gig ein und haben relativ leichtes Spiel mit den noch fitten und nach Musik dürstenden Fans. Vor allem Sänger David Bower erweist sich mit seiner ausdrucksstarken Bühnenpräsenz wie immer als absoluter Blickfang. „Blasphemy And The Master", „Something Wicked This Way Comes", „Land Of The Living Death" und "On Earth As It Is In Hell" kommen ungemein intensiv und die Jungens aus dem Sherwood Forrest werden völlig zurecht mit lautem Applaus bedacht.

Britisch bleibt es auf der Sweden Stage, als pünktlich um 21:00h THE QUIREBOYS die Bühne entern. Sänger Spike hat offensichtlich schon leicht einen im Tee, aber aus der Vergangenheit weiß man, dass er dann meist die geilsten Shows spielt. So ist es auch heute. Die Band ist spielfreudig ohne Ende und mich beeindrucken mal wieder die Gitarristen Guy Griffin und Paul Guerin, die sich mehr als einmal die Bälle zuwerfen. Aber selbst wenn man die QUIREBOYS vielleicht nicht mag, ist es schwer, bei Songs wie „There She Goes Again", „7 O'Clock", „I Don't Love You Anymore", „Have A Drink On Me" oder das als Zugabe gespielte „Sex Party" still stehen zu bleiben. Die Engänder feiern mit den mittlerweile bestimmt 10.000 Fans eine ganz fette Party.

Um 22:30 wird die 4Soundstage in atmosphärisches, rotes Licht gehüllt und das Intro für EVERGREY löst lauten Jubel aus. Der Platz vor der Bühne ist bis zum Bersten gefüllt und alle Hände sind oben. EVERGREY starten mit „King Of Errors" und die Fans fressen Tom Englund von Anfang an aus der Hand und irgendwie bestätigt sich das, was ich seit Veröffentlichung der Running Order vermutet hatte: EVERGREY sind der heimliche Headliner dieses Mittwochs, ganz egal, was D-A-D anschließend auf die Beine stellen werden. 

Dass Gitarrist Henrik Danhage wieder mit an Bord ist, tut dem Sound ausgesprochen gut. Neben dem Opener kommen vom aktuellen Album „Hymns For The Broken" mit "The Fire", „Black Undertow", "Wake A Change" und „A New Dawn" noch ganze vier Stücke, die live noch besser knallen als auf dem Album. Die Songs werden optisch durch eine tolle Lightshow und viel Nebel gepimpt und machen den Gig zu einer Gänsehaut-Veranstaltung. 

Meine persönlichen EVERGREY Faves kommen dann in der Zugabe: „Recreation Day", „Broken Wings" und „A Touch Of Blessing" hauen mich richtiggehend aus den Schuhen und die Band wird nach 75 Minuten von den Fans gefeiert bis der Arzt kommt. (Setlist EVERGREY: King Of Errors, Leave It Behind Us, The Fire, Black Undertow, Blinded, The Masterplan, Wake A Change, A New Dawn. Encore: When The Walls Go Down, Recreation Day, Broken Wings, Guitar Solo, A Touch Of Blessing. Encore 2: The Grand Collapse)

Mit dieser saustarken Vorstellung haben EVERGREY die Messlatte für D-A-D ziemlich hoch gelegt. Aber die Fans sind heute so extrem feierwütig, dass es auch bei D-A-D extrem laut wird, als um 00:00 h die Lichter ausgehen. Die Dänen sind ja immer ein Garant für geile Liveshows, und auch heute lassen sie sich nicht lumpen. Leider ist Bassist Stig Pedersen nicht mit am Start. Der Mann, der für seine Bühnenoutfits und seinen Two-String-Bass bekannt ist, rutschte eine Woche vor dem Sweden Rock auf einer nassen Bühne aus und brach sich den Arm. Für ihn steht Søren Andersen, allerdings mit vier Saiten am Bass, auf der Bühne und macht einen soliden Job. In Sachen Bühnenpräsenz kann er Stig jedoch nicht ersetzen.

Mit „Evil Twin" und leichten Soundproblemen steigen sie ein. Diese haben sich aber spätestens nach „Rock'n Rock Radar" relativiert und die Mannen um Sänger/Gitarrist Jesper Binzer profitieren wie alle Bands am heutigen Mittwoch von einem ganz fetten, druckvollen und glasklaren Sound und den äußerst enthusiastischen Fans, die bisher wirklich jede Note feiern. D-A-D spielen sich durch fast alle ihrer elf Studioalben, vom letzten Output „DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK", das mittlerweile auch schon fünf Jahre auf dem Buckel hat, kommen mit „A New Age Moving In" und „I Want What She's Got" nur zwei Tracks. 

Nach den drei Zugaben „Bad Craziness", „Sleeping My Day Away" und „Laugh'n' A1/2" ist pünktlich um 02:00 h Schluss. D-A-D waren klasse, für mich ist aber, wie schon vorher erwähnt, der eigentliche Headliner an diesem gelungenen ersten Tag EVERGREY. 
(DAD Setlist: Evil Twin, Rock'n Rock Radar, Everything Glows, Helpyourselfish, A New Age Moving In, Something Good, Grow Or Pay, Reconstrucdead, Monster Philosophy, I Want What She's Got, I Won't Cut My Hair, Jihad. Encore: Bad Craziness, Sleeping My Day Away, Laugh'n' A1/2)

 

 

Donnerstag, 04.06.2015

Bei strahlendem Sonnenschein eröffnen pünktlich um 12:00 h DELAIN den Tag. Die Niederländer um Sängerin Charlotte Wessels machen richtig Alarm und pusten den ca. 2.000 „Frühaufstehern" den Schlaf aus den Ohren. Schade, dass noch nicht so viele Fans auf dem Gelände sind, denn der energiegeladene Gig hätte definitiv mehr Zuschauer verdient. Aber wer DELAIN kennt, weiß, dass die Band auch vor 100 Zuschauern noch Vollgas geben würde. Soundtechnisch geht der Donnerstag so los, wie der Mittwoch geendet hat, nämlich allererste Sahne. (Setlist DELAIN: Mother Machine, Electricity, Frozen, Your Body Is A Battleground, Tell Me, Mechanist, Shilouette Of A Dancer, Not Enough, Here Comes The Vulture, April Rain, The Tragedy Of The Commons, We Are The Others)

Bei den YouTube Helden STEVEN 'n' SEAGULLS stehen die Fans dann aber wieder dicht gedrängt vor der Bühne. Wieder einmal erweist sich der Platz vor der 4Soundstage als fast zu klein. Die Finnen spielen sich mit ihren Folk-Cover-Versionen durch die Klassiker der Rock und Metal Geschichte und werden bei jedem Song lautstark unterstützt. Bereits nach „Paradise City" ist der Partylevel auf dem Gelände wieder ganz weit oben und hält sich durch die komplette Show. „Over The Hills And Far Away", „The Trooper", „You Shock Me All Night Long", was soll man da schon falsch machen? Dass sich die finnischen Bauern selber nicht so wirklich ernst nehmen, kommt der unterhaltsamen Show sehr zugute und sorgt mehrfach für laute, kollektive Lacher.

Bei „Holy Diver" sind dann alle Hörner oben und auch bei „Ich Will" wird textsicher mitgesungen. Außerdem geben die Jungens noch „Black Dog", eine sehr schwungvolle Version von „Seek & Destroy", „Nothing Else Matters", „Run To The Hills" und als Abschluss die Version von „Thunderstruck" zum besten, mit der sich die Band auf YouTube etabliert hat. Ich erspare mit jetzt die dazugehörigen Bands der Originalversionen. Die kennt eh jeder.

SPIKE'S FREE HOUSE haben wir dadurch verpasst, aber da wir Spike ja gestern schon mit den QUIREBOYS gesehen haben, lässt sich das verkraften. Dafür stehen wir bei CHILDREN OF BODOM und der Rock Stage Premiere pünktlich vor der Bühne. Frontman und Bandchef Alexi Laiho steht mit Hut und Sonnenbrille auf der Bühne und macht den Eindruck, als wäre es ihm sehr arg zu früh. Von „Hate Me!", „Needled 24/7", „Silent Night, Bodom Night" bis zu "Are You Dead Yet?" bewegt sich der Mann keinen Meter von seinem Mikro weg.

Auch wenn er etwas bewegungsfaul zu sein scheint, treten die Songs mächtig in den Hintern. Vor der Bühne ist es prächtig voll und die Stimmung ist wie gewohnt ganz weit oben. Die Finnen spielen sich souverän durch ihr Best-Of-Programm, und auch mein Lieblingssong „Angels Don't Kill" ist dabei, was mich sehr freut. Musikalisch gibt's nichts auszusetzen, bewegungstechnisch ist noch Luft nach oben. (Außerdem noch in der Setlist: „Scream For Silence", „Hate Crew Deathroll", „Everytime I Die", „Halo Of Blood", „Sixpounder", Lake Bodom", "Downfall" und "In Your Face")

Danach kommt für uns die Festival Stage Premiere 2015, und zwar mit SLASH feat. MILES KENNEDY & THE CONSPIRATORS. Das Projekt steigt mit "You're A Lie" in sein Set ein, eigentlich genau der richtige Song, um eine Show zu eröffnen. Spätestens aber beim zweiten Song, dem G'n'R Cover "Nightrain" wird deutlich, was die mindestens 15.000 eigentlich hören wollen, nämlich GUNS'N ROSES Songs. 

Das ist SLASH auch klar und er streut geschickt immer wieder zwischen den Songs seiner anderen Projekte den ein oder anderen Gunners-Klassiker. Kein Wunder also, dass bei „You Could Be Mine", „Sweet Child O'Mine" und „Paradise City" die Meute am steilsten geht. Auch wenn Myles Kennedy ein absoluter Ausnahmesänger ist und auf der Bühne eine enorme Präsenz an den Tag legt, kleben meine Augen fast die ganze Show über an Slash, der enorm spiel- und bewegungsfreudig die Bühne beackert und herumposed, wie zu den besten GUNS'N ROSES Zeiten. Tolle performance. (Setlist SLASH: You're A Lie, Nightrain (GNR Cover), Avalon, Back From Cali, Wicked Stone, You Could Be Mine (GNR Cover), Bent To Fly, World On Fire, Anastasia, Sweet Child O'Mine (GNR Cover), Slither (Velvet Revolver Cover), Paradise City (GNR Cover))

Dass man sich bei AIRBOURNE keine Gedanken über zu wenig Action auf der Bühne machen braucht, haben die Aussies schon mehrfach unter Beweis gestellt. Die Mannen um Sänger / Gitarrist Joel O'Keeffe sind wie Duracel-Hasen. Einmal losgelassen hören die einfach nicht mehr auf und stecken mit ihrer Show sofort das Publikum mit an.

Es wird gehüpft und gesungen, dass es eine wahre Freude ist. Natürlich haut sich Joel mal wieder eine Bierdose an den Schädel, bis sie explodiert, und diverse Kletteraktionen am Bühnenaufbau gehören auch zu jeder AIRBOURNE Show. Leider kann ich nicht bis zum Ende bleiben, da um 18:45 h BATTLE BEAST auf der 4Soundstage angesagt sind, und die will ich auf gar keinen Fall verpassen. (Setlist AIRBOURNE: Ready To Rock, Too Much, Too Young, Too Fast, Chewin' The Fat, Blond, Bad And Beautiful, Girls In Black, Cheap Wine & Cheaper Women, Black Dog Barking, Bottom Of The Well, Party In The Penthouse, Stand Up For Rock'n Roll. Encore: Live It Up, Runnin' Wild)

Wenn man sich beim Sweden Rock auf eins verlassen kann, dann ist es die Einhaltung des Zeitplanes. Daher enternBATTLE BEAST pünktlich um 18:45 h mit "Far Far Away" die Bühne, und es ist wirklich keine Floskel, wenn ich sage, dass die Fans vor der Bühne Sängerin Noora Louhimo vom ersten Schrei an aus der Hand fressen. Die kleine Frau mit der Hammerstimme fegt nur so über die Bühne, animiert ohne Unterlass die Fans zum Mitmachen. Was ich absolut bewundernswert finde, ist die Tatsache, dass sie trotz des Hochleistungssports auf der Bühne so genial, druckvoll und auf den Punkt singen kann. 

Aber die Band besteht nicht nur aus Noora, auch wenn sie natürlich der Blickfang ist. Tatsächlich sind Drummer Pyry Vikki, Gitarrist Juuso Soinio, Bassist Eero Sipilä und Keyborder Janne Björkroth nicht weniger aktiv als ihre Frontfrau und machen den Gig für mich zu einem ersten ganz dicken Highlight des Festivals. (Setlist BATTLE BEAST: Far Far Away, I Want The World... And Everything In It, Out On The Streets, Let It Roar, Madness, Black Ninja, Unholy Savior, Iron Hand, Touch In The Night, Enter The Metal World, Out Of Control)

Auf der Rock Stage steht jetzt ein Heimspiel an: HAMMERFALL. Dementsprechend groß ist das Gedränge vor der Bühne, und wer sich nicht rechtzeitig auf den Weg gemacht hat, hat kaum noch eine Chance, nach vorne zu kommen. Die Band stürmt zum Intro zu „Hector's Hymn" auf die Bühne und macht sofort mächtig Dampf. Die Männer um den vollbärtigen Joacim Cans posen wie die Weltmeister und hauen den Fans ohne Unterbrechung "Any Means Necessary" und "Renegade" um die Ohren. 

Dem Soundmann hier mal ein extra dickes Kompliment, denn was er hier abmischt, ist für ein Open Air allerste Sahne. Gitarrist Oscar Donjak kommt immer wieder an den Bühnenrand und grinst quasi den ganzen Gig über von einem Ohr zum anderen. Man kann der Band jederzeit den Spaß ansehen, den sie hier hat. Das überträgt sich natürlich auf die Fans, die bei "Let The Hammer Fall" quasi die Vocals im Refrain von Joacim übernehmen. 

Für mich geht der Gig viel zu schnell zu Ende und ich bin fast überrascht, als die Band nach „Hammerfall" die Bühne verlässt. Natürlich kommt noch die Zugabe mit „Templars Of Steel", „Bushido" und "Hearts On Fire", trotzdem war diese Show viel zu schnell zu Ende. Hier hätte man mal eine Live DVD mitschneiden sollen.
(Setlist HAMMERFALL: Hector's Hymn, Any Means Necessary, Renegade, B.Y.H., Blood Bound, Heading The Call, Let The Hammer Fall, Live Life Loud, 400 Meter Medley, Threshold, Last Man Standing, Hammerfall. Encore: Templars Of Steel, Bushido, Hearts On Fire)

22:30 h und der erste "große" Headliner des Sweden Rock Festival 2015 steht an: DEF LEPPARD. Ich freu mich wie ein kleines Kind, weil ich die Briten schon so lange nicht mehr gesehen habe und natürlich auch weil Gitarrist Vivian Campbell offensichtlich seine Krebserkrankung überstanden zu haben scheint. 

Nach dem Intro werden Sheffield's Finest von lautem Jubel begrüßt und starten die Show mit „Drop! Drop! (Till You Drop)". Der Sound ist ok und das Bühnenbild äußerst farbenfroh. 
Sänger Joe Elliott ist super bei Stimme, Aktivposten auf der Bühne ist und bleibt aber Gitarrist Phill Collen, der sofort an den Bühnenrand stürmt. „Animal", „Let It Go" und „Foolin'" folgen, und spätestens jetzt haben DEF LEPPARD die Fans vollends auf ihrer Seite. 

„Promises", „Paper Sun" und „Love Bites", alles läuft prima. Dann schnallt sich Joe Elliott die Akustische um und singt alleine "Two Steps Behind", und das wirklich klasse. Aber seltsamerweise reißt danach die euphorische Stimmung im Publikum etwas ab. „Rocket" und die nächste geniale Ballade „Bringin' On The Heartbreak" holen die Fans auch nicht mehr zurück. Erst zu „Let's Get Rocked" und dem Klassiker „Pour Some Sugar on Me" und der Ansage von Joe Elliott, dass Vivian Campbell wieder komplett genesen ist, geht die Stimmungskurve wieder leicht nach oben.

Bei den Zuagen „Rock Of Ages" und „Photograph" geben DEF LEPPARD nochmal alles. Mir hat der Gig sehr gut gefallen, auch wenn sich das Publikum zwischendurch eine Auszeit genommen hat. Ich kann noch nicht einmal sagen, warum das so war. Vielleicht zu viele ruhigere Songs hintereinander oder einfach die Tatsache, dass die meisten Fans jetzt schon zwölf Stunden Festival in den Knochen hatten? 

Da ich jedes Jahr für mich eine „Battle der Headliner" ausrufe, bin ich gespannt, wie DEF LEPPARD am Ende im Vergleich zu MÖTLEY CRÜE und JUDAS PRIEST abschneiden. (Setlist DEF LEPPARD: Drop! Drop! (Till You Drop), Animal, Let It Go, Foolin, Promises, Paper Sun, Love Bites, Armageddon It, Bass Solo, Rock On (David Essex Cover), Two Steps Behind, Rocket, Bringing On The Heartbreak, Switch 625, Hysteria, Let's Get Rocked, Pour Some Sugar On Me. Encore: Rock Of Ages, Photograph)

Trotz fortgeschrittener Stunde und der Tatsache, dass es langsam richtig kalt wird, halten mehr als 10.000 Fans vor der Rock Stage aus, um sich um 00:30 h GHOST reinzuziehen. Gespannt darf man auch deshalb sein, da die Band ihren Sänger Papa Emeritus II kurz vor dem Festival gefeuert und durch ... Achtung ... Papa Emeritus III ersetzt hat. Die Band ist in Schweden eine echt große Nummer, landete mit ihrem letzten Album „Infestissumam" auf Platz #1 der lokalen Charts und heimste Gold ein. Dementsprechend laut ist es auch, als die maskierten Musiker die Band betreten. 

Das Bühnenbild ist Kirchenfenstern nachempfunden und die Bühne selbst wird in blaues Licht gehüllt. „Genesis" macht den Anfang, und auch wenn es zum ganzen Konzept passt, finde ich ist zu wenig Bewegung auf der Bühne. Papa Emeritus III schreitet zwar ab und zu mal von links nach rechts, aber die Musiker, die sich übrigens alle The Nameless Ghoul nennen, stehen ziemlich steif in der Gegend rum. Musikalisch machen GHOST aber auf alle Fälle Spaß. 
(Setlist GHOST: Genesis, From The Pinnacle To The Pit, Ritual, Prime Mover, Majesty, Con Clavi Con Dio, Death Knell, Cirice, Stand By Him, Elisabeth, Satan Prayer, Year Zero, Absolution. Encore: If You Have Ghosts, Monstrance Clock)

 

Freitag 05.06.2015

Same procedure as every day, also stehen wir bei strahlend blauem Himmel pünktlich um 12:00 h vor der Sweden Stage, um uns DARE anzusehen. Der ehemalige THIN LIZZY Keyborder Darren Wharton hat mit Gitarrist Vinny Burns wieder seinen alten Gitarristen und Kumpel ins Line Up geholt, mit dem er die ersten beiden DARE Alben "Out Of The Silence"(1988) und "Blood From Stone"(1991) eingespielt hat. Schön, die beiden wieder zusammen auf der Bühne zu sehen. 

Mit „Sea Of Roses" und "Storm Wind" starten DARE, und obwohl besonders der Opener eher ruhig angelegt ist, kommt sofort Bewegung in die Menge vor der Bühne. Bei dem THIN LIZZY Cover „Emerald" (eigentlich ein fetter Rocksong, von DARE aber eher als Ballade interpretiert) krieg ich eine fette Gänsehaut. Die ersten THIN LIZZY Shirts werden im Publikum hochgehalten. 

Aber auch die alten DARE Songs wie "Abandon" und "Into The Fire" haben genug Punch, die Meute in Bewegung zu halten. Die nächste Gänsehaut gibt es bei „King Of Spades", das Darren Wharton Phil Lynott gewidmet hat. "Return The Heart" schließt einen tollen Gig einer hochmotivierten und absolut symphatischen Band ab. So kann der Tag weitergehen. (Setlist DARE: Sea Of Roses, Storm Wind, Where Darkness Ends, Beneath The Shining Water, Emerald (Thin Lizzy Cover), Wings Of Fire, We Don't Need A Reason, Abandon, Into The Fire, The Raindance, King Of Spades, Return The Heart)

Eine fette Ladung Southern Rock bekommen wir dann auf der Festival Stage von MOLLY HATCHET um die Ohren geblasen. Die Band habe ich noch nie schlecht gesehen und auch heute geben die Jungens aus Jacksonville Vollgas. Der Sound schwächelt bei „Whiskey Man" und „Outlaws" noch etwas, klingt von meinem Standort aus etwas matschig, wird aber spätestens bei „Gator Country" erheblich besser. Der Band scheint es nichts auszumachen, dass sie in der prallen Mittagssonne steht, sie macht erst gar keinen Versuch, sich im Schatten zu verstecken. Ok, sie kommen aus Florida und sollten solche Wetterbedingungen gewohnt sein. Erwähnen wollte ich es trotzdem, weil wir das in den letzten Jahren auch schon anders gesehen und Bands sich in den Schatten verkrochen haben. 

Nicht so Gitarrist Bobby Ingram und Sänger Phil McCormack, die ständig versuchen, so nah wie möglich an die Fans zu kommen. Dazu passt, dass Phil nach dem Gig ganz entspannt übers Festivalgelände schlendert und nicht müde wird, sich mit jedem, der es möchte, fotografieren zu lassen. Meine Faves der Show sind „Son Of The South" und „The Journey". Daumen hoch, Jungens, mal wieder ein sehr sympathischer Auftritt. Bei dem Gig fällt dann auch richtig auf, dass der Catwalk ins Publikum um einen halben Meter abgesenkt wurde. Coole Aktion, denn gerade die treuen Fans in der ersten Reihe sehen jetzt erheblich mehr von ihren Helden.

Und dann habe ich mich fürchterlich in der Running Order verguckt, denn anstatt mir im Rockklassiker Zelt das Akustik Set von EVERGREY anzusehen, stehe ich vor der 4Soundstage für ROCK GODESS. Wer die Uhr lesen kann, ist definitiv klar im Vorteil. Jodie und Julie Turner und Tracey Lamb geben zwar alles und rocken ordentlich ab, können aber nachträglich meinen Ärger über meine eigene Dummheit nicht wettmachen. Trotzdem bleiben mit „Flying To See You", „This Is The Day" und das als Zugabe gespielte "Heavy Metal Rock 'n Roll" bei mir hängen.

Um 17:30 h entern DOKKEN, auf die ich mich auch sehr gefreut habe, die Rock Stage. Der gute Don kommt mir etwas gelangweilt vor, trotzdem ist der Gig ok, vor allem weil sie wirklich ein Best-Of Programm am Start haben und weil Gitarrist John Levin mit seiner Bühnenpräsenz vieles rausreißt. Die Stimmung vor der Bühne ist trotzdem gut, ich denke aber mit einem etwas agileren Don Dokken hätte die Band mehr aus den Fans herauskitzeln können.
 (Setlist DOKKEN: Kiss Of Death, The Hunter, Dream Warriors, Breaking The Chains, Alone Again, Too High To Fly, Guitar Solo, Paris Is Burning, It's Not Love/All Right Now, Just Got Lucky, Into The Fire, In My Dreams, Tooth And Nail)

Die Schotten GLORYHAMMER rocken danach das Rockklassiker Zelt. Von dem Elan des Sängers Thomas Winkler hätte sich der gute Don mal lieber eine Scheibe abgeschnitten. Die Bühne hat vielleicht nur ein Viertel der Größe der Rockstage, aber Thomas macht hier mehr Meter in einem Song, als Don Dokken während des ganzen Konzertes. 

Vom ersten Song „The Unicorn Invasion Of Dundee" bis zum letzten Titel „Wizards!" geben die mittelalterlich kostümierten Rocker Vollgas und offensichtlich haben sie ihren kompletten Fanclub im Zelt, denn zum Refrain jedes Songs sing die Meute im gut gefüllten Zelt lautstark mit und reckt die Fäuste in die Luft. Hier hat eine Band wirklich Werbung für sich gemacht. 
(GLORYHAMMER haben auch noch gespielt: Quest For The Hammer Of Glory, Magic Dragon, Hail To Crail, The Epic Rage of Furious Thunder und Angus McFive)

Weiter geht es zu WOLF, die die 4 Soundstage in Schutt und Asche legen. Was für ein fetter, brachialer Sound und was für eine geniale Show. Die Norweger halten sich nicht mit langen Ansagen auf, sondern hauen getreu ihrem Motto "Real Metal For Real Bastards" ihre Songs raus. Schwerpunkt der Setlist ist das aktuelle Album "Devil Seed" von 2014. Was neben den klasse perfomten Songs auffällt, ist das Stageacting von Niklas, Anders und Simon. Die Saitenfraktion posed wie die Weltmeister und freut sich offensichtlich sehr über die überschwenglichen Reaktionen. (Setlist WOLF: Overture in C Shark, Shark Attack, The Bite, Skeleton Woman, My Demon, Voodoo, Hail Caesar, Evil Star, Skull Crusher, Children Of The Black Flame, Venom, Speed On)

Da in diesem Jahr nicht so viele deutsche Bands am Start sind, ist der Gig von MAD MAX im Rockklassiker Zelt Pflicht. Michael Voss, Jürgen Breforth, Roland Bergmann und der 2011 zurückgekehrte Drummer Axel Kruse halten die deutschen Farben hoch und machen Werbung dafür, im nächsten Jahr vielleicht wieder ein paar mehr Landsleute nach Schweden zu holen. Der hochmotivierte Auftritt hätte gerne auch ein paar mehr Leute ins Zelt locken können, obwohl es eigentlich ordentlich gefüllt ist. Da zu der Zeit aber nur eine andere Band spielte, habe ich mit mehr Zulauf gerechnet. Ich habe nicht mitgeschrieben, aber an „Burning The Stages", „Wait For The Night" und „Night Of Passion" meine ich mich erinnern zu können.

Bei den BACKYARD BABIES weiß man dann wieder, was man bekommt: Von der ersten bis zur letzten Minuten schweißtreibende Bühnenaction, gepaart mit megafetten Riffs. Im Vergleich zu den letzten Jahren kommt es mir vor der Bühne immer voller vor, obwohl die gleiche Anzahl an Tickets verkauft wurden. Und das gute Wetter scheint die Fans noch mehr anzustacheln, denn auch die BACKYARD BABIES werden ab den ersten Klängen von „Th1rte3n Or Nothing" gepushed bis zum Abwinken.

Besonders Gitarrist Andreas Tyrone Svensson, besser bekannt als Dregen, dreht mächtig auf. Man merkt der Band kaum an, dass es der erste gemeinsame Auftritt seit 2010 ist. Oder vielleicht klingen sie gerade deshalb so frisch und teilweise räudig, weil sie wieder richtig Bock haben. Der Mittelteil mit „Abandon", „People Like People Like People Like Us", „Made Me Madman" und „Ghetto You" zeigen ganz besonders die Qualitäten der Schweden. Ich hoffe, ich muss jetzt nicht mehr fünf Jahre bis zum nächsten Gig warten.
(Setlist BACKYARD BABIES: Th1rte3n Or Nothing, Highlights, The Clash, Powderhead, U.F.O. Romeo, Brand New Hate, Dysfunctional Professional, Abandon, People Like People Like People Like Us, Made Me Madman, Ghetto You, Roads, Star War, A Song For The Outcast, Heaven 2.9, Nomadic, Bombed (Out Of My Mind), Look At You. Encore: Saved By The Bell, Minus Celsius)

Und dann wird es wieder richtig voll vor der Festival Stage, denn der zweite große Headliner MÖTLEY CRÜE will den eher schwachen Eindruck von 2012 wieder wett machen. Hoffe ich zumindest, denn außer dem Schlagzeug-Spektakel von Tommy Lee im Looping waren die Jungens aus L.A. damals eher ein laues Lüftchen. Das Intro läuft, die Arme der Fans sind oben und Vince Neil, Nikki Sixx und Mick Mars stürmen mit „Saints Of Los Angeles" auf die Bühne.

Worauf man sich bei MÖTLEY CRÜE immer verlassen kann, ist eine geile Bühnendeko: Viele Pyros, viel Licht, viel Rauch, also Champions League. Allerdings ist das, was Vince Neil stimmlich zum besten gibt, nicht mal zweite Liga. Er trifft kaum einen Ton. Dass sein Mikro mehrfach ausfällt, ist ja nicht seine Schuld, aber wenn was durchkommt, ist es einfach nur schlimm. Nikki Sixx, sonst ein Aktivposten auf der Bühne, scheint auch mit gebremstem Schaum zu spielen. Mick Mars bewegt sich aufgrund seiner Krankheit eh nie so viel, ist also im Normalbereich, und Tommy Lee beackert sein Schlagzeug wie das Tier aus der Muppet Show. Leider klingt seine Bassdrum dabei total hallig. 

Irgendwie ist da heute völlig der Wurm drin. Und das ist sehr schade, weil es a) die letzte Tour der Band sein soll und b) die Setlist einfach megageil ist. Alle meine Faves sind am Start, zum Beispiel „Looks That Kills", „Too Fast For Love", „Too Young To Fall In Love" oder „Kickstart My Heart". Alles Songs, die man am ersten Riff sofort erkennt. Heute dauert es mehrere Sekunden, bis man den Song identifizieren kann. Da nutzen dann auch meterhohe Feuersäulen, die in den Nachthimmel von Norje geballert werden, nichts. Um ehrlich zu sein bin ich nach der Zugabe „Home Sweet Home" fast froh, dass es vorbei ist. So möchte ich diese Band mit den vielen genialen Songs wirklich nicht in Erinnerung behalten. 

Die Reaktionen der Fans lassen im Verlauf des Gigs auch  immer mehr nach und etliche wandern auch schon vor der Zugabe ab, was meine Einschätzung im Grunde auch bestätigt. Im Battle der Headliner liegt somit DEF LEPPARD ganz klar vorne. (Setlist MÖTLEY CRÜE: Saints Of Los Angeles, Wild Side, Primal Scream, Same Ol' Situation, Looks That Kill, On With The Show, Too Fast For Love, Smoking In The Boys Room, Motherfucker Of The Year, Anarchy In U.K, Dr. Feelgood, Shout At The Devil, Don't Go Away Mad (Just Go Away), Guitar Solo, Live Wire, Too Young To Fall In Love, Girls, Girls, Girls, Kickstart My Heart. Encore: Home Sweet Home)

Und für einen solchen Fall macht es sich tatsächlich bezahlt, dass man sich entschieden hat, die Headliner etwas früher anfangen zu lassen, um danach noch zwei oder drei Bands nachzuschieben. So haben H.E.A.T. im Heimspiel auf der Sweden Stage die Möglichkeit, den Tag doch noch rund zu machen und die Fans mit einem Lachen im Gesicht in die Zelte zu schicken. Um 00:15 h gehen die Lichter der Sweden Stage aus und das Intro ertönt aus den Boxen. 

Der ohrenbetäubende Jubel, als die Band zu „Point Of No Return" auf die Bühne rennt, klingelt mit jetzt noch in den Ohren. Sänger Erik Grönwall jagt bangend die Bühne auf und ab, animiert die Meute mal vom linken, mal vom rechten Rand und sucht immer den Kontakt zum Publikum, das trotz des langen Tages ebenfalls nochmal alles gibt. Auch H.E.A.T. legen in der Setlist den Schwerpunkt auf ihr aktuelles Studioalbum „Tearing Dawn The Walls", denn nicht weniger als zehn Songs auf der Setlist stammen vom letzten Output.  Außer „We Will Never Die" und „Eye For An Eye" wird die komplette Scheibe gespielt. 

Die Schweden liefern echt eine Hammer-Show ab, und den kleinen Spuckeunfall von Erik legen wir mal unter „Adrenalinschub" ab. Sound klasse, Show klasse, Songs klasse. Fazit: Alles richtig gemacht. 
(Setlist H.E.A.T.: Point Of No Return, A Shot Of Redemption, Better Of Alone, Heartbreaker, It's All About Tonight, Inferno, The Wreckoning, Tearing Down The Wall, Mannequin Show, Late Night Lady, Beg Beg Beg, All The Nights, Downtown, Enemy In Me, Emergency. Encore: Breaking The Silence, Living On The Run, Laughing At Tomorrow)

 

 

Samstag 06.06.2015

Trotz Nationalfeiertag und der Aussicht, die schwedische Nationalhymne von MUSTASCH gespielt zu bekommen, schaffen wir es heute nicht, pünktlich um 12:00 h auf dem Gelände zu sein. So kann ich mich nur auf die Info verlassen, die mir Freunde gegeben haben, dass es auch in diesem Jahr eine sehr emotionale Angelegenheit gewesen sein soll.

JERUSALEM kriegen wir beim Betreten des Geländes noch so am Rande mit, wir schlagen uns aber direkt zur Festival Stage durch, auf der ACE FREHLEY angesagt ist. Wie zuvor bei SLASH mit den Guns 'n Roses Songs hoffe ich natürlich auch bei Ace auf den ein oder anderen KISS Klassiker. Und Space Ace enttäuscht mich nicht. Seine mittlerweile 65 Jahre sieht man ihm nicht an und er scheint sich wieder richtig gut in Form gebracht zu haben.

Neben den Songs seines Soloalbums „Space Invaders" haut er mit „Rocket Ride", „Parasite", einer ganz fetten Version von „Love Gun", „Gold Gin" und „Deuce" die besagten KISS Klassiker raus, auf die ich mich im Vorfeld schon so gefreut habe. Auch wenn er mit normaler Stimme singt, lässt mich seine Quietschestimme bei den Ansagen mehr als einmal grinsen. 
Alles in allem liefert der alte Recke einen starken Gig ab. 

Ob seine Ex-Kollegen Paul und Gene so glücklich darüber sind, dass er so viele Klassiker zum Besten gibt, ist anschließend bei uns Diskussionsstoff. (Setlist ACE FREHLEY: Rocket Ride (KISS Cover), Gimme A Feeling, Toys, Parasite (KISS Cover), Love Gun (KISS Cover), Breakout, Snowblind, Strange Ways, New York Groove, 2 Young 2 Die, Shock Me, Guitar Solo, Cold Gin, Rip It Out, Deuce)

Kleine Anmerkung am Rande: ELUVEITIE sollten eigentlich zeitgleich mit ACE FREHLEY spielen, hatten aber Probleme bei der Anreise und haben jetzt die Arschkarte gezogen und müssen um 22:30 h zeitgleich mit JUDAS PRIEST spielen.

Danach geben wir uns MOTHER'S FINEST, obwohl ich mit der Band nie richtig warm geworden bin. Aber ich habe mir sagen lassen, dass man Joyce Kennedy und ihre Jungens einmal live gesehen haben muss. Und ich muss zugeben, dass die Band ein ziemliches Spektakel aufführt und die Dame über eine saumäßig starke Stimme Livestimme verfügt. Bevor ich aber jetzt über Sachen rede, von denen ich keine Ahnung habe, hier für alle Interessierten die Setlist der Band: Angels, Burning Love, Truth'll Set You Free, Can't Fight The Feeling, Cling To The Cross, Niggizz Can't Sang Rock'n Roll, The Wall, Shut Up, She Ready, Baby Love, Mickey's Monkey, Piece Of Rock. Encore: My Badd.

AVATAR machen danach das Rocklassiker Zelt unsicher. Ihr Melodic Death Metal kommt bei den zahlreichen Fans im Zelt gut an, und ihr Hang zur Theatralik offensichtlich auch. Mit mittlerweile fünf Studioalben im Rücken können die Schweden songtechnisch aus dem Vollen schöpfen. „Hail To Apocalypse", „Smells Like A Freakshow", "Let It Burn" und "Vultures Fly" machen Spaß und Lust auf mehr. Leider ist die Spielzeit von 45 Minuten zu schnell vorbei.

Und dann wird es wieder sentimental, da mit REFUGE nicht nur die zweite deutsche Band im Rockklassiker Zelt spielt, sondern bekanntlich auch die Urbesetzung von RAGE. Und RAGE habe ich damals rauf und runter gehört. Bassist und Sänger Peavy Wagner, Gitarrist Manni Schmidt und Drummer Christos Efthimiadis legen mit einer Spielfreude los, als wären sie wieder im Jahr 1988. "Firestorm" kommt sowas von geil, dass es selbst im Fotograben schwer wird, die Kamera ruhig zu halten. 

Mannis Posing auf der Bühne hat echt was, vor allem seine Grimassen. Immer wieder ein Spaß, die Band zu fotografieren. Gitarrenkabelprobleme werden ebenso locker weggesteckt wie kurz danach das Auswechslen des Basskabels im laufenden Betrieb. Die Jungens haben einfach viel zu viel Spaß, um sich mit solchen Nichtigkeiten abzugeben.

Und das überträgt sich auch aufs Publikum, in dem es eine Fraktion extremer Hardcore RAGE Fans zu geben scheint, denn alle Songs werden mitgegrölt. „Solitary Man", "Nevermore" oder „Enough Is Enough", der Spaßpegel will einfach nicht sinken. Viel zu früh ist mit „Refuge" Schluss. Schade, in der Form und mit der Lockerheit hätte ich mir die Band noch zwei Stunden geben können. (Setlist REFUGE: Firestorm, Solitary Man, Nevermore, Death In The Afternoon, Enough Is Enough, Invisible Horizon, Light Into The Darkness, Shame On You, Baby, I'm Your Nightmare, Don't Fear The Winter, Refuge)

Kontrastprogramm pur, den nach dem Metalbrett von REFUGE wird es wieder eher funkig auf der Rock Stage.EXTREME waren aber genauso wenig meine Band wie MOTRHER'S FINEST. Das lag aber wahrscheinlich weniger an der Musik als an der Tatsache, dass ich Sänger Gary Cherone trotz seiner nachweislich guten Stimme und seiner agilen Bühnenpräsenz irgendwie immer scheiße fand. Gitarrist Nuno Bettencourt konnte dagegen bei mir schon immer mit seinem filigranen Spiel punkten. 

Allerdings muss ich meine Meinung etwas revidieren, denn die Show von EXTREME ist allererste Sahne. Live haben die Songs viel mehr Punch als auf den Alben, und Gary Cherone erweist sich nicht nur als guter Entertainer, sondern mit seinen Ansagen als absolut sympathische Erscheinung. Ständig flirtet er mit dem Publikum, ist immer in Bewegung und holt alles aus sich heraus. (Setlist EXTREME: Decadence Dance, Li'l Jack Horny, Comfortably Dumb, Rest In Peace, It (s a Monster), Kid Ego, Play With Me, Midnight Express, More Than Words, Cupid's Dead, Take Us Alive, Am I Ever Gonna Change, He-Man Woman Hater, Hole Hearted, Crazy Little Thing Called Love, Get The Funk Out)

Auf den dritten Headliner JUDAS PRIEST bin ich mehr als gespannt, war doch ausgerechnet Metal God Rob Halford bei den letzten Touren ziemlich unsicher und zurückhaltend. Und außerdem ist es noch nie so leicht gewesen, den Battle der Headliner zu gewinnen, da DEF LEPPARD zwar gut aber nicht genial waren und MÖTLEY CRÜE völlig verkackt haben. 

Wenn ich jetzt mal nur die Reaktionen beim einsetzenden Intro vergleiche, liegen PRIEST ganz klar vorne. Alle Hände bis weit hinter den Soundturm gehen nach oben und die "Priest, Priest, Priest!" Sprechchöre werden lauter. 

Der Vorhang fällt und die NWoBHM Legende knallt ein unglaublich starkes „Dragonaut" ins Publikum. Der Sound ist brillant, laut und glasklar. Glenn Tipton und Ian Hill sind ja noch nie Bewegungsmonster gewesen, dafür sind Richie Faulkner und, man höre und staune, Rob Halford umso aktiver. Auch wenn seine Screams bei „Metal God" nicht mehr ganz so hoch sind wie früher, zeigt sich Rob Halford in blendender Verfassung. Ich habe ihn schon lange nicht mehr so locker und aktiv auf der Bühne gesehen. Ich meine sogar, ihn mehrfach leicht rennen gesehen zu haben. Auch dass er so häufig während des Singens an den Bühnenrand kommt und nicht über seinem Teleprompter steht, freut mich ungemein. 

Die Songs werden alle visuell auf der riesigen Videowand mit Videos untermalt, was sehr gut kommt. Dass JUDAS PRIEST mit „Dragonaut", „Halls Of Valhalla", „March Of The Damned" und „Redeemer Of Souls" vier Songs vom aktuellen Album spielen und sich nicht nur auf ihren Backkatalog voller Klassiker verlassen, beeindruckt mich ebenfalls, auch wenn dadurch vielleicht der eine oder andere meiner Lieblingssongs aus der Setlist fliegen musste. Und vor allem „Halls Of Valhalla" kommt live sowas von geil, dass ich das durchaus verkraften kann. 

Den Briten gefällt es offensichtlich sehr, wie die Fans vor der Bühne abgehen, denn Glenn und Ian grinsen sich ständig an und auch Drummer Scott Travis, der die Songs mit seinem straighten Drumming nach vorne schiebt, kann man auf der Videowand öfter als früher grinsen sehen. Zu „Hell Bent For Leather" kommt Rob Halford standesgemäß mit einer fetten Harley auf die Bühne und fährt sie bis an den vordersten Rand des Catwalks, wo das Volk förmlich ausrastet. 

Als die Band zur ersten Zugabe zurückkommt, fragt Halford nur: "What do you want to hear?" und ein tausendkehliges „PAINKILLER!" schallt ihm entgegen. "Living After Midnight" wird dann noch einmal lautstark mitgesungen und bildet den Abschluss eines denkwürdigen JUDAS PRIEST Gigs, der für mich der Beste seit vielen, vielen Jahren war. Zudem hat heute niemand den Platz vorzeitig verlassen, was JUDAS PRIEST zum klaren Sieger im Vergleich der Headliner macht. 

(Setlist JUDAS PRIEST: Dragonaut, Metal God, Devils Child, Victim Of Changes, Halls Of Valhalla, Love Bites, March Of The Damned, Turbo Lover, Redeemer Of Souls, Beyond The Realms Of Death, Jawbreaker, Breaking The Law, Hell Bent For Leather. Encore: (The Helion) Electric Eye, You've Got Another Thing Coming (incl. Guitar Solo). Encore 2: Painkiller, Living After Midnight)

Fazit: Wie in jedem Jahr kann man die Organisation beim Sweden Rock Festival nur als absolut vorbildlich bezeichnen. Alles läuft ganz entspannt in geregelten Bahnen, die Security ist stets freundlich, hilfsbereit und ansonsten unauffällig. Vor jeder Bühne, die gerade nicht bespielt wird, ist sofort ein Aufräumtrupp unterwegs, und ständig schlendern Mitarbeiter übers Gelände, die sich um die Fans kümmern, die offensichtlich nicht mehr stehen können und orientierungslos herumstolpern. Die Toiletten sind mittlerweile in großer Anzahl an die Kanalisation angeschlossen und die Dixies sind zwar am Ende des Tages gut gefüllt, laufen aber nie wie bei anderen Festivals über.

Durch die Anordnung der Bühnen kommen sich die Sounds nie ins Gehege, und die Akustik ist bei allen Stages vorbildlich. Da bei der 4Soundstage und der Sweden Stage der Platz fürs Publikum auch noch leicht nach hinten ansteigt, haben auch kleinere Menschen immer eine gute Sicht aufs Geschehen. Auch das wieder in einer größeren Version eingeführte Rockklassiker Zelt kommt bei den Fans super an. Von daher an dieser Stelle ein ganz dickes Lob und Kompliment an das Orga-Team für die erneut starke Durchführung dieses Events.

Musikalisch gab es in diesem Jahr zumindest für mich nur zwei echte Enttäuschungen: der gelangweilte Auftritt von Don Dokken und die peinliche Vorstellung von MÖTLEY CRÜE. 
Ab jetzt werden die Tage gezählt bis zum SWEDEN ROCK 2016. 

 

MM ( Mario Manteufel LetsRockRadio)

ROCK am RING 2015 läßt es MENDIG  Rocken

 

Rock am Ring wird 30, zum ersten Mal findet das Riesen-Festival in Mendig statt. Das neue Gelände und das Wetter machen es dem Festival zum Start nicht leicht, die Bands sind derweil bester Laune.

 

DER FREITAG BEI ROCK AM RING 2015

 

5. Juni 2015, Flugplatz Mendig

 

Dicke schichten Sonnenmilch sollen uns schützen, am Ende sind die meisten trotzdem krebsrot – es ist brüllheiß in Mendig, der Sommer ist pünktlich zum 30. Geburtstag dieses Mega-Festivals Rock am Ring eingetroffen. Die neue Location hat anfangs nicht alle jubeln lassen. Die Campingplätze sind zu schnell zu voll, die Wege vom Parkplatz machen einem den Transport von Gepäck ziemlich schwer. Ein solches Mammut-Festival wie Rock am Ring mit rund 80.000 Besucherinnen und Besuchern zieht eben nicht einfach mal so auf ein neues Gelände. Neue Campingplätze werden erschlossen und mehr Wasserstellen geschaffen, irgendwie klappt dann doch alles.

 

Die meisten lassen sich die Laune aber nicht verderben, das hier ist Rock am Ring und für viele so was wie der Sommerurlaub, das Event, auf das man sich ein ganzes Jahr im Voraus freuen kann. Das Line-up bietet am heutigen Freitag auch Grund zur Freude, denn die Bands haben Bock.

 

Am frühen Nachmittag betritt Marek Lieberberg die Hauptbühne und begrüßt seine Gäste. Er bittet noch einmal um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten der vergangenen zwei Tage und bedankt sich beim Ort Mendig für die Unterstützung. Auch der Bürgermeister kommt kurz zu Wort und dann kann es endlich losgehen mit der Musik.

 

Die Donots eröffnen das Festival und haben gleich drei Schlagzeuger auf der Bühne, Unterstützung gibt’s von Vom Ritchie (Die Toten Hosen) und Flo Weber (Sportfreunde Stiller) sind dabei. Es gibt ein paar neue Songs (erstmals auf Deutsch), ein paar alte Hits (die noch auf Englisch) und trotz der prallen Sonne ist es proppenvoll vor der Hauptbühne. Ein schöner Start für Rock am Ring.

 

Bummelt man über das neue Gelände, fällt vor allem die Kirmes direkt auf. Wer mag, kann zwischen den Konzerten eine Runde Kettenkarussell fahren oder sich das Festival aus dem Riesenrad anschauen. Auch eine Art Museum gibt es auf dem Festivalgelände: Eine Bauzaun-Galerie zeigt die Line-ups der vergangenen Jahre. Schönster Headliner: Eros Ramazotti, 1991.

 

Mit Bad Religion betreten die Elder Statesmen des Punkrock die Bühne, in diesem Jahr feiern sie ihr 35. Jubiläum. Äußerlich ist Sänger Greg Graffin sichtlich ergraut, sieht aus wie ein gutherziger Sitcom-Daddy. Als die Band loslegt ist aber trotzdem sofort klar: Handzahm sind sie nicht geworden, die alte Energie ist immer noch da. Die Setlist  ist ein Ritt durch die Diskographie, von »Conquer The World« über »Suffer« bis »Department Of False Hope«. Eigentlich möchte man tanzend und mitgröhlend die Faust in die Luft recken, hätte die Hitze (von Greg Graffin als „Nice South Californian weather“ bezeichnet) nicht schon alle Energie weggebrannt.

 

Tocotronic beschreiben ihr Publikum später als »das wohl erlesenste dieses Festivals«. Vielleicht haben sie Recht, die Reihen vor der Bühne sind recht dünn besetzt, dafür können die, die da sind, aber auch wirklich jedes Lied mitsingen. Tocotronic bedanken sich mit einer schönen Mischung fast aller Alben »Die Erwachsenen« vom neuen Album ist zu hören, aber auch »Drüben auf dem Hügel«, »Freiburg« und »This Boy Is Toctronic«. Tocotronic spielen eines der schönsten Konzerte des Abends vor dem Sonnenuntergang in der Vulkaneifel.

 

Nach weiteren Konzerten von gut gelaunten Broilers, Yellowcard, Rise Against und vielen anderen wird es nicht nur wegen der späten Stunde dunkel am Himmel. Pünktlich zu den ersten Songs von Marilyn Manson brechen die Wolken auf,  Blitze zucken beeindruckend über den Himmel, der erste Regenguss geht über das Gelände und die Meute flüchtet sich zum Alternatent, wo Body Count gerade die Bühne in Schutt und Asche legen. Wenig später beruhigt es sich wieder, zumindest so lange, dass die Menge vor der Crater Stage Manson lauschen kann. Kaum ist der Rocker von der Bühne, geht die Welt unter. So sieht es zumindest im ersten Moment aus. Die Luft ist so dick, dass man sie mit einem Buttermesser schneiden könnte, dann bricht ein Platzregen los und das Gelände leert sich wie auf Knopfdruck. Alle versuchen, einen halbwegs trockenen Platz zu finden. Dicht an dicht drängen sich die vorher von Hitze geplagten Festivalbesucher unter den Pavillons und erklimmen sogar Tische und Bänke, um Platz für weitere Schutzsuchende zu schaffen.

 

Etwa dreißig Minuten lang schüttet es wie aus Eimern, während der Donner bedrohlich über das Gelände grollt. Der Respekt vor der Naturgewalt treibt viele zurück zu ihren Zelten. Einige Pavillons sind bereits kaputt, Bierdosen poltern über den Platz. Lange ist nicht klar, ob das Late Night Special von Fritz Kalkbrenner überhaupt stattfinden kann, dann betritt Marek Lieberberg die Bühne und verkündet: »Die Show wird stattfinden. Ich stehe hier mit 69 Jahren – ihr könnt hier auch stehen.«

Gleichzeitig warnt er vor einem weiteren Gewittersturm, der gegen drei Uhr nachts losbrechen soll. Um kurz nach zwei betritt Fritz Kalkbrenner dann endlich die Bühne und die Besucher kommen in Scharen zurück, um den DJ zu begrüßen.

 

Tatsächlich bricht es kaum eine Stunde später erneut los, sodass der Gig schließlich doch abgebrochen werden muss – das erste Mal in der 30-jährigen Rock-am-Ring-Geschichte. Mehrere Blitze schlagen in das Gelände ein, mehrere Menschen werden verletzt. Selbst diejenigen, die sicher in ihren Zelten liegen, werden klitschnass und können die Vibrationen des Donners durch Isomatte und Luftmatratze spüren. Ein furchterregendes Erlebnis.

 

DER SAMSTAG BEI ROCK AM RING 2015

 

So war’s: Helene Fischer, Slash und ein Sturm nach dem Sturm

Das Unwetter ist überstanden, auf den Bühnen von Rock am Ring kehrt trotzdem keine Ruhe ein. Der Samstag steht im Zeichen von HipHop und alten Helden.

 

6. Juni 2015, Flugplatz Mendig

 

Auf dem Campingplatz begleitet Helene Fischers »Atemlos« die Aufräumarbeiten nach dem großen Gewitter am Freitagabend. Was für ein hübsches Bild es gegeben hätte, wäre die Schlagersängerin selber vorbei gekommen um nach dem rechten zu sehen. Ist sie natürlich nicht, irgendjemand lässt Fischers Musik aus der Anlage über den Zeltplatz schallen. Von vielen Pavillons sind nur noch Skelette übrig, die werden zu Wäscheständern umfunktioniert, denn einiges muss trocknen nach dieser Nacht. Die gute Nachricht ist: Am Himmel wird es immer heller und später müssen wieder Sonnenmilchtuben rumgereicht werden.

 

Auf der Crater Stage eröffnen Sondaschule das Konzertprogramm des heutigen Tages. Ska-Punk gegen Unwetterfrust, das Aufräumen wird erst mal verschoben, es wird voll und viel getanzt. Ebenso bei Zebrahead, deren Hobby es zu sein scheint, Busen zu signieren. Endlich wieder gute Laune!

 

Bei der Antilopen Gang später sind einige »No Nazis«-Fahnen zu sehen, zu »Beate Zschäpe hört U2« recken die Leute im Publikum Stinkefinger in die Luft.  Bilderbuch und Feine Sahne Fischfilet dürfen ran, bevor das Programm auf der Crater Stage dann komplett in Richtung HipHop umschlägt.

 

Von der Volcano Stage trägt der Wind Takte von »Sweet Child Of Mine« rüber, trotzdem strömen auf einmal unglaublich viele Menschen zur kleineren Crater Stage. Was da los ist? Trailerpark sind los. Die Crew um Rapper Alligatoah zieht Unmengen an Menschen. Man möchte noch rufen »Ey, Slash spielt da vorne einen absoluten Klassiker! Das ist ein großer Moment!« aber das ist jetzt egal, jetzt gibt’s Trailerpark. Die eröffnen ihr Konzert mit einem klassischen Klavier, nur um es dann fröhlich mit der Axt zu zertrümmern. Von wegen, nur harte Rockbands zerkloppen ihrer Instrumente, die HipHop-Truppe kann das auch. Das sitzt, bei dem Anblick bluten unsere Herzen ein wenig.

 

 

Den Andrang auf Trailerpark können nur Kraftklub toppen. Die Band gibt es seit fünf Jahren, dies hier ist bereits ihr viertes Mal Rock am Ring. Kraftklub hatten schon immer den Dreh raus, ihre Fans zum ausrasten zu bringen, aber heute legen sie noch einmal eine Schippe drauf. Sie singen ein Abschiedslied für den Nürburgring (»Meine Stadt ist zu laut«) und fragen: »Könnt ihr nicht mal was anderes rufen als »ausziehen«? Ist Helga eigentlich noch aktuell?«.

 

Danach steht ein weiteres Battle HipHop gegen Rocklegende an: K.I.Z. auf der Crater Stage, The Prodigy auf der Volcano Stage. Wer keinen Wert auf Vollständigkeit legt, kann sich durch den einigermaßen kurzen Weg aber beides zumindest ein bisschen anschauen. Das lohnt sich. K.I.Z. stehen in Uniform auf der Bühne, schwingen Reden irgendwo zwischen überheblichen Gottvergleichen und Aufrufen zum Biertrinken: »Ich sage Bier, ihr sagt?« »Bier!«. Und alle machen mit. Auch der Aufruf zur Wall Of Death (der heute auch schon von der Antilopen Gang und Feine Sahne Fischfilet kam, jeweils ein wenig anders formuliert – von der »Wall Of Love« hin zu einem politischen Battle) ist ein voller Erfolg, vorne rennen alle los.

 

Ein Blick nach rechts lockt aber irgendwann doch rüber, zu krass sieht das aus, was da bei The Prodigy auf der Bühne passiert. Die Lichtshow ist der Wahnsinn, der Bass, die Drums, der Gesang – nicht umsonst wird häufig vor ihren Gigs davor gewarnt, dass es zu Herzrhythmusstörungen kommen kann, der Sound schlägt einem entgegen wie eine Ohrfeige. Die vier Leinwände auf dem Gelände zeigen nicht einfach nur das Bühnengeschehen, sie sind in schwarz-weiß gehalten und mit Effekten bearbeitet, so dass auch hier keine Ruhe einkehrt, sie werden Teil des Bühnenprogramms. Die Band rastet aus, die Lichter wirbeln in allen Farben zum Beat, es wirkt, als würde ein neues Gewitter ausbrechen. Danach ist Ruhe im Karton auf der Volcano Stage. Wer hätte dem auch noch was hinzuzufügen gehabt?

 

Deichkind vielleicht? Ganz Rock am Ring versammelt sich vor der zweiten Bühne, um den gewohnten verrückten Kindergeburtstag inklusive Hüpfburg, Trampolinen und anderem lustigen Schnickschnack nicht zu verpassen. Die Band spielt einen Großteil des aktuellen Albums und das Beste aus den alten. Selten sah man die Menge ausgelassener mitfeiern, als bei diesem phänomenalen Auftritt. Da stört es auch kaum, die Screens neben der Bühne ausgeschaltet sind und man von hinten kaum etwas von diesem Spektakel mitbekommt.

 

Pünktlich zum Auftritt von Marsimoto werden die Bildschirme aber wieder eingeschaltet. Der Rapper im grünen Glitzerkostüm reißt die Aufmerksamkeit des Publikums an sich. Unter großzügigem Einsatz von Nebelmaschinen wird das gesamte Gelände in Rauch getaucht und »alle Augen leuchten green«. Diverse Joints werden gezückt, um dem Weedlingsrapper die passende Kulisse zu seinen Songs zu liefern. Und der Marsianer feuert die Menge so gut an, dass sie trotz der schweren Gliedmaßen noch hüpft, springt und klatscht.. Der Auftritt vergeht wie im Flug, Marsi präsentiert mehrere Songs aus seinem kommenden Album, und als er die Bühne schließlich verlässt, hat die Menge immer noch Bock ohne Ende. Alle Hoffnungen, Deichkind und Marsimoto gemeinsam auf der Bühne »Crash dein Sound« spielen zu sehen, sind damit dahin. Schade.

 

Heute geht’s bei Rock am Ring unter anderem mit Foo Fighters, AnnenMayKantereit und Beatsteaks weiter!

 

DER SONNTAG BEI ROCK AM RING 2015

 

So war’s: Crowdsurfing, Pyrotechnik und Slipknot-Spirit

Wie, schon Tag drei? Es ist Finale bei Rock am Ring, die Geburtstagsparty zum 30. neigt sich dem Ende zu. Und dazu wird in Mendig noch einmal eine Schippe draufgelegt.

 

7. Juni 2015, Flugplatz Mendig

 

Die Klamotten sind nach dem Unwetter Freitagnacht wieder getrocknet, da steht auch schon der letzte Festivaltag vor der Tür. In Mendig scheint die Sonne nicht mehr ganz so erbarmungslos wie an den vergangenen beiden Festivaltagen, was das Pogen zu Eagles Of Death Metal und Godsmack um einiges angenehmer und weniger schweißtreibend macht. Spätestens beim Auftritt von Papa Roach auf der Volcano Stage hat sich das mit dem schweißfrei allerdings schon wieder erledigt. Jacoby Shaddix zieht alle Register und sorgt vom ersten Takt an für wogende Körper in den Massen vor der Bühne. Stagediving ist vorprogrammiert – und  nicht nur bei den Besuchern, auch Jacobi selbst nimmt spontan ein Bad in der Menge, klatscht im Fotograben mit den Fans in der ersten Reihe ab und versprüht dabei gute Laune.

 

Vor der Crater Stage sorgen Parkway Drive und In Flames für Verzweiflung unter den Securities,, so energisch wie sie zum Crowdsurfen auffordern. Ein Mordsspaß für die Fans, ein Kraftakt sondergleichen für die Helfer, die kaum damit hinterherkommen, schweißgebadete Körper über die Wellenbrecher zu ziehen und zurück ins Getümmel zu schicken. Auch bei den Beatsteaks haben die Jungs vor der Bühne einiges zu tun. Die Berliner Rocker haben sich in den vergangenen Jahren – vollkommen zurecht – den Ruf als eine der besten Live-Acts Deutschlands erarbeitet, und obwohl die Stimmung im Publikum fantastisch und die Setlist phänomenal ist, muss man fairerweise zugeben, dass Kraftklub in Sachen Stimmung am Vortag die Nase etwas weiter vorn. Ob sie den Beatsteaks den Ruf streitig machen wollen?

 

Im Anschluss wird es schwierig für die Rock-Fans. Foo Fighters auf der Volcano Stage, Motörhead auf der Crater Stage. Wie zur Hölle soll man sich da denn entscheiden? Muss man in diesem Jahr aber gar nicht zwingend, denn die Wege zwischen den beiden Bühnen sind auf dem Flugplatz relativ kurz, dass man auch bequem hin und her switchen und von beiden Bands etwas mitkriegen kann. Also zunächst zu den Foo Fighters, die einen ellenlangen Catwalk vor der Bühne aufbauen ließen und eine Auswahl ihrer besten Songs zum Besten geben und in den Sonnenuntergang hineinspielen. Während die Menge tobt, schieben wir uns durch zu Motörhead. Die Rocker-Opis locken mindestens genauso viele Fans an. Wie so oft wirkt die Band beinahe gelangweilt angesichts der Tatsache, vor tausenden von Menschen zu spielen, aber wenn man so viele  Bandjahre auf dem Buckel hat wie die Altrocker aus England, fällt es wahrscheinlich schwer, noch aufgeregt zu sein. Vollkommen entspannt, die charismatischen Hüte auf den Köpfen und Kaugummi kauend, machen sie sich ans Werk und sorgen für Nostalgie im Publikum.

 

Noch einmal kurz zurück zu den Foo Fighters, dann steht auch schon das große Finale des Festivals an: Slipknot auf der Crater Stage. Viele Besucher verteidigen schon seit Mittag ihren Platz in der ersten Reihe und um Schlag Mitternacht macht sich das tapfere Ausharren mehr als bezahlt. Die Band hat ihre schönsten Horror-Masken ausgepackt und sorgen für Gänsehaut im Publikum. Einfach unfassbar, was dort auf der Bühne aufgefahren wird. Neben einem schaurig-schönen Maskengesicht in Übergröße, das umrahmt von zwei tanzenden Skeletten als Hintergrund der Bühne dient, stehen auch zwei Schlagzeuge bereit. Wer Slipknot bereits live erlebt hat, ahnt, dass das längst nicht alles war und tatsächlich – die Drums können nicht nur auf zwei, drei Meter Höhe hinaufgefahren werden, sie rotieren dazu auch noch. Spätestens jetzt zeigt sich, dass das Crowdsurfing bei Parkway Drive und In Flames nur eine kleine Aufwärmübung für die Securities war, denn bei Slipknot drehen alle durch. Neben eindrucksvoller Pyrotechnik glänzt die Band auf der Bühne mit einer perfekten Setlist und jeder Menge liebevoller Worte an das Publikum, woraufhin die Gesichtsmasken plötzlich nur noch halb so gruselig erscheinen. Unter anderem bedanken sie sich für den hingebungsvollen Support, der Slipknot in Deutschland immer entgegen gebracht wurde, und versprechen hoch und heilig, dass sie immer wieder gerne zurückkommen. »Spread the Slipknot Spirit!«, fordert Corey Taylor. Und dann gelingt ihnen das Unfassbare: Sie bringen nahezu jeden einzelnen Besucher, der im Umkreis der Bühne sein Unwesen treibt, dazu, sich hinzusetzen und auf Kommando aufzuspringen. Viel zu schnell setzen Slipknot zu einem furiosen Finale samt Pyrotechnik an. Am Ende ist es ein Wunder, dass die Crater Stage nicht abgefackelt wurde. Mit den Worten »Take care of yourself, take care of each other!«, bringen Slipknot die größte Geburtstagsparty des Jahres zu einem gebührenden Abschluss. Eigentlich könnte man auch noch einen Tag dranhängen. Oder auch zwei oder drei, so schön war’s in Mendig.

 

VW ( Valerie Wenzel  LetsRockRadio )

Rock am Ring 2015

 

GEBALLTE LADUNG ROCK ZUM JUBILÄUM VOM 5. BIS 7. JUNI

 

Rock am Ring und Rock im Park mit packendem Line-up

Foo Fighters, Die Toten Hosen und Slipknot als Headliner

Rise Against, Beatsteaks, Kraftklub, Motörhead, und Broilers am Start

Neue Ring  Ära in Mendig

 

Es ist soweit – Die Marek Lieberberg Konzertagentur hat soeben die erste Bandwelle für Rock am Ring und Rock im Park 2015 veröffentlicht. Im kommenden Jahr dürfen sich die Fans u. a. auf die erstklassigen Headliner Foo Fighters, Die Toten Hosen und Slipknot freuen. Die neue Festivalära in Mendig in der Vulkaneifel wird damit  direkt mit einer Premiere eingeläutet, denn Frontmann Dave Grohl wird mit den Foo Fighters zum erstem Mal in der Geschichte von Rock am Ring und Rock im Park zu Gast beiden Zwillingsfestivals sein.

Mit den Toten Hosen konnten zudem gute Bekannte verpflichtet werden, die nach ihrer „Krach der Republik“-Tour im kommenden Jahr nach eine längeren Pause erstmals wieder Konzerte spielen werden.

 

Der Name Slipknot steht für sich. Corey Taylor und seine Band melden sich nach langer Schaffenspause mit ihrer neuen Platte „5: The Gray Chapter“ zurück und werden im Juni 2015 wieder für eine grandiose Show sorgen.

 

Das 30. Jubiläum von Rock am Ring sowie das 20. Jubiläum von Rock im Park wird außerdem mit Acts wie Beatsteaks, Broilers, Donots, Frank Turner, In Flames, Kraftklub, Motörhead, Papa Roach undRise Against gefeiert.

 

Auch Alligatoah ist im 2015 wieder mit am Start – Diesmal jedoch mit seiner Band Trailerpark. Auch auf die Acts Asking Alexandria, Callejon, Lamb Of God, Parkway Drive, Skindred und Turbostaat darf man sich freuen.

Lieberberg hat mit der ersten Bandwelle für unsere Begriffe ein wirkliches Feuerwerk gezündet. Eine gelungene Mischung aus altbekannten und neuen Acts erwartet uns.

Comeback der Hardtickets!

 

Der Ticketverkauf für beide Festivals startet am kommenden Montag 06.10.2014 um 09:00 Uhr. Tickets gibt es dann wie gewohnt ab 160 Euro zzgl. Gebühren und Versand in unserem Ticket-Shop. Achtung: In diesem Jahr werden auch die beliebten Hardtickets wieder angeboten.

Neu bei Rock am Ring 2015 sind die Rock’n’Roll Camping Tickets die das Camping direkt am Festivalgelände inkl. Anschluss an einem Stromverteiler ermöglicht. Auch neu ist das VIP Camping Ticket welches die Möglichkeit bietet in Nachbarschaft der Bühne (inkl. Stromanschluss) zu campen sowie die Benutzung eines Sanitärcamps mit Duschen und wassergespülten Toiletten bietet. Weiter kann man mit dem VIP-Ticket auch den angeschlossenen VIP-Parkplatz nutzen

 

Rock am Ring und Rock im Park finden im kommenden Jahr vom 5. Bis zum 7. Juni 2015 am Flugplatz Mendig in der Vulkaneifel und in Nürnberg statt.

 

 

Offizielle Pressemeldung

„Geballte Ladung Rock zum Jubiläum vom 5. bis 7. Juni
Rock am Ring und Rock im Park mit packendem Line-up
Foo Fighters, Die Toten Hosen und Slipknot als Headliner
Rise Against, Beatsteaks, Kraftklub, Motörhead und Broilers am Start
Neue Ring-Ära in Mendig“

 

Die neue Ära von Rock am Ring auf dem Flugplatz Mendig und das Zwillingsfestival Rock im Park werden mit exklusiven Auftritten von den Foo Fighters und Die Toten Hosen eingeleitet. Die mit Hochspannung erwartete Premiere der Open Air-Saison vom 5. bis 7. Juni 2015 präsentiert zum 30. Jubiläum von Rock am Ring und zum 20. Jubiläum von Rock im Park in Nürnberg eine geballte Ladung Rock. Die Fans erwarten spektakuläre Line-ups u.a. mitSlipknotRise AgainstMotörhead sowie dem Allerbesten, was deutsche Rockmusik zu bieten hat: BeatsteaksKraftklub und Broilers! Weiterhin bereits in der ersten Welle bestätigt:In FlamesFrank Turner And The Sleeping Souls sowie Parkway DriveLamb Of God,DonotsPapa RoachTrailerparkAsking AlexandriaCallejon und Turbostaat.

 

Erstmals bei Ring und Park performen die überragenden Foo Fighters, die hier zwei Jahrzehnte ihrer eindrucksvollen Biografie feiern. Der perfekte internationale Headliner rund um Frontmann Dave Grohl schickt dem Festivalzyklus sein neues Album „Sonic Highways“ bereits im November als musikalischen Lockruf voraus.

 

Als erfolgreichste deutsche Rockband wollen Die Toten Hosen natürlich an den Schauplätzen legendärer Auftritte nicht fehlen. An denkwürdigen Tagen wie diesen möchten sie erneut Zeichen setzen. Die Band hat sich nicht zweimal bitten lassen, als sie gefragt wurde, ob sie das legendäre Rock am Ring-Festival an seinem neuen Standort mit eröffnen wolle. „Wir haben zusammen mit den Fans am Ring grandiose Schlachten geschlagen. Deshalb ist es uns eine besondere Ehre und Freude, bei der Premiere in Mendig  dabei zu sein. Wir versprechen Euch eine laute und schmutzige Party!“, so die Hosen im Hinblick auf ihren Auftritt in der Vulkaneifel.

Ebenso groß ist die Freude auf das nicht minder legendäre Schwesterfestival Rock im Park: „Wir freuen uns auf Nürnberg, eine Stadt, in der es immer aufregend war. Unser erstes Konzert hier fand bereits im März 1983 statt, wir haben in allen möglichen Locations gespielt, waren bei Fortuna-Auswärtsfahrten und auf dem Christkindelsmarkt… Deshalb hoffen wir, dass wir im Sommer 2015 alle gemeinsam mit drei Punkten vom Zeppelinfeld gehen….“

 

Während bei Rock im Park die Geburtstagsparty an gewohnter Stelle auf dem ebenso bewährten wie beliebten Gelände rund um das Nürnberger Zeppelinfeld abgeht, beginnt bei Rock am Ring in Mendig ein neues Kapitel der Geschichte des populärsten deutschen Open Air-Festivals. Der Flugplatz Mendig in der Vulkaneifel ist die neue Heimat von Rock am Ring. Das einzigartige Festivalgelände ermöglicht die Verwirklichung von Zukunftsträumen.

 

Das 190 Hektar große, in die Natur eingebettete grüne Areal schafft Raum für Fan-Enthusiasmus und Festivalinszenierung. Befreit von räumlicher Enge können sämtliche Ringrocker auf dem Flugplatz campen. Lange und umständliche Märsche zum Festivalgelände gehören der Vergangenheit an. Einmal angekommen, ist man da und bleibt hier bis zum letzten Ton.

 

Den Fans in Mendig steht im Publikumsbereich vor zwei riesigen Open Air-Bühnen sowie zwei Zeltbühnen eine Fläche von mehr als 200.000 m² zur Verfügung, ganz erheblich mehr Raum als bei jedem anderen Festival. Großzügige Mixed Zones vor den Camping Areas bieten ausreichend Gelegenheit zum Chillen sowie ein vielfältiges Catering-Angebot. Zusätzliche Anreize schaffen Kunstobjekte, Installationen und diverse Attraktionen.

 

Der Flugplatz ist über die Autobahnen 48 und 61 problemlos und schnell von den Metropolen im Rhein-Main- und Rhein-Ruhr-Gebiet zu erreichen. Leistungsstark ausgebaute Bundesstraßen mit Anbindung an die A48 schaffen perfekte Zufahrten aus Trier, Luxemburg und Frankreich. Lediglich fünf Minuten dauert normalerweise die Fahrt von den beiden Autobahnausfahrten Mendig und Kruft zum Festivalgelände. Ein eigener Bahnhof in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes Mendig ermöglicht eine direkte Anreise mit der Bundesbahn.

Rock in Vienna 2015

 

Kiss feiern Party zum Rock-in-Vienna-Finale

 

Rock ’n’ Roll die ganze Nacht: Party mit den Glam-Rockern Kiss war Samstagabend zum Abschluss des Rock in Vienna angesagt. 25.000 Menschen feierten mit. Die Veranstalter zogen eine positive Bilanz und wollen nächstes Jahr weitermachen.

 

Wer die US-amerikanische Band nicht mag, blieb zuhause. Immerhin 25.000 Menschen feierten lieber mit auf der Donauinsel mit Kiss als sich etwa das Champions-League-Finale anzusehen. Wer weiß, wie oft Kiss nach 42 Jahren Bandhistorie noch in Österreich gastieren.

„We love Osterreich“, sagte Gene Simmons, Bassist, Sänger und Gruselmonster unter den geschminkten Rockern, vor dem Auftritt. „Wir lieben die Geschichte, Gulaschsuppe, Palatschinken und Wiener Schnitzel. Holsteinschnitzel! Das Brot, die Mädchen, alles“, versicherte der 65-Jährige, der Kiss 1973 mit Paul Stanley in New York gegründet hatte, auf Deutsch. Wenig später brannte er mit seinen Kollegen ein 90-minütiges Greatest-Hits-Feuerwerk ab.

 

Der zweite Abräumer am letzten Tag hieß Limp Bizkit. Die Nu-Metal-Überlebenden waren auf dem Festival als Anheizer genau richtig: Riffs, Raps, prollige Texte und eine gestandene Portion Härte kamen bestens an.

 

Gutes Zeugnis der Fans
Die Fans stellten dem Festival insgesamt eine gute Bilanz aus: „Es ist gut organisiert - vor allem die Klos sind super. Voll sauber“, meinte eine Besucherin. Auch der Sound und die abwechselnde Bespielung der beiden Bühnen wurde gelobt: „Es gibt zwar wenig Pausen, aber man verpasst auch nichts“, erklärte ein Kiss-Fan. Die An- und Abreise klappte bei den meisten ebenfalls gut. „Ein paar mehr Schilder, vor allem von der U6 her“, wünschte sich ein Grüppchen. Dafür hielt sich selbst in der Abreise-Rushhour die Wartezeit in Grenzen.

 

Nur die Getränkepreise trieben dem einen oder anderen Gast noch mehr Schweiß auf die Stirn - fünf Euro für ein großes Bier sorgte für ein bisschen Unmut. „Schon teuer, aber das ist bei den meisten Festivals inzwischen leider so“, urteilte ein Besucher. Dafür gab es bei den Toiletten kostenloses Trinkwasser.

 

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden und kündigten eine Fortsetzung des Rock in Vienna im nächsten Jahr an. Ich glaube, dass wir eine sehr erfolgreiche Festivaleinführung hingelegt haben", meinte DEAG (Deutsche Entertainment AG)-Vorstand Detlef Kornett. Und an diese wolle man jetzt auch anknüpfen.

 

Fortsetzung im nächsten Jahr fix


„Vielleicht war es sogar die beste Festival-Premiere seit langem“, so Kornett. Man habe zu 100 Prozent geliefert: „Alle Acts waren da, die Leute sind gut rein und raus gekommen und hatten dazwischen eine richtig gute Zeit“, erklärte er. Gut 25.000 Menschen haben auch am Samstag wieder ihren Weg auf die Insel gefunden, in etwa so viele wie bei Muse am Freitag und gut 5.000 weniger als beim Headliner des ersten Tages, Metallica. Zunächst hatte man noch mit 50.000 Menschen pro Tag gerechnet.

 

„Wir kommen wieder“, bekräftigte Kornett angesichts der Besucherzahlen. Es habe sich gelohnt, Ressourcen in die Hand zu nehmen, um das Konzept zu etablieren. Es gehe um den langfristigen Aufbau - und daher nimmt der Veranstalter wohl auch in Kauf, dass man diesmal noch keinen großartigen Gewinn gemacht hat. „Wir sehen das als Investment“, erklärte der DEAG-Vorstand.

Illegale Getränkeverkäufer angezeigt


Auch die Polizei war auf dem Festivalgelände aktiv. Beamte der Bereitschaftseinheit nahmen am Freitag zwei Männer fest, die ohne entsprechende Genehmigung Getränke verkauft haben sollen. Laut Polizei waren die Männer (22 und 23 Jahre alt) mit einem gemieteten Kastenwagen mit deutschem Kennzeichen angereist und verkauften in großem Stil Getränke in der Nähe des Festivalgeländes. Dass sie dabei weniger verlangten als bei den offiziellen Festivalständen, versteht sich.

Laut Polizeisprecher Roman Hahslinger verlangte das Duo für ein Bier drei Euro. Die beiden Männer wurden angezeigt, die etwa 1.000 Getränkeflaschen und -dosen sichergestellt. Ansonsten lief das Festival bisher sehr ruhig ab. Weder die Wiener Berufsrettung noch die Feuerwehr oder die Polizei hatten am Samstag Meldungen über etwaige Vorkommnisse vorliegen.

Muse und Incubus als Höhepunkte am zweiten Tag.


Am zweiten Tag war das Publikum wesentlich jünger als am ersten Tag. 25.000 Fans kamen auf das Festivalgelände, um mit Incubus und Muse die erwarteten Highlights zu erleben. Muse ließen keine Hymne aus: „Supermassive Black Hole“, „Hysteria“, „Stockholm Syndrome“ und „Time Is Running Out“ standen auf der Setlist der Briten. Für das bisschen Festivalfeeling sorgten dann nicht nur die Spielereien auf der E-Gitarre und die obligatorischen Riesenluftbälle, sondern vor allem auch ein Feuerwerk aus Papierluftschlangen, das auf die ersten Reihen niederging.

 

„Uns macht es immer viel Spaß, auf Festivals zu spielen. Das riesige Publikum und die ganzen anderen Bands“, erklärte zuvor Incubus-Gitarrist Mike Einziger im Interview mit der APA. „Festivals geben uns die Gelegenheit, auch mal eine Stadion-Rockband zu sein“, scherzte er. Da die Band normalerweise eher Einzelshows spiele, sei das eine willkommene Abwechslung.

Am ersten Tag wollten etwa 30.000 Fans Metallica und Faith No More sehen. Das Rock in Vienna will sich in Konkurrenz zu anderen Festivals als „erwachsener“ präsentieren

 

Schwarz-weiße Schweden

Auch The Hives aus Schweden können nicht über mangelnde Popularität klagen. Sie zählen zu den erfolgreicheren Vertretern des Garagen-Rock-Revivals der späten Neunziger und frühen 2000er-Jahre. Im Gegensatz zu manch anderen Kollegen aus jener Zeit werden sie nach wie vor gebucht – vor allem für Sommerfestivals. Dass sie immer noch ihre Gage wert sind, zeigten sie am Freitagabend. Mit ihren schwarz-weißen maßgeschneiderten Anzügen können sich Mods gut identifizieren, jüngere Besucher mit den schnellen Punk-Gitarrenriffs. Sänger Pelle Almqvist, einst mit Pagenschnitt, nun mit Karl-Heinz-Grasser-Mähne, führte wie ein blendend gelaunter Kreuzfahrtanimateur auf einem Luxusdampfer durch das Programm. Da musste auch das – oftmals für seine Trägheit getadelte – Wiener Publikum mit. „Wir lieben jeden Einzelnen von euch, und ihr liebt jeden Einzelnen von uns“, sagte Almqvist – und bereitete die Menge so für die ganz große Hysterie vor, die gleich folgen sollte.

 

Opulente Briten

Die britische Band Muse, bekannt für leidvolle Stimme und opulente Rock-Arrangements mit Elektronik-Einsprengseln, wurde schon vor Beginn ihrer Reise durch das „Supermassive Black Hole“ (Songtitel) gefeiert. Trotz anhaltender Soundprobleme – es war im ersten Drittel viel zu leise – fand der Großteil der 25.000 Besucher Gefallen an ihrer Show. Auch wenn die Songs des neuen Albums „Drones“ eher einen Höflichkeitsapplaus bekamen. Deutlich euphorischer wurden die Luftschlangen, die in den ersten Reihen des Publikums niedergingen, akklamiert.

Auch das Fazit des ersten Rock in Vienna fällt gespalten aus. Ja, Wien hat (endlich) sein eigenes Rockfestival. Die Programmierung – und auch das kulinarische Angebot (Pizza und Panier) – fällt jedoch in die Kategorie „more of the same“. Dabei heißt es doch, Wien sei anders.

 

Rock in Vienna

Premiere. Beim ersten Rock-in-Vienna-Festival auf der Wiener Donauinsel traten 31 Bands – darunter Kiss, Muse und Metallica – auf zwei parallel ausgerichteten Bühnen auf.


Zahlen. Am Donnerstag kamen mehr als 30.000, am Freitag rund 25.000. (Für Samstag standen noch keine exakten Zahlen fest.)


Veranstalter. Die deutsche Konzertagentur Deutsche Entertainment AG (DEAG) steht hinter dem Festival in Wien. 2016 soll die zweite Auflage folgen.


Konkurrenz. Das nächste Rockfestival, das elfte Nova Rock, findet von 12. bis 14. Juni in Nickelsdorf statt. Veranstalter ist Skalar/Nova Music. Im Vorjahr kamen 150.000 Besucher.

 

RW ( Rüdiger Wenzel LetsRockRadio )

Rockavaria 2015

 

Tag.1

Es ist soweit! Der Festivalsommer klopft bereits an die Tür und wir läuten die Saison dieses Jahr mit einem Newcomer Rockavaria ein. Zusammen mit dem Zwillingsfestival „Rock im Revier“ werden hochkarätige Rock- und Metal-Acts aus aller Welt präsentiert. Wir von Festival-Reporter haben uns gestern den ersten Tag des Rockavaria im Olympiapark angeschaut und wollen euch unsere ersten Eindrücke schildern.

 

Für viele Festivalbesucher gehört Zelten dazu und das kann das Rockavaria leider nicht bieten. Dafür musste der Veranstalter im vornherein ordentlich negatives Feedback schlucken. Alle die sich letztlich ein Ticket gekauft haben, wissen jedoch worauf sie sich eingelassen haben. Volle Nahverkehrsmittel gehören genauso dazu wie eine übermäßige Präsenz von Polizei.

Drei Bühnen gibt es auf dem Gelände des Olympiaparks: Das Theatron befindet sich hinter der Schwimmhalle am See und ist eine Freiluftbühne. Da es sich hier um die kleinste Bühne handelt und die Veranstalter sehr frühzeitig bei großem Andrang die Locations sperren, war das Theatron beinahe den ganzen Nachmittag gesperrt. Natürlich wurden immer mal wieder neue Leute reingelassen wenn andere gegangen sind.

Die Olympiahalle ist genau gegenüber vom Theatron und fasst einiges mehr an Besuchern. Auch hier wird am Einlass je nach Andrang reguliert. Das führte allerdings auch wieder dazu, dass die Halle am Ende des Abends ebenfalls voll und gesperrt war. Wer die letzte Band auf dieser so genannten Second Stage sehen möchte, sollte frühzeitig auftauchen. Nach dem Headliner auf der Main Stage noch die letzten Songs in der Olympiahalle anhören wird wohl an keinem Tag drin sein (das betrifft vor allem Airbourne am Samstag und Within Temptation am Sonntag).

Dafür ist laut Ticket der Einlass in das Olympiastadion jederzeit gewährleistet. Im Stadion, wo sich die Main Stage befindet, wird unterteilt zwischen Sitzplätzen auf der Tribüne und der Arena. Ganz im Gegensatz zu den beiden anderen Bühnen, wo freie Platzwahl herrscht, ist man hier an seinen Platz gebunden. Denn mit einer Platzkarte darf man nicht in die Arena, andersrum natürlich genauso.

Schon beim Auftakt zum Wochenende wird es im Lineup kunterbunt und erstklassig. BABYMETAL, eine japanische Newcomer-Band die ihren Stil selbst als „Kawaii“-Metal bezeichnet, bietet peppigen J-Pop gemischt mit Metal dar. Das klingt abenteuerlich, ist es auch. Aber gerade weil es so abgefahren ist machen die drei jungen Künstlerinnen richtig Laune. Das an Star Wars angelehnten Introvideo zog auch die Aufmerksamkeit der letzten Skeptiker an sich und es folgte eine durchweg gelungene Show.

Nach Incubus auf der Main Stage, die eine gute Mischung von neuen und alten Songs zum Besten gaben, warteten viele Muse-Fans auf ihr Highlight. Die Briten lieferten eine gelungene Show ab, die dann leider schon viel zu früh ein Ende fand. Nach Zeitplan wären noch etwa 3 Songs drin gewesen. Voll waren Arena und Tribüne jedoch bei weitem nicht.

Als die ersten Regentropfen fielen, flüchteten einige aus dem Theatron und der Einlass war wieder offen. Kvelertak lieferte wie üblich eine großartige Show für die Fans ab. Über eine Stunde hielten sie die ausharrenden Zuhörer mit ihrem Black’n’Roll im Würgegriff. Mit dem beliebtesten Song Mjød schlossen die Norweger dann das Theatron für den Abend.

Bereits kurz nach Beginn von Limp Bizkit war der Zugang zur Second Stage bereits gesperrt. Zu diesem Zeitpunkt spielten Muse noch ihre letzten Songs und einige hunderte Besucher standen erfolglos am Einlass. Vielleicht war die Location auch einfach nur zu klein für die Band. Generell erscheint eine Verbesserung der Organisation durchaus möglich, auch wenn im Großen und Ganzen für einen ersten Tag alles ganz gut verlaufen ist. Wir sind gespannt auf Tag 2 mit Five Finger Death Punch, Anti-Flag, KISS und vielen mehr! Tickets sind übrigens noch erhältlich!

 

Tag.2

Nach den ersten Highlights am gestrigen Eröffnungstag, versprach auch der zweite Tag einiges an unvergesslichen Momenten mit KISS und 22 weiteren Bands. Eindrücke aus den Auftritten der Bands und ein paar Tipps verraten wir euch in unserer Zusammenfassung des Samstag.

Der Samstag wurde etwas früher eingeläutet als der gestrige Freitag, ab 13:15 trällerte die erste Band im Theatron. Kurz bevor La Dispute loslegten, hatte sich auch schon wieder eine Schlange am Einlass des Theatron gebildet. Jedoch war merkbar, dass sich die Schlange stetig bewegte. Auch zu Anti-Flag, ein recht gut besuchter Auftritt, war es kein Problem in das Theatron zu kommen. TIPP: Wer zu den letzten Songs der Vorband auftaucht, sollte gute Chancen haben seine Band zu sehen. Die Warnungen, das Theatron sei gesperrt, sind deshalb nicht so ganz korrekt.

La Dispute spielten ihre Songs so vor sich hin als wäre das Publikum kaum da. Der Sound war zwar gut, aber die Interaktion mit den Zuhörern war quasi nicht existent. Die darauffolgenden Ikonen des Melodic Hardcore Ignite zeigten dagegen wie das eigentlich funktioniert. Während die Gitarrenriffs in die Menge ballern immer guten Kontakt zum Publikum halten und besonders Sänger Zoli weiß nach über 2 Jahrzehnten einfach wie man uns Zuhörer erreicht.

Five Finger Death Punch (FFDP) brachten dann die Main Stage zum Beben und zeigten, dass der Samstag wesentlich voller war als der Freitag. Da nur die Südtreppe als Zugang zur Arena geöffnet war, staute sich die Masse natürlich auch an dieser Seite vor der Bühne. Die Nordseite war deshalb meist etwas leerer.TIPP: Arena durchqueren und an die Nordseite stellen. FFDP hatten großartige Songs im Gepäck, allen voran war die Masse begeistert von Lift Me Up. Die Amerikaner gaben eine Stunde lang ihr Bestes und die Besucher waren sichtlich zufrieden mit den zarten Klängen die abgeliefert wurden.

Mit Anti-Flag lockten Legenden des modernen Punks  zurück ins Theatron. Wer die Jungs noch nicht live gesehen hat, sollte dies bei nächster Gelegenheit schleunigst nachholen. Dass Stagediving in dieser Location möglich ist, bewiesen die Fans deutlich! Auch die überall zu lesenden Hinweise, dass alle während des gesamten Konzertes sitzen bleiben müssen, waren natürlich hinfällig. Zu schnell verging die Stunde in der es punkig aus den Verstärkern plärrte und Justin gegen alle möglichen Missstände aufrief.

Den Abschluss des Abends machten dann KISS, die über 40 Jahre Musikgeschichte auf die Main Stage brachten. Das fast volle Stadion wurde nicht enttäuscht und mit einem Konzert beglückt wie man es von einer Band dieses Kalibers auch erwartet. Satte Klänge und eine gute Show mit Pyrotechnik ohne Ende. Gene Simmons flog dann noch auf ein Plateau am oberen Ende der Bühne und performte von dort aus einen kompletten Song. Nach dem Konzert hatten die Herren dann erfolgreich einige tausend neue Mitglieder für ihre KISS Army rekrutiert und bedankten sich mit einem kleinen Feuerwerk.

Gleich geht’s in den Endspurt mit großartigen Bands wie Unearth, Faith No More und natürlich Metallica! Laut München Ticket gibt es auch noch Tageskarten für Kurzentschlossene. Also los!

 

Tag.3

Das erste Festival des Jahres neigt sich dem Ende. Mit der gesammelten Erfahrung über das Newcomer-Festival 2015 stellen wir uns einem bombastischen Abschluss mit Metallica, Faith No More, Unearth und vielen weiteren Künstlern aus aller Welt. Nach zwei Tagen mit fantastischem Wetter und ebenso fantastischen Bands, verraten wir euch wie der letzte Tag war. Ach und geht es eigentlich 2016 in eine nächste Runde für das Rockavaria?

 

Bereits am frühen Nachmittag brachten Hatebreed die Main Stage zum Beben. Eine Vielzahl von Liebhaber derben Hardcores traf sich zeitig um eine der bekanntesten Bands des Genres zu sehen. So voll war die Arena zu so manchem Auftritt am späteren Nachmittag der Vortage nicht. Lauter noch als am bisher und mit Veränderungen am Layout der Arena, legte man erste Grundsteine für Veränderung der Organisation.

Die Gallows bespaßten ein ebenfalls volles Theatron im Anschluss. Von vorzeitiger Sperrung an diesem Tag kein Anzeichen. Es scheint als hätten die Veranstalter die Regularien etwas gelockert. Die Briten rockten sich mit viel Freude durch ihre Setliste und hatten auch einige richtig gute neue Songs im Gepäck. Wie immer war die Bewegungsfreude im Amphitheater eingeschränkt, was man allerdings durchaus nachvollziehen kann.

Unearth sollten auch nicht die letzten an diesem Wochenende sein, die nicht so recht wussten was sie zu der Location Theatron sagen sollten. Die sympathischen Amerikaner nahmen es gelassen und erkannten zeitig, dass  das Publikum trotzdem voll dabei war und den sehr gut gelungenen Auftritt genoss.

Gojira knüppelten in der Olympiahalle die letzten Klappsitze zurück in ihre Ausgangsposition. Wer’s kompromisslos hart mag war vor der Bühne nämlich genau richtig. Nach dem souveränen Auftritt der Franzosen wurde es recht leer. Offensichtlich lockten Faith No More schon den ein oder anderen zur Main Stage. Vorher konnte man sich aber noch das Kontrastprogramm des Tages mit Anathema geben. Mit ruhigem und gefühlvollem Rock konnte man beim Auftritt der Briten nochmal schön runterkommen bevor es die letzten Bands so richtig knallen ließen.

Eingebettet in ein Meer aus Blumen und komplett in weiß zeigten sich Faith No More. Das Ganze erinnerte stark an den überzeugendsten Auftritt den eine Sekte jemals hingelegt hat. Aber wer nach über 15 Jahren endlich wieder neues Material live präsentiert und das auch noch so überragend, dem gebührt dieses Lob. Hoffentlich bleiben Patton und seine Mannschaft weiterhin aktiv, eine weitere Karrierepause wird nicht akzeptiert!

Während die Arena fast schon aus allen Nähten platzte, blieb vor dem Headliner des Tages noch genug Zeit um kurz bei den Verrückten von Eskimo Callboyreinzuschauen und zu ein wenig Partymusik abzugehen. In feinster Sommerkluft und mit Stranddeko auf der Bühne, gaben die Rheinländer auch vor der stetig schwindenden Zuhörerschaft ihr Programm mit jeder Menge Elan wieder. Die Jungs wissen einfach, dass keiner eine Chance gegen Metallica hat.

Genau da traf es Dir En Grey besonders hart, denn nahezu parallel zum Headliner zu starten ist immer der undankbarste Slot. Die aus dem fernen Osten angereiste Band brachte dabei jede Menge Abwechslung ins Lineup. Kyos Stimme stieg auf wie ein Engel in den Himmel und schmetterte in Sekundenschnelle zurück in die Untiefen der gutturalen Hölle. Doch nicht nur der musikalische Genremix spielte mit allen Sinnen, auch das verstörende Video als Teil des Bühnenbildes passte perfekt ins Konzept. Die knapp 5 Reihen Dir En Grey-Fans oder eingefleischter Metallica-Hasser hatten aber sichtlich ihren Spaß mit den Japanern, die trotz allem eine großartige Show ablieferten. Fast schon so als wäre die Halle voll gewesen.

Zum großen Finale durfte natürlich auch eine Prise Metallica nicht fehlen. Dieser Meinung waren wohl auch über 40.000 weitere Besucher. Erstmals waren sogar die Sitzplätze fast komplett belegt und die Arena prall gefüllt. Einige auserwählte Fans durften sogar direkt im hinteren Bereich der Bühne stehen, während Hetfield Material aus über 3 Jahrzehnten trällerte. Wer da nicht die eine oder andere Textzeile mitgesungen hat, war da eindeutig fehl am Platze.

Mehr bleibt zum großen Abschluss nicht zu sagen. Die Fans hatten ihren Spaß und der Veranstalter konnte auch feiern. Denn noch während des Metallica-Auftritts schickte der Veranstalter die fröhliche Pressemitteilung herum, dass Rockavaria und Rock im Revier auch 2016 wieder stattfinden werden. Wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr!

 

RW ( Rüdiger Wenzel LetsRockRadio)

Rock im Revier debütiert in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen 2015

 

Rock im Revier debütiert in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen

 

Knapp zwei Monate vor Veranstaltungstermin wurde aus der Grünen Hölle Rock im Revier. Nach Konflikten zwischen Rennstreckenbetreiber Capricorn und Veranstalter DEAG wurde die Großveranstaltung vom Nürburgring in die Arena auf Schalke verlegt. Was brachte der erste Tag mit Headliner Metallica? Und wie viel Festival geht in der Veltins-Arena?

Glück auf! Am letzten Maiwochenende ist Schalke grün, nicht blau und weiß. Das Revier rockt früh los, bereits um 13:15 Uhr spielt die Gelsenkirchener Band  Any Given Day auf der kleinsten Bühne von Rock im Revier.

 

Schleppender Start

 

Auf der größten Bühne des Festivals, kreativerweise Big Stage genannt, tritt kurz danach Kirk Hammets ehemalige Band Exodus als erster Act auf, gefolgt von Hatebreed und Testament . Die Veltins-Arena ist zu diesem Zeitpunkt, sprich am späten Nachmittag, nicht mal zur Hälfte gefüllt. Auch als später Within Temptation  Symphonic-Metal in guter Qualität zu Gehör bringen, ist es kaum voller. An den Niederländern kann es nicht liegen, denn sie liefern eine gute Show.

Um 18:30 Uhr sind dann  Faith No More an der Reihe. Die Amerikaner haben offensichtlich noch beim Floristen vorbeigeschaut, denn die komplette Bühnenfront ist mit Blumen geschmückt. In den weißen Leinengewändern wirken die fünf Musiker ein wenig wie Hare Krishna-Jünger. Etwas entrückt sind sie, aber das Publikum freut sich trotzdem über Songs wie "Epic" und "Easy". Apropos Publikum: Ein Drittel der Halle ist noch leer.

 

Beim Headliner geht das Publikum steil

 

Als der Headliner des Tages auf der Bühne stehen, sind die Sitzplätze sehr gut gefüllt, allerdings ist im Innenraum noch genügend Platz, denn ein Viertel bleibt frei. Dass das bei Metallica passiert, verwundert. Die anwesenden Zuschauer gehen aber ordentlich mit – und haben Glück, denn die Setlist hält einige musikalische Schmankerl bereit, wie etwa Frayed Eyes of Sanity. James Hetfield hält also Wort, als er sagt: "Wir werden heute ein paar Songs spielen, die ihr seit längerer Zeit nicht gehört habt."

 

Der Frontmann ist im Übrigen ein Phänomen, denn er scheint einfach nicht zu altern. Die Resonanz des Publikums scheint sich auf Hetfield zu übertragen, denn er ist sichtbar gut gelaunt.

 

Helden des europäischen Sommers

Dafür hat er auch allen Grund. Der neue Song "Lords of Summer" handelt, laut Hetfield, von der Freude darüber, dass Metallica mit 50 Jahren immer noch als Headliner auf europäischen Festivals spielen. In den USA ist ihnen das nicht vergönnt.

 

Es gelingt ihm und Bandkollege Kirk Hammet sogar, das für englische Muttersprachler nicht ganz so leichte Wort "Gelsenkirchen" fehlerfrei auszusprechen. Und noch mehr: auch die Performance von "The Unforgiven II" glückt. "Hey, we didn’t fuck it up!", sagt Hetfield und wirkt dabei fast etwas verlegen.

 

Vorzeitiger Aufbruch im Publikum

 

Dass die Glückskinder, die direkt auf der Bühne zu Metallica headbangen dürfen, ein Dauergrinsen im Gesicht haben, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden.

Was aber erwähnenswert ist: Als Metallica sich nach zwei Stunden von den Fans verabschieden, ist der Innenraum halb leer. Die Gründe für die vorzeitige Abreise sind nicht klar. Vielleicht wollten die Zuschauer noch rechtzeitig zur Bahn oder auf den Parkplätzen nicht im Stau stehen.

 

Ein Festival ohne Festivalfeeling

 

Bevor die vier Kalifornier (beziehungsweise drei Kalifornier und ein Däne) das Publikum zum Bangen und Moshen brachten, war die Stimmung leicht unterkühlt, genauso wie das Wetter an diesem Tag. Da hat es auch sein Gutes, dass die Arena auf Schalke überdacht ist, zumal es abends regnet.

Es liegt aber nicht nur an der Überdachung, dass keine Festivalstimmung aufkommt. Schon allein aufgrund der Location hat man das Gefühl, man besuche ein Konzert mit mehreren Bands. Wenn es vorbei ist, geht es mit der Tram nach Hause. Bei allem Wohlwollen fällt es schwer, Rock im Revier als Festival zu bezeichnen. Würde sich das an den folgenden Tagen bessern?

Am Samstag ist das Wetter definitiv besser als am Vortag. Das ermöglicht den Zuschauern, Babymetal  im Trockenen anschauen. Die drei Japanerinnen spielen auf der Boom Stage, der zweitgrößten Bühne und der einzigen unter freiem Himmel. Sie sind durchschnittlich 15 Jahre alt und erfuhren erst von ihrem Management, dass sie Metal machen sollen.

Vorher kannten sie nach eigenen Angaben nicht mal das Wort. Stört aber keinen, die abgedrehte Mischung aus Metalriffs und Technobeats und ihre süße und charmante Art stößt zumindest auf Wohlwollen. Eine Metal-Girlband mit Tanz-Choreographien ist mal was anderes.

 

Ein wenig Festivalstimmung

 

The Hives spielen auf der Big Stage. Und es kommt in Ansätzen sogar die gelassene Partystimmung auf, die Festivals eigen ist. "Walk Idiot Walk" und "Go Right Ahead" sind ja auch ein guter Soundtrack dafür. Incubus spielen nach The Hives und verbreiten mit Songs wie "Are You In?" und "Drive" eine entspannte Stimmung, die mit Liedern "Megalomaniac" und "Nice To Know You“ etwas durchbrochen wird, was für Abwechslung sorgt.

Muse, die Headliner des Tages eröffnen um etwa 21 Uhr ihre Show mit dem Opener "Psycho", inklusive Drill Sergeant. Setlist und Video- und Lightshow lassen kaum Wünsche offen. Denen, die da waren, hat es definitiv gefallen. Im Laufe des Tages hielt sich das Wetter, so dass man es am zweiten Veranstaltungstag wagt, das Dach der Veltins-Arena aufzumachen. Im Inneren des Stadions war hingegen noch sehr viel Platz. Selbst bei Muse sind einige Ränge der Sitzplätze frei oder wurden erst gar nicht aufgemacht.

 

Der Regen-Sonntag

 

Am Sonntag dasselbe Bild. Der Unterschied: das Wetter. Es regnet fast den ganzen Tag. Auch wenn man zynischerweise bemerken könnte, dass Regen doch zu Festivals dazugehört: Der Hauch Festivalatmosphäre vom Vortag ist schon wieder verflogen.

Und der verregnete und kühle letzte Tag von Rock im Revier hält einige Änderungen bereit: Der Gig von Dr. Living Dead entfällt, und auf der Hauptbühne gibt es Verzögerungen, da der Aufbau für den Headliner des Tages wohl etwas aufwendiger war als erwartet.

Bevor es aber Zeit für selbigen ist, spielen Judas Priest. Rob Halford zeigt Einsatz und ist stimmlich meist auf der Höhe, aber die hohen Töne, wie etwa bei "Painkiller", bekommt der Metal God nicht mehr hin. Den Leuten gefällt es trotzdem, denn mit Abzügen ist es auch eine gute Show.

 

Züngelnde Zungen zum Abschluss

Der Headliner des Abends sind Kiss und sie spielen in einer halbleeren Veltins-Arena. Die Show der vier Amerikaner erfüllt die Erwartungen: Gefühlt alle paar Minuten explodiert ein Feuerwerk und sämtliche bekannten Songs sind in der Setlist. Zum großen Finale kommt nochmal alles zusammen:  Hits ("I Was Made For Loving You", "Rock'n'Roll all Night"), Feuerwerk, Funkenräder, Konfetti und Flammen, die aus dem Boden schießen.

Paul Stanley und Gene Simmons stehen auf ausfahrbaren Stegen und sind direkt über den Köpfen der Zuschauer. Wie an allen Tagen ist um etwa 23 Uhr Schicht im Schacht und das diesjährige Rock im Revier zu Ende. Eine Fortsetzung für 2016 ist geplant.

 

Durchwachsenes Fazit

Insgesamt 43.500 Besucher kamen nach Gelsenkirchen. Die Verantwortlichen zeigen sich trotz leerer Reihen und Ränge zufrieden. Fans ärgern sich auf Facebook unter anderem über die langen Wege zwischen den Bühnen und über einige Organisationspannen. Es gibt aber auch User, die sich positiv äußern und Verständnis für Fehler zeigen.

 

Metallica lieferten ordentlich ab und begeisterten am Freitag, an dem auch die meisten Leute kamen. Muse konnten sich über sehr gute Resonanz freuen. Kiss boten die Show, inklusive viel Pyro, die von ihnen erwartet wurde. Und trotz geringer Zuschauerzahlen war die Stimmung bei diesen Headlinern gut und das Publikum laut. Abzug gibt es für den Sound, der mitunter zu wünschen übrig ließ, da der Bass zu sehr dröhnte.

 

Publikum in fortgeschrittenem Alter

 

Festivalatmosphäre mochte gar nicht aufkommen. Dies lag zum einen an der Location, denn dass in einem Stadion (Big Stage) bzw. einer kleinen Mehrzweckhalle (Bang Stage) Festivalfeeling aufkommt, ist sehr unwahrscheinlich. Es lag aber auch daran, dass das typische Festivalpublikum Rock im Revier fernblieb. Stattdessen dominierten Besucher, die allem Anschein nach speziell für den Headliner gekommen waren.

 

Das Durchschnittsalter des Rock im Revier-Publikums war um einiges höher als auf den meisten großen Festivals üblich. Hier zeigte sich, dass das Line-up junge Zuschauer offensichtlich nicht ausreichend zu überzeugen vermochte. Auf allen Bühnen war vor Mitternacht Schluss – zu dieser Zeit geht andernorts oft nochmal richtig los auf und vor der Bühne.

 

MM ( Mario Manteufel LetsRockRadio )

Rock im Rivier 2015

 

Rock im Rivier : Kiss, Metallica, Accept, Judas Priest uvm. bestätigt

 

 Unter anderem KISS,METALLICAJUDAS PRIESTACCEPT,TESTAMENTFIVE FINGER DEATH PUNCH,FAITH NO MOREMUSEINCUBUSLIMP BIZKIT und TURBONEGRO werden bei dem Open Air (29. bis 31. Mai 2015) auf die Bühne gehen. Weitere Bands, Infos und Updates zum Festival findet ihr bei Facebook und auf der "Grüne Hölle"-Homepage.

 

Der Ring - Grüne Hölle Rock, das Mega-Festival 2015 jetzt im VVK!

Wenn der harte Rock eine ultimative Party hat, dann heißt sie Der Ring - Grüne Hölle Rock! Ab Donnerstag, den 6. November 2014 um 10 Uhr, sind die Tickets für das neue Rockfestival am Nürburgring Der Ring - Grüne Hölle Rock im Vorverkauf! Vom 29. bis 31. Mai 2015 sind auf den Open-Air-Bühnen des Nürburgrings die drei Mega-Headliner MUSE, METALLICA und KISS sowie hochkarätige Rock-Acts wie FAITH NO MORE, INCUBUS, LIMP BIZKIT, JUDAS PRIEST und viele mehr zu erleben. Der Ring - Grüne Hölle Rock - das ist Adrenalin pur im XXL-Format.

Der Ring - Grüne Hölle Rock hat sie: die besten Rockbands der Welt! Echte Fans dürften bei diesem Line-up schon mit dem Vorglühen beginnen, denn damit findet im Mai 2015 ein Open-Air-Event auf ultimativem Rocklevel statt - ohne Kompromisse! An diesem Frühsommerwochenende lassen die Bands nichts aus, um ihren Fans so richtig einzuheizen. 

 

Die DEAG Deutsche Entertainment AG und die WIZARD PROMOTIONS Konzertagentur GmbH freuen sich als Veranstalter zusammen mit der capricorn NÜRBURGRING GmbH mit Der Ring - Grüne Hölle Rock ein Festival der Rock-Giganten auszurichten, das den Beginn einer Ära markieren dürfte. Die Tickets für die Ausgabe zero gibt es ab sofort für Frühbucher zum Sonderpreis. 

 

Die günstigsten Early Bird Tickets gibt es ab Donnerstag, den 6. November 10 Uhr für 169 Euro (inkl. aller Gebühren, Campen, Parken und 5 EUR Müllpfand) bei Ticketmaster online auf www.ticketmaster.de und über die Hotline 01806 - 999 000 555 (0,20 EUR/Verbindung aus dt. Festnetz / max. 0,60 EUR/Verbindung aus dt. Mobilfunknetz).

Das Multi-Platin-Trio Muse ist Britanniens wichtigste und außergewöhnlichste Rockband der Gegenwart und wird gefeiert für seine spektakuläre Live-Show. Metallica sind die Giganten des Metal und mit über 100 Millionen verkauften Alben eine der erfolgreichsten Rockbands dieses Planeten. Mit den US-Ikonen Kiss, dem Superlativ des Rock, wird das beeindruckende Headline-Triumvirat komplett.

 

Neben diesen Headlinern werden es auch Top-Acts wie Faith No More, Five Finger Death Punch, Incubus, Judas Priest, Limp Bizkit oder Genre-Klassiker wie Accept, Anti-Flag, Exodus, Testament, The Darkness und Turbonegro richtig krachen lassen. Mit weiteren bestätigten Heavy-Rock-Acts wie Arcane Roots, Any Given Day, Emmure, Hang The Bastard, Kissin‘ Dynamite, Orchid und The Picturebooks schafft Der Ring - Grüne Hölle Rock alle Voraussetzungen, das Rockereignis 2015 zu werden. Und dieses musikalische Versprechen gilt nicht nur für das Mega-Event in der Eifel, sondern ähnlich auch für die Partnerfestivals ROCKAVARIA (29.5.-31.5.) der GLOBAL CONCERTS GmbH in München und Rock in Vienna (4.6.-6.6.) der Blue Moon Entertainment GmbH in Wien – beides Gesellschaften der DEAG-Gruppe.

Prof. Peter Schwenkow, Vorstandsvorsitzender der DEAG Deutsche Entertainment AG, freut sich auf ein europäisches Megaevent: „Es war von Anfang an unsere Absicht, unsere internationale Kompetenz und die starke europäische Positionierung des DEAG-Netzwerks zu nutzen, um auch im Festivalsegment Akzente zu setzen. Die spannendsten und besten Bands der Welt in die legendären Festivallocations in Mitteleuropa zu holen – das war das Ziel. Mit Metallica, Muse und Kiss und dem übrigen hochkarätigen Line Up bei Der Ring – Grüne Hölle Rock am Nürburgring, Rockavaria im Münchner Olympiapark und Rock in Vienna in Wien, haben wir dieses Ziel in kürzester Zeit erreicht. Mit den vielen Fans freuen wir uns auf die Bands und einen einzigartigen Sommer 2015!“ 

 

„Bei so einem Event gibt es für die Rockfans nur einen wahren Ring und das ist der Nürburgring. Er ist und bleibt auch weiter das Mekka für Rockfans aus ganz Europa. Die Top-Bands und die Location, die Kultstatus besitzt, sind zusammen einzigartig und werden für die Fans zum unvergleichlichen Erlebnis“ freut sich Carsten Schumacher, Geschäftsführer der CNG. 

Insgesamt wird die DEAG-Gruppe mit ihren Open Airs und Festivals im Sommer 2015 über 775.000 Zuschauer begeistern. Dazu zählen z.B. auch das Festival Rock The Ring der Good News Productions AG mit Top Bands wie Nightwish, Limp Bizkit, Toto, Judas Priest und Alice Cooper sowie die Open Airs auf dem Hockenheimring oder das Stadion-Konzert mit den Toten Hosen in Zürich.

 

DER RING - Grüne Hölle Rock
29.-31.05.2015
Nürburgring

 

Accept
Anti-Flag
Any Given Day
Arcane Roots
Emmure
Exodus
Faith No More
Five Finger Death Punch
Hang The Bastard
Incubus
Judas Priest
KISS
Kissin' Dynamite
Limp Bizkit
Metallica
Muse
Orchid
The Darkness
The Picturebooks
Poets Of The Fall
Testament
Turbonegro
u.v.a.

RockHard Festival 2015

 

Rock Hard Open Air 2015

 

1. Tag Freitag 22.05.

Das RockHard-Festival ist seit Jahren eine feste Institution im Ruhrgebiet. Hier trifft sich alles, was dem härteren Rock und Metal-Bereich zugeneigt ist. Viele sind seit Jahren treue Stammgäste und sofern sich inzwischen Metal-Nachwuchs eingestellt hat, werden die Dreikäsehochs einfach mitgenommen zur großen Familienfeier mit begleitendem hartem Musikprogramm.

Doch bevor die Party am Freitagnachmittag startete, musste man erst an sein Festivalbändchen gelangen. Lange Schlangen überall auf dem Vorplatz des Festivaleingangs verhießen nichts Gutes für die ersten Bandauftritte. Und tatsächlich, die eine Schlange war wirklich die richtige an der man sich einreihen durfte bzw. musste und ausgerechnet dort bewegte sich lange Zeit gar nichts. So vergingen endlose Minuten während Space Chaser drinnen bereits ihr Konzert hatten und auch bald wieder abschlosssen, ohne, dass man dem Ziel überhaupt näher gekommen war. Am Ende dauerte es weit über eine Stunde und die zweite Truppe des Freitages, Architects of Chaoz waren bereits in der Mitte ihres Auftritts, bis man endlich am Schalter war und das Bändchen angelegt bekam - an dieser Organisation gibt es reichlich Verbesserungsbedarf. Verbesserungsfähig ist auch die wie immer prekäre Parkplatzsituation in Gelsenkirchen. Die angeblich kostenfreien Parkplätze in der Umgebung sind auch im dritten Besuchsjahr nicht zu finden, stattdessen wird eifrig abkassiert. Damit hat es sich aber auch schon mit Meckern, der Rest war schlicht großartig und perfekt organisiert.

Die Architects Of Chaoz sind einerseits als neue Band zu bezeichnen, andererseits aber spielen die Musiker seit Jahren zusammen: Es handelt sich um Ex-Iron Maiden-Fronter Paul DiAnno und dessen Touringband, die in den letzten Jahren viel mit ihren Maiden-Klassikern im Gepäck unterwegs waren und nun ein neues Projekt mit eigenen Songs aus der Taufe heben. DiAnno selbst ist schon seit Jahren gesundheitlich schwer angegriffen, hat Probleme am Knie, weshalb er nicht mehr stehen kann und somit auf einem Stuhl auf der Bühne Platz nehmen muss. Dies beeinflusste auf dem RockHard jedoch nicht seine stimmliche Leistung, die schlichtweg grandios war. Die Arena war zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht sehr gefüllt, viele Besucher waren noch anderweitig vorbereitend beschäftigt. All jene verpassten gut gemachten Melodic Metal mit teils hohen Screams und zahlreichen neuen Titeln, darunter When Murder Comes To Town und das bereits vorab veröffentlichte How Many Times. Nach einer Widmung an den vor kurzem verstorbenen Konzert-Fotografen und Ruhrpott-Original Jörg Litges schlossen die Architects den Auftritt gelungen mit einem Maiden-Cover (Killers) ab.

Eine Spur härter ging es im Anschluss mit Flotsam and Jetsam zur Sache, die- wie alle Bands am Freitag- fünf Minuten vor der Zeit anfingen. Das Amphitheater füllte sich allmählich, die Menge kam so langsam in Festivalstimmung bei durchweg trockenem und angenehm warmem Frühsommerwetter. Zu Thrash-Granaten wie I Live You Die, Hammerhead und Desecrator bildete sich so mancher Moshpit während anderswo die Matten ordentlich durchgeschüttelt wurden. Immer wieder aufbrausende Anfeuerungsrufe für Flotsam zeugten vom Wohlwollen des Publikums und auch der Sound war optimal, rundum druckvoll und klar abgemischt: Die Form eines Amphitheaters bietet schließlich schon von sich aus eine sehr gute Akustik, was schon die alten Römer zu schätzen wussten. 

Noch eine Ecke härter trieben es danach God Dethroned, die ihre erste Deutschland-Show nach erfolgter Reunion hatten. Es handelt sich um eine im Death Metal verwurzelte Truppe aus Holland, die aber auch starke Einflüsse aus Black und Thrash-Metal einbezieht und zuweilen gar stärker melodische Passagen haben, was das Zuhören auch für nicht Death-Metal-Fans interessant machte. Insbesondere der Gesang wandelt zwischen Death und Black Metal. Die Nähe zu Letzterem wird nicht zuletzt durch zum Bühnenbild gehörende, fast mannshohe umgedrehte Kreuze symbolisiert. Die Massen vor Ort blieben während des gut einstündigen Auftritts mit unter anderem Soul Sweeper, Boiling Blood und No Man´s Land aber verhältnismäßig ruhig mit nur einem kleinen Moshpit im Zentrum. Gegen Ende wurde mit Sigma Enigma noch God Dethroned´s eigener "Singalong-Song" abgeliefert, der etwas an die melodischeren Stücke von Arch Enemy erinnert.

Stilistisch ganz anders ging es im Anschluss mit Pentagram weiter. Die bis ins Jahr 1970 zurückreichende Truppe um Bobby Liebling hat nie den großen Ruhm erreicht, doch haben Pentagram den Ruf einer Kultband. Ihr Doom-Metal bis Hard Rock klingt heute wie damals und sie sind als eine der großen Inspirationsquellen der zurzeit so zahlreich aufkommenden Retro-Bands anzusehen. Die Parallelen zu den ungleich bekannteren Wegbegleitern des Doom, Black Sabbath, sind unüberhörbar. Man sieht Bobby Liebling den jahrzehntelangen Drogenmissbrauch deutlich an- abgemagert und alt sieht er aus auf der Bühne. Die Haare grau, die Bewegungen hölzern und mit weit aufgerissenen Augen singt er seine Stücke. Mit seiner lila-weißen Garderobe sieht er aus wie direkt aus Woodstock per Zeitmaschine zum RockHard-Festival eingeflogen. Während der hypnotischen Gitarrensolis zum Niederknien spielt er Luftgitarre und gibt komische Tanz- und Mimikeinlagen zum Besten. Stimmlich ist er absolut auf der Höhe, macht aber am frühen Abend einen reichlich benebelten Eindruck, was sich auch in gänzlich unverständlichen Ansagen widerspiegelt. Die Songs wie der Opener The Sign Of The Wolf, Dying World und Petrified sind teils rockig, teils sehr doomlastig und bieten insgesamt ein kurzweiliges Hörvergnügen bei sehr gutem Sound. Eine echte musikalische Bildungslücke, wenn man Pentagram noch nicht gesehen hat!

Nach einer weiteren halben Stunde Umbau, die gerne zum Schlendern über den Metalmarkt, zur Nahrungsaufnahme oder zu Gesprächen mit Bekannten im Biergarten genutzt wurden, war die Zeit des ersten Headliners 2015 gekommen- Venom! Und was das Trio an Show und Sound ablieferte war absolut atemberaubend: Große Pyrobomben und zahlreiche Flammenstöße sorgten nach dem infernalischen Intro im Zusammenhang mit einem mächtigen Sound und pfeilschnellen Metal-Klassikern für ein großes Konzerterlebnis. Unerklärlich nur, weshalb Cronos sich dazu entschied, sein Achselshirt derart hochzurollen, dass der Schwabbelbauch während der ganzen Zeit über seinem Bass hervorblitzte. Die als Begründer des Black Metal und maßgeblicher Einfluss zahlreicher Thrash- und Speedmetal-Bands bekannten Venom haben Anfang des Jahres ein neues Album veröffentlicht, von dem auch einige neue Stücke wie Rise sowie Long Haired Punks vorgestellt wurden. Der Schwerpunkt lag aber natürlich auf den Klassikern wie Die Hard und Countess Bathory gemischt mit neuerem Material wie Antechrist, Hammerhead und Pedal To the Metal. Der Moshpit wurde stetig größer und die RockHard-Besucher bewiesen teils erstaunliche Textsicherheit. Neben den Feuereffekten und einem guten Licht bestand das Bühnenbild aus großen Verstärkerwänden, dem aufs Backdrop gedruckten Venomschädel vom Erfolgsalbum Black Metal sowie zwei großen Pentagrammen im Hintergrund. 
Nach gut 70 Minuten verschwanden Venom zunächst, fanden sich aber zur Zugabe wieder ein, um unter anderem ihren Überkracher Black Metal zu spielen, wobei die Massen tatkräftig mitsangen und erneut prächtige Pyrofontänen vor der Bühne aufstiegen. Beim folgenden In League With Satan gab es ein paar kleinere Tonprobleme. Schließlich ging der Auftritt und damit der erste Festivaltag mit einem weiteren Altwerk, Witching Hour, vom Debütalbum grandios zu Ende. Venom sind wieder da und man muss sie auf jeden Fall erlebt haben!


2. Tag Samstag 23.05.

Der Samstag begann zeitig mit einer vollen Packung Death Metal zum Wachwerden: Deserted Fear aus Thüringen standen nach dem Aufstehen für die Camper bzw. nach der umständlichen Parkplatzsuche für Anreisende, auf dem Programm. Für die Uhrzeit war es erstaunlich voll im Innenraum vor der Bühne, auch wenn das weite Rund des Amphitheaters insgesamt noch spärlich gefüllt war. Death Metal-Kracher wie Bury Your Dead passten zwar nicht unbedingt zum sonnig-warmen Wetter, was die Fans aber nicht weiter abhielt von einer mächtigen Party inklusive Matte-Schütteln und Pogen zwecks Vertreiben des Vorabend-Katers. Kleine Kuriosität am Rande: Die Spielzeit war auf der Running Order durch einen kleinen Tippfehler bis 13.23 Uhr angegeben und exakt auf diese Minute beendeten die Thüringer ihr Set.

Ganz anders, nämlich astrein rockig, ging es dann in den Nachmittag mit Vollgas von Motorjesus. Die Mönchengladbacher, salopp auch liebevoll Motorjupp genannt, leiteten ihren zweiten Auftritt auf dem RockHard mit Motor Discipline ein. Disziplin brauchten auch die Musiker, die gemäß den Ansagen von Frontmann Chris Birx mit einem Glasflaschenverbot auf der Bühne zu kämpfen hatten, so dass nur Wasser und Schokoriegel verfügbar waren, von denen auch gerne welche mit dem Publikum geteilt wurden. Der Funke zündete sofort und ein Moshpit im gut gefüllten Bühnenvorplatz ließ auch nicht lange auf sich warten. Nummern wie Speed Of The Beast, Fuel the Warmachine sowie das allen Martial- Arts und Prügelfilmhelden gewidmete Fist Of The Dragon sprechen für sich. Zwischendrin wurde die Masse noch kurz für Doro am Abend vorgewärmt durch ein Ansingen von All We Are. Schließlich folgte noch ein Zugabe, ein Medley aus ihrem eigenen A New War und bekannten Rock- und Metalklassikern von Kiss über Priest bis zu AC/DC, womit die Party perfekt gemacht wurde und die Massen sich warmsingen konnten. Der Motor von Motorjupp läuft und läuft und läuft.

Voivod folgten mit einer Runde Thrash in Vorbereitung auf den Abend-Headliner. Die Kanadier sind ebenfalls wie Venom seit den 80ern eine echte Institution und mischen Thrash mit progressiveren und getragenen Elementen. Die Truppe kam sehr gut an beim RockHard-Publikum, wie man an den vielen Voivod-Rufen während des Auftritts ablesen konnte. Zum Dank wurde ein neuer Song präsentiert, We Are Connected ist überhaupt nicht thrashig, eher punkig bis doomig, in jedem Fall ein interessantes Stück. Mit älteren Titeln wie The Prow und dem selbstbetitelten Voivod lieferten die Kanadier einen insgesamt sehr abwechslungsreichen Auftritt ab.

Ein wenig durchatmen konnte man dann mit Avatarium aus Schweden, die sich Zeit für doomig getragene Stücke mit reichlich Keyboard-Anteil nehmen. Die blondmähnige Frontfrau Jennie-Ann Smith hatte sich für ihre Darbietung mit einer Art Vogelfedern im Haar rausgeputzt und unterstützte zeitweise ihre Mitstreiter der Instrumentenfraktion an der Akustik-Gitarre. Ihre bluesige Stimme erinnerte etwas an neuere Retro-Bands wie die Blues Pills. Songs wie Pandora´s Egg, welches nach ihrer Aussage nicht von Bandmitgliedern, sondern einem externen Songwriter geschrieben wurde, wechseln des Öfteren zwischen langatmigeren zu schnelleren Passagen. Das Publikum ließ es sich gefallen, war aber nicht allzu euphorisch- im Gegensatz zur Frontfrau, die am liebsten gleich alle in der Arena mit nach Hause genommen hätte. Für den November wurde dann noch das Nachfolgealbum zum selbstbetitelten Debüt Avatarium angekündigt und mit dem zehnminütigen Titeltrack verabschiedeten sie sich auch schon wieder.

Darauf hatte die Hartwurst-Fraktion schon gewartet: Kataklysm rissen das Amphitheater im Anschluss ab! Für den Nachmittag war es proppevoll und wer hatte und konnte, schüttelte seine Matte. Ein großer Circle Pit nach dem anderen folgte auf den nächsten. Als eine der wenigen Death Metal-Truppen auf dem Programm waren die Kanadier der grobknüppelige Kontrast zu Hard-Rock und Heavy Metal-Evergreens wie Sinner und Doro. Für Ende Juli ist das neue Album Of Ghosts and Gods terminiert und mit Thy Serpents Tongue bekamen die Massen auch eine nagelneue Nummer daraus vor den Latz geknallt- natürlich erst, nachdem sie laut genug geschrien hatten. Ansonsten wurden im Wesentlichen die Titel der letzten drei, vier Alben wie Taking the World By Storm, Let Them Burn und Crippled & Broken hin geknüppelt und entsprechend abgefeiert. Damit waren die Ohren dann wieder freigeblasen für melodischen Heavy Metal.

Dieser war schließlich amerikanischer Prägung und kam im Anschluss von Sanctuary. Die seit 2010 nach dem vorläufigen Ende von Nevermore wieder in ihrer alten Truppe aktiven Power Metaller aus Seattle sorgten weiterhin für ein volles Haus sowie dazu für reichlich Crowdsurfer und stachelten diese noch zusätzlich an (?More bodies over the wall!?). Alte Stücke von den ersten beiden Alben Refuge Denied und Into the Mirror Black aus den späten Achtzigern hielten sich die Waage mit neuerem Material von der 2014er Comeback-Platte. Seasons Of Destruction war unter den Ersteren und dann war es an der Zeit in die Schlacht zu ziehen mit den Battle Angels. Im Mittelteil dominierten die neuen Titel von The Year The Sun Died und mit Frozen wurde ein amtlicher Thrash-Song unters Volk gebracht, der ordentlich Stimmung machte. Zum Abschluss wurde Taste Of Revenge mit einem großen Moshpit abgefeiert. Gut, dass Sanctuary wieder zurück sind und genauso gut, dass Warrel Dane sich dieses Mal sein Metal-Soldier-Gequatsche vom letztjährigen Auftritt in Essen gespart hat.

Die Co-Headlinerin des Samstags ließ etwas auf sich warten - als bis dahin einzige Band des Festivals startete Doro mit einigen Minuten Verspätung. Dafür wurden in der verlängerten Umbauzeit wieder zwei Keyboards auf der Bühne platziert, wie schon während der letzten Tour, sowie ein riesiges Hintergrundbanner mit der photoshoptechnisch jung gebliebenen Sängerin darauf. Bei Doro weiß man immer, was man bekommt: jede Menge Warlock-Klassiker plus einige ihre späteren unter dem Doro-Banner veröffentlichten Songs, allesamt präsentiert mit voller Energie und eingefasst in ihre typischen gemischt deutsch-englischen Ansagen. Die Setlist auf dem RockHard ähnelte der der letzten Hallen-Tour, mit Rule The Ruins, Burning the Witches und True As Steel zu Beginn, war aber deutlich kürzer und bestand fast nur aus Warlock-Songs. Das Amphitheater war dabei etwas stärker gefüllt als am Vorabend und die Massen rockten ordentlich mit.

Wie bei dem Auftritt von Venom am Vortag wurden auch bei Doro wieder Pyrofontänen und Flammenwerfer in rauen Mengen eingesetzt- die Festival-Gasrechnung möchte man in dem Zusammenhang lieber nicht kennen. Aber optisch macht es natürlich ordentlich was her und es macht sich auch sehr gut auf einem OpenAir-Festival.

Weitere, fast thrashige Warlock-Klassiker wie Hellbound und Evil luden zum ausgiebigen Headbangen ein bis- trotz der angekündigten vollen Metal-Show- dann doch die deutschsprachige Schmonzette Für Immer wieder einmal nicht fehlen durfte. Doro hatte zwar laut ihrer Ansage davor überlegt, das Stück diesmal wegzulassen, es dann aber doch mit drin gelassen und dort kamen dann auch beide Keyboards gleichzeitig zum Einsatz. Diese Ballade spaltet immer wieder die Geister: Viele Leute wollen es einfach hören, während andere damit überhaupt nichts anfangen können. Später folgte die recht eigensinnige, weil erst balladesk langsame, dann doch wieder schnelle Coverversion von Breaking The Law und weitere Klassiker einschließlich des Mitsing-Garants All We Are. Schließlich endete der Auftritt wie gewohnt mit Earthshaker Rock und weiteren Knalleffekten. Bei Doro weiß man eben immer genau, was man bekommt.

Kreator waren vollkommen zu Recht der Samstags-Headliner des RockHard-Festivals und dürften für den besucherstärksten Tag gesorgt haben. Eingeleitet von einem infernalischen Intro und Bengalfackeln, die von postapokalyptischen Skelettgesichtern entzündet wurden, legten Kreator mit Enemy of God mächtig los. Der Sound war brachial, dabei gut abgemischt und deutlich lauter, als bei allen Bands zuvor. Der Bühnenhintergrund war von großen LED-Bildschirmen eingefasst, die eine- wie immer bei Kreator- enorm vielfältige und gut abgemischte Lichtshow optisch mit Videoschnipseln und Fotoeinblendungen unterstützten. Hinzu kamen Pyrobomben, Feuerstöße und Dampffontänen. Sofort setzte sich der bekannte "Ruhrpott-Style"-Moshpit in Bewegung. Bei Phobia, was diesmal recht früh in der Setlist vertreten war, wuchs der Moshpit auf beträchtliche Ausmaße heran. Mille wies auf die Videostream-Übertragung im Internet hin und forderte auf, zu zeigen, wie ein Moshpit im Ruhrpott auszusehen hat. Klassiker wie Endless Pain und Extreme Aggression wurden durchmischt mit neueren Meisterwerken wie Warcurse, Hordes of Chaos, Civilization Collapse und Phantom Antichrist. Ein Circle Pit nach dem anderen jagte dabei über den Platz im Inneren des Amphitheaters. Mit Renewal und dem episch-doomigen Black Sunrise wurden im Verlaufe der Show auch einige weniger häufig gespielte Songs von Alben aus den 90er Jahren aufgeführt, letzterer als kleine Ruhepause für alle Mosher. Wieder rund ging es dann mit Violent Revolution, ein Stück, welches in einem grandiosen Gitarrensolo endet, bevor dem Publikum wie üblich die Frage gestellt wurde, ob es bereit wäre, sich gegenseitig umzubringen- Pleasure to Kill musste folgen! Als Zugabe wurde noch die Flag of Hate über Gelsenkirchen gehisst, bevor die Show nicht wie sonst üblich mit Tormentor, sondern diesmal mit Betrayer von der Extreme Aggression ihr Ende fand. 

Kreator sind live wie eine Naturgewalt, die über ein Publikum hinweg fegt und alles in Schutt und Asche legt; man muss es einfach erlebt haben. Gut, dass der zweite Festivaltag damit beendet war, so dass man sich erstmal sammeln und sein Hörvermögen wieder regenerieren konnte.


3. Tag Sonntag 24.05.

Der letzte Festivaltag startete etwas bedeckt und kühl, doch kam mit den ersten Bands auch die Sonne heraus, um das Festival zu begleiten.

Den Anfang machten Air Raid aus Schweden, die mit klassischem Heavy Metal punkten konnten. Allerdings waren nicht allzu viele Zuschauer erschienen vor der Bühne und auch das Rund der Tribünen füllte sich sehr langsam. Bei den Anwesenden kamen dennoch die Songs des Fünfers wie Wild Fire, When The Sky Turns Red und Victim Of The Night bestens an; zahlreiche Matten wurden zu den Heavy Metal-Knallern im 80er-Jahre Stil geschüttelt. Mit Flying Fortress wurde zudem noch ein reines Instrumentalstück eingeflochten, welches etwas an Hammerfall erinnert. Hohe Screams, einprägsame Melodien und zweistimmige Gitarrensoli, alles vorhanden für eine gute Show: Perfekt als Anheizer an einem für viele verkaterten Sonntagmorgen.

Mit einem rockigeren Stil ging es weiter bei den Spiders, die ebenfalls aus Schweden angereist waren und eher die 70er Jahre in ihrer Musik hochhalten. Das Quartett um Sängerin Ann-Sofie Hoyles hatte ihr Motto gleich aufs Hintergrundbanner gedruckt: "I shake electric", sie boten Blues-Rock im Stile der Abräumer des Vorjahresfestivals, den schon etwas bekannteren Blues Pills. Auf dem diesjährigen RockHard konnte die Mischung mit Stücken wie Give Up The Fight und Shake Electric bei den Anwesenden nur bedingt zünden. Wahrscheinlich war es einfach noch zu früh am Nachmittag.

Ein bekannter Name war im Anschluss zu sehen, Sinner stand auf dem Programm und man durfte gespannt sein, was die Herren um Primal-Fear-Bassist Mat Sinner abliefern würden. Schließlich bekommt man sie nicht alle Tage live zu sehen, insbesondere in der nördlichen Hälfte der Republik. Sinner spielten dann im Wesentlichen Klassiker von ihrem Album Touch Of Sin bzw. der Neuinterpretation Touch Of Sin 2. Warum sie dafür drei Gitarristen auf der Bühne benötigten, wissen sie wohl nur selber. Hervor stach lediglich Sinners Lead-Gitarrist und alter Bekannter von Primal Fear, Alex Beyrodt. Die Songs wie Bad Girl, Born To Rock, Knife in My heart und Concrete Jungle kamen beim Publikum durchweg gut an und mit einer gelungenen Cover-Version des Idol-Gassenhauers Rebel Yell kam dann noch ordentlich Party-Stimmung auf. Solide runtergespielter Auftritt im Ganzen, aber von einer echten Metal-Legende hätte man irgendwie etwas mehr erwartet.
Modernerer, aber durchaus melodischer Thrash Metal folgte am Nachmittag mit Channel Zero aus Belgien, die immerhin auch schon ihr 25-jähriges Bandjubiläum feiern. Ihrem Sänger und Gründungsmitglied Franky vanDamme schien das einen etwas hitzigen Kopf zu bereiten, denn er benötigte zu Beginn des Auftritts mehrere Flaschen Wasser, um sich von außen zu kühlen. Channel Zeros Stücke wie Bad To The Bone, Kill All Kings und Suck My Energy machten ordentlich Laune und Lust auf den noch etwas heftigeren Co-Headliner des Sonntags, Overkill. Gekonnt beherrschte Channel Zeros Frontmann die Kunst der Einbeziehung des Publikums; indem er sich kurzerhand unter selbiges mischte und so, während er weiter sang, sich neben Zuschauer auf den Rängen setzte und die zahlreichen Stufen des Amphitheaters erklomm. Genau so kommt man bei den Leuten an und bleibt auf jeden Fall in Erinnerung.

In Erinnerung bleiben wird einem auch der Name Refuge. Eigentlich handelt es sich dabei allerdings um die deutsche Metal-Legende Rage, die unter dem neuen Namen (nach dem gleichnamigen Titel vom Missing Link-Album) in alter Besetzung mit Peavey am Bass, Manni Schmidt an der Klampfe und Christos Efthimiadis an den Drums erneut auf Tour geht und dabei Material aus der Zeit 1987-93 aufführt. Auf dem RockHard war nun also der erste heimische Gig, sozusagen im Kreise der Familie, im Ruhrpott. Das Trio wirkte, als hätten sie nie unterbrochen, zusammen zu spielen. Mit Ausnahme der grauen Mähne von Manni keine Spur von den 21 Jahren zeigend, zockten sie einen Rage-Klassiker nach dem nächsten. Firestorm, Nevermore, Enough is Enough, Invisible Horizon und Light Into Darkness sind nur einige der absolut zeitlosen Rage-Nummern, die das inzwischen gut gefüllte Amphitheater in Verzückung brachten. Abschließend durfte noch dem Stück vom Perfect Man-Album gehuldigt werden, welches seinerzeit für steigende Bekanntheit des Trios gesorgt hatte: Don´t Fear the Winter. Mit dem namensgebenden Refuge verabschiedeten sich selbige und hinterließen bei manchem sicher auch ein Fragezeichen, wie oder ob es denn nun mit Rage weitergehen würde nach dem Ausstieg von Victor Smolski und Andre Hilgers. Dies auch gerade vor dem Hintergrund, dass man später beim öffentlichen Interview auf der Biergarten-Bühne im Vorbeigehen erfuhr, dass mit Refuge auch ein neues Album eingespielt werden soll. Man wird abwarten müssen, ob Rage dann mit anderen Musikern um Peavey weitergeführt wird oder ob aus Refuge schlicht wieder Rage werden wird.

Klassischer Hard Rock mit einigen bekannten Cover-Songs der ehemaligen Bands der Musiker wurde dann von Michael Schenker´s Temple Of Rock geboten. Gleich mit einem der größten Klassiker von UFO, einer von Schenkers früheren Bands, Doctor Doctor, eröffneten die Herren ihre Show, in der ein Gute-Laune-Hard-Rock-Kracher auf den anderen folgte. Darunter waren beileibe nicht nur UFO-Evergreens wie Lights Out und Titel von Schenkers zweiter, ebenfalls nicht ganz unbekannter Band, den Scorpions (Lovedrive, Coast To Coast). Es wurden auch andere Michael Schenker-Stücke und zwei neue Songs vom 2015er Album Spirit on a Mission, unter anderem Vigilante Man, präsentiert. Am Mikro stand dabei kein Unbekannter, sondern eine echte Größe im Hard-Rock, Doogie White, bekannt von u.a. Rainbow. Mit Drummer Herman ?ze German? Rarebell und Bassist Francis Buchholz agierten zwei weitere langjährige frühere Scorpions-Mitglieder auf der Bühne, ergänzt von Wayne Findlay an der zweiten Gitarre bzw. am Keyboard. Schenker selbst scheint es immer noch Riesenfreude zu machen, all die Klassiker der Rockgeschichte aufzuführen, wie man seinem breiten Dauer-Grinsen entnehmen kann. Soundmäßig war dabei, wie auch bei allen anderen Bands dieses Tages, alles optimal. In Gedenken an den vor mittlerweile fünf Jahren viel zu früh verstorbenen Ronnie James Dio zockten sie das unter dem Banner Temple Of Rock erschienene Before The Devil Knows Your Dead, bevor die ewigen Klassiker Rock You Like A Hurricane und Rock Bottom- letzterer in einer fünfzehnminütigen Variante mit Endlos-Gitarren-Solo- einen großartigen und absolut headlinerwürdigen Auftritt abschlossen.

Overkill brachten darauf folgend mit grandiosem Thrash in der Abendsonne die Gemüter wieder stärker in Wallung und sorgten, wie Kreator am Abend zuvor, abermals sofort mit ihrem Opener, Armorist, für riesige Moshpits. Dazu gingen zahlreiche Crowdsurfer in die Lüfte, die ganz mutigen gar mitten in den Moshpit hinein. Bobby Blitz und seine Mannen waren bestens drauf und mit seiner unverkennbaren hohen Stimme hat er es leicht, die Masse anzustacheln. ?Grandpa is going to kick your ass? war dabei nur einer seiner Sprüche. Thrash-Knaller neueren und älteren Datums wie Electric Rattlesnake und Powersurge reihten sich aneinander, unterbrochen nur von weiteren launischen Ansagen- teils auch auf Deutsch- und der Hymne In Union We Stand, welche das RockHard-Publikum ausgiebig zum Mitsingen einlud. Mit den Krachern Rotten To The Core- was auch gleich als Beschreibung für Deutschland herhalten durfte- und Overkill war das Erstlingswerk genauso vertreten auf der Setlist wie die neueren Meisterwerke durch Bring Me The Night und Ironbound. Nach gut einer Stunde verschwanden Overkill bereits von der Bühne, ließen sich aber noch zu einigen unverzichtbaren Zugaben zurückholen: schließlich durften alle einmal kräftig den Stinkefinger zeigen zu Fuck You, allerdings kein Overkill-Song, sondern ein Cover. Und natürlich wurde auch noch Elimination gespielt, vom vierten Album The Years of Decay, bevor ein weiteres sehr gelungenes Konzert mit einer Cover-Version von Judas Priests´ Take On The World in die Geschichte des RockHard-Festivals einging. Overkill sind ein Phänomen, sie liefern ein hochklassiges Album nach dem anderen ab und scheinen kaum gealtert und immer mit ungeheurer Energie auf der Bühne zu stehen- allen voran der drahtige Bobby Blitz, der gerne einmal eine Runde Schattenboxen in seine Performance einbaut.

Nach dem letzten Umbau kamen mit immerhin doch 10 Minuten Verspätung die Black Star Riders als Sonntags-Headliner zum Zuge. Als das Western-Intro ertönte, war es aber doch vergleichsweise leer vor der Bühne und man kam ohne jede Anstrengung bis ganz nach vorne. Die Band, die drei Mitglieder der letzten Besetzung von Thin Lizzy in ihren Reihen aufweist, präsentierte auf dem RockHard ihr zweites, Anfang des Jahres erschienenes Album The Killer Instinct. Dazu gab es eine ganze Reihe bekannter Thin Lizzy-Klassiker: Immerhin handelt es sich hier um die amtliche Nachfolge-Band der Rocklegende, die unter neuem Namen an alte Erfolge anknüpfen will. Doch zündeten die neueren Stücke bei weitem nicht so gut beim Publikum wie die bekannten Thin Lizzy-Nummern á la Jailbreak, welches zu Anfang nach dem Opener gespielt wurde. Frontmann Ricky Warwick sprang zeitweise als dritter Gitarrist an seiner Akustikklampfe neben Lizzy-Legende Scott Gorham und dem aus der Alice Cooper-Band bekannten Damon Johnson ein. Are you ready und Suicide waren einige weniger bekannte Thin Lizzy-Titel auf dem Programm. Beim unverzichtbaren The Boys Are Back in Town hingegen bildete sich gar ein großer Moshpit vor der Bühne- etwas seltsam für den Musikstil vielleicht, aber Hauptsache die Leute haben Spaß. Den hatten derweil auch viele beim extensiven Crowdsurfen. Die Black Star Rider-Songs wie Kingdom Of The Lost, Finest Hour und Charlie I Gotta Go haben zwar auch ein gewisses Thin Lizzy-Feeling mit dem typischen irischen Folk-Einschlag, kamen aber fast ein wenig zu massen- und radiokompatibel fürs RockHard rüber- nach einem Wochenende mit jeder Menge Thrash und anderem harten Metal. 

Die meisten Zuschauer warteten ohnehin nur auf die bekanntesten Nummern wie Emerald und natürlich den Über-Hit Whiskey In The Jar, der schlussendlich als Zugabe pflichtgemäß abgeliefert wurde und den im direkten Vergleich schwächsten Headliner-Auftritt des Festivals beendete. Warum gerade die Riders und nicht Michael Schenker oder Overkill den Abschluss des Festivals besorgten, wird für viele ein Rätsel bleiben.

Das RockHard-Festival ist als Veranstaltung in nicht allzu großem Rahmen, aber doch mit einer guten Mischung mehr und weniger bekannter Namen auf dem Lineup eine feste Größe im jährlichen Eventkalender des Ruhrgebiets geworden. Für viele Besucher scheint das Programm aber gar nicht so wichtig zu sein, wie man auch am stets gut besuchten Biergarten abseits des Amphitheaters sehen kann. Es ist vielmehr wie ein Familientreffen, bei dem man alte Bekannte wieder treffen kann und sich locker austauscht. Das metallische Musikprogramm dazu ist dann noch die Kirsche auf dem Kuchen. Das Wetter hat durchweg mitgespielt, es war eigentlich perfekt, weil nicht zu warm und durchweg trocken und sowohl Securities wie auch die Sound- und Lichttechniker haben einen tollen Job gemacht. Vielen Dank allen Beteiligten für dieses gut gemachte Festival und bis zum nächsten Jahr.

 

MM(MarioManteufel LetsRockRadio)

 

Vier Neubestätigungen für das Rock Hard Festival 2015

 

VENOM
Wuuuuaaahhhhh! Die Meister des Drecks, die Magier des Schmutzes, die Rabauken unter den Rabauken, die Erfinder des Black Metal geben sich im Gelsenkirchener Amphitheater die Ehre und werden ohne Zweifel alles in Schutt und Asche legen. Wer Cronos und seine Mannen bei einem ihrer seltenen Konzerte in den letzten Jahren gesehen hat, weiß, dass hier immer noch die besten und unkaputtbarsten Perlen, die das Genre je gehört hat, im Dutzend rausgehauen werden. Und dazu knallt´s - versprochen!
»Wir freuen uns total auf das Rock Hard Festival«, kommentiert Cronos (b./v.). »Wir haben schon einige große Festivals in Deutschland gespielt. Aber das RHF ist etwas Besonderes, denn es hat eine lange Geschichte. Außerdem wurden VENOM auf gewisse Art und Weise in Deutschland geboren. Ihr wart das erste Land, in dem man VENOM akzeptiert hat. In England war man sich immer noch nicht klar, ob wir gut oder Schrott sind, da habt ihr uns schon mit offenen Armen empfangen. Wir freuen uns wirklich sehr auf nächstes Jahr!«

 

KATAKLYSM
Bei unserem Festival darf natürlich auch eine ordentliche Portion Death Metal nicht fehlen. Für 2015 konnten wir für den Anfang mit KATAKLYSM ein kultiges Hyperblast-Überfall-Kommando verpflichten. Stellt euch besser schon mal auf verrenkte Nackenwirbel ein, wenn die Band ihre zahlreichen Hits mit Power und Karacho ins Gelsenkirchener Rund haut!

 

CHANNEL ZERO
Runde 25 Jahre Bandgeschichte hätten CHANNEL ZERO 2015 auf dem Buckel, wenn die Herren nicht zwischen 1997 und 2009 eine klitzekleine Schaffenspause eingelegt hätten. Seit der von ihren Fans vehement geforderten Reunion ist die belgische Combo so erfolgreich wie nie zuvor (Top-Ten-Chartplatzierungen, umjubelte Festivalshows und zahllose ausverkaufte Hallenkonzerte inklusive), und es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass Franky de Smet van Damme und seine Crew das Amphitheater thrashen!

 

MOTORJESUS
2012 räumten die Mönchengladbacher bei uns bereits mächtig ab. Danach musste sich Sänger Chris Birx einer Herz-Operation unterziehen und kurzzeitig etwas kürzer treten. Seit 2014 und dem starken „Electric Revelation“-Album (das Platz 60 in den deutschen Charts erobern konnte!) läuft die geölte Rock´n´Roll-Maschine wieder auf Hochtouren. Logisch, dass wir die Jungs auf ein weiteres Heimspiel einladen.

 

 Das RHF findet wie gewohnt zu Pfingsten (22. - 24. Mai) im Gelsenkirchener Amphitheater statt.

HAMBURGER METAL DAYZ 2014

 

MEHR BANDS AUS ALLER WELT UND VIEL DRUMHERUM!


Das Line-Up der dritten Ausgabe der Hamburg Metal Dayz nimmt Gestalt an!

Neben den bereits bekannt gegebenen Edguy, Alpha Tiger, Motorjesus, Tankard und Hardcore Comedian Bembers gesellen sich 6 weitere hochklassige Bands aus aller Herren Länder ins Billing des zweitägigen Events. Damit präsentieren sich die Hamburg Metal Dayz erneut vielseitig und international:

 

Beginnen wir mit den finnischen Kings of Humppa - Die Rede ist von Finntroll!

Die 1997 gegründeten Folk Metaller haben sich in den letzten Jahren an die Spitze einer ganzen Bewegung gespielt und nicht zuletzt Hits wie der allgegenwärtige Dauerbrenner „Trollhammaren“ haben ihr übriges dazu beigetragen.

 

Weiter geht es mit den dänischen Thrash-Walze Hatesphere! Diese rollen seit Anfang dieses Millenniums durch jedes gepflegte Festival Line-Up. Mit "Murderlust" brachten sie im letzten Jahr ihr neuestes Album auf den Markt.

 

Noch ein Kandidat aus Finnland, dieses Mal aber ohne Humppa-Einflüsse, sind die Groove-Metaller Profane Omen, die mit modernem Thrash in eine rosige Zukunft blicken.

Aus Estland kommen die Metaller Defrage, die seit 2011 ohne Pause durch Europa touren. In ihrer Heimat gewannen sie 2009 sogar den MTV Eesti Music Award für das Musikvideo zum Ohrwurm ‘Save Us From Religion’.

 

Mit Kryptos steht sogar eine Band aus Indien auf dem Programm! Mit ihrem klassischen Heavy Metal der Priest-Sabbath-Maiden-Schule gastierten sie 2013 sogar auf dem Wacken Open Air.

Lediglich Any Given Day haben es nicht zu weit zur Markthalle: Die Metalcore-Truppe kommt aus dem Ruhrpott und verarbeitet seit 2011 in ihren Songs den ganz alltäglichen Wahnsinn.

Rahmenprogramm:

 

Fantastische Welten wird Wolfgang Hohlbein mit einer Lesung und Autogrammstunde in die Markthalle bringen. Heavy Metal und Fantasy passen erfahrungsgemäß gut zusammen, und auch Hohlbein - der erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor mit einer Gesamtauflage von 44 Millionen Büchern - ist Metal-Fan.

 

Daneben bieten die Hamburg Metal Dayz ein üppiges Rahmenprogramm: So lesen Tankard höchstselbst aus ihrer Biografie "Life in Beermuda", während bei "Fans fragen W:O:A" sich die Veranstalter des Wacken Open Air, Thomas Jensen und Holger Hübner, den Fragen der Besucher stellen. Es gibt erneut Expertenpanels zum Musikbusiness, Verlosungen von Epiphone-Gitarren und Autogrammstunden mit allen Bands. Wegen der großen Nachfrage wird zum zweiten Mal ein Tätowierer mutigen Fans das Logo der Hamburg Metal Dayz oder des Wacken Open Air stechen - und zwar gratis. 

 

Tages-Tickets kosten 34€ inkl. Gebühren und sind erhältlich über metaltix.com, die Metaltix-Hotline +49 4827 999 66 666 und alle üblichen Vorverkaufsstellen.

Die auf 300 Stück limitierten Zwei-Tages-Tickets für 58,20€ inkl. Gebühren gibt es übrigens nur exklusiv über metaltix.com.

WIR SIND DER RING!

 

Flugplatz Mendig ist neuer Schauplatz von Rock am Ring


30. Jubiläum des Kultfestivals vom 5. bis 7. Juni 2015 in der Vulkaneifel
„Wir sind der Ring“ skandierten 85.000 Fans gemeinsam mit Marek Lieberberg beim Abschied vom Nürburgring. Nur knapp 30 km von der alten Spielstätte entfernt, schreiben die Erfinder und künstlerischen Produzenten des Kultfestivals jetzt ein neues Kapitel ihrer Festivalgeschichte. Der Flugplatz Mendig in der Vulkaneifel ist die neue Heimat von Rock am Ring. Am ersten Juni-Wochenende 2015 steigt dort das 30-jährige Jubiläum. Das riesige, grüne Areal inmitten der Vulkanlandschaft bietet komfortabel Platz für mehrere Open Air- und Zeltbühnen sowie über 85.000 Festivalfans. Darüber hinaus können alle Besucher auf dem nahezu ebenen Gelände selbst campen, ein Novum in der Geschichte der größten deutschen Festivals.


Ausschlaggebend für Mendig war auch, dass hier zeitgerecht sämtliche Voraussetzungen und Genehmigungen für das Festival sichergestellt werden konnten. „Ein einzigartiges Festivalgelände sowie Enthusiasmus, Engagement und Kompetenz auf Seiten der Verantwortlichen gaben den Ausschlag für Mendig“, erklärte Marek Lieberberg.


Gleichzeitig bedankte er sich ausdrücklich bei der Stadt Mönchengladbach und ihren Bürgern für ihre außerordentlichen Bemühungen. „Ich bin zutiefst berührt von der Leidenschaft und Emphase, die mir in Mönchengladbach entgegengebracht wurde.“ Leider habe die für die Vermietung zuständige BImA einen unverständlichen Rückzieher gemacht. Dennoch bleibt das JHQ in Mönchengladbach für ein Festival im Spätsommer im Fokus, sofern die Vermietung sichergestellt werden kann.


Mendig liegt in der Osteifel in einer von Vulkanen geformten Landschaft und ist über die Bundesautobahn 61 sowie die Bundesstraßen 256 und 262 sowie einen direkten Bahnhof verkehrstechnisch problemlos zu erreichen. Der Flugplatz Mendig war bis 2007 ein Bundeswehr-Standort, der in eine zivile Fläche umgewandelt wurde. Dieses knapp 190 Hektar große Areal besteht weitgehend aus Rasenflächen, die ein ideales Festivalgelände bilden, während die Bühnen auf festem Untergrund stehen können.


Nach Auffassung der Veranstalter lässt sich hier das Festival der Zukunft verwirklichen. Ein weitläufiges, landschaftlich reizvolles Open Air-Gelände, hervorragende Verkehrsanbindung, unbeschwertes Parken und Campen in unmittelbarer Nähe zum Schauplatz des Geschehens, kurze Wege zwischen den Bühnen und genügend Platz zum Chillen und Erholen, das sind die Vorzüge von Rock am Ring in Mendig.


„Ohne räumliche und topografische Restriktionen können wir den Fans jetzt ein noch besseres Festival bieten“, erklärten Marek und Andre Lieberberg in einer Stellungnahme. „Rock am Ring in Mendig ist ein Quantensprung, der uns neue Dimensionen eröffnet, sowohl was die inhaltliche Gestaltung angeht als auch die Inszenierung unseres Festivals. Wenn die Ringrocker auf dem Flugplatz Mendig eingetroffen sind, entfallen lange Fußmärsche oder Shuttlefahrten, denn die Campingplätze sind zentraler Teil des Festivalgeländes.“


Rock am Ring 2015 auf dem Flugplatz Mendig findet wie das Zwillingsfestival Rock im Park in Nürnberg vom 5. bis 7. Juni statt. Der Vorverkauf beginnt im Oktober. Gleichzeitig werden Headliner und weitere Bands bekanntgegeben.

 

 

 

Sieg im Namensstreit: Rock am Ring 2015 heißt weiter Rock am Ring!

 

 

Marek Lieberberg siegt vor Gericht:


Der Konzertveranstalter darf den Titel „Rock am Ring“ wieder verwenden. Das Oberlandesgericht hob am Freitag die durch den neuen Besitzer des Nürburgrings erwirkte einstweilige Verfügung auf.

 

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg darf wieder mit dem Titel „Rock am Ring“ werben. Das Oberlandesgericht Koblenz hob am Freitag eine einstweilige Verfügung für die Rechte des bekannten Musikfestivals auf.

 

Das Landgericht Koblenz hatte im Juni entschieden, dass der Konzert-Riese kein Festival mit diesem Namen organisieren oder bewerben darf, wenn der frühere Geschäftspartner Nürburgring GmbH nicht Ja dazu sagt - die Rechte am Titel gehörten beiden Seiten. Dagegen hatte Lieberberg Berufung eingelegt.

 

Der Veranstalter will mit dem Festival nach Mönchengladbach ausweichen, weil er sich mit dem neuen Eigner an der Rennstrecke - dem Autozulieferer Capricorn - nicht auf eine Fortsetzung einigen konnte.

 

Neue „Rock am Ring“-Heimat

Der neue Ort des Musikfestivals „Rock am Ring“ soll bis Mitte September feststehen. Bis dahin werde sich entscheiden, ob das Festival nach Mönchengladbach oder Mendig (Rheinland-Pfalz) gehe, sagte eine Sprecherin von Konzertveranstalter Marek Lieberberg am Freitag. Bisher favorisiert der Konzertveranstalter Mönchengladbach als neuen Standort. Das Festival ist für den 5. bis 7. Juni 2015 geplant. Seit 1985 ging es mit kurzer Pause am Nürburgring in der Eifel über die Bühne. 

SUMMER BREEZE 2014

 

DINKELSBÜHL ROCKT vom  14.08.2014-16.08.2014


Das Festivalhighlight in diesem Jahr dürfte sicherlich das SUMMER BREEZE OPEN AIR 2014 werden. Mit einem Hammerbilling lockt das Festival wieder Headbanger aller Richtungen in das schöne Franken nach Dinkelsbühl. Das Festival findet vom 14.8.2014 bis zum 16.8.2014 statt und wird auch wieder in diesem Jahr mit einem Warm Up am 13.08.2014 starten. Das Festival selbst steht kurz vor dem Sold Out, daher solltet ihr hier schnell sein, um mit den anderen 30.000 Festivalgängern eine fette Party zu feiern. Die Headliner wie MACHINE HEAD, IN EXTREMO, HEAVEN SHALL BURN, CHILDREN OF BODOMund HYPOCRISY sorgen hier für die richtige Bespielungsmusik, aber auch viele kleine Perlen runden das Billing ab.

 

Die Bands werden hierbei wieder auf zwei Hauptbühnen ohne Überschneidungen spielen, dazu kommt noch eine kleine Nebenbühne und das Partyzelt.
3 Tage Heavy Metal bis tief in die Nacht sind euch gewiss und bei einem VVK - Preis von 99€ (inkl. VVK-Gebühr& Parken/Camping/Bushuttle) und einer großen Wahrscheinlichkeit auf ein Superwetter steht der Sommerbrise nichts mehr im Weg oder?

WACKEN 2014 : Thank You

 

Und plötzlich ist es auch schon vorbei: das 25. Wacken Open Air.


Zuerst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass es auf einem derart großen Festival wie dem W:O:A nicht möglich ist, sich ALLE Bands anzusehen. Ihr kennt es selbst. Zwischendurch wird man auch mal von solch absonderlichen Bedürfnissen wie Essen, Schlafen oder Duschen davon abgehalten, vor der Bühne zu stehen. Dazu kommt noch, dass es bei sieben Bühnen mit Parallelprogramm schlichtweg physikalisch unmöglich ist, sich überall gleichzeitig aufzuhalten. Ich hoffe, für euch eine gute Auswahl getroffen zu haben.

Es ist Mittwoch, der 30.07.2014 – der Tag, auf den ich und rund 75.000 weitere Metalheads seit Wochen, ach was, seit Monaten hinfiebern. Das Programm ist heute noch überschaubar spektakulär, so dass die meisten die Zeit nutzen, um sich auf den Campgrounds einzurichten, neue Freundschaften mit Nachbarn aus aller Welt zu schließen und das ein oder andere Begrüßungsgetränk zu sich zu nehmen. Das Motto "Freu dich, du bist in Wacken!" wird allerorts gut umgesetzt.

Gegen Abend schlendere ich mit meinen diesjährigen Mitstreitern (im folgenden "Camp Chaos" genannt) über das Gelände, um mich zu orientieren. Auf dem Infield wird noch fleißig auf das am nächsten Tag anstehende Door Opening hingearbeitet. Das Wackinger Village hingegen ist schon jetzt gut gefüllt mit feierfreudigen und durstigen Gästen. Die Stimmung ist, auch aufgrund des fantastischen Wetters, gelöst. 

Davon profitieren auch VOGELFREY, die zu Anfang nicht das geringste Problem damit haben, die Meute vor der Bühne zum Mitklatschen und Mitsingen zu bewegen. Doch leider hält die anfängliche Euphorie nicht lange an, sodass die Fans nach einiger Zeit nur noch nach Aufforderung während der Songs mitklatschen. Auch ein Liedchen vom kommenden Album hilft da kaum und VOGELFREY gehen nach kurzer Zeit wieder von der Bühne. Immerhin mit einigen Zugabe-Rufen im Gepäck.

Dafür erfreut sich die WASTELAND STAGE dieses Jahr großer Beliebtheit. Der Endzeit / Steam Punk Bereich ist erst seit kurzem Teil des Festivals und bietet den Besuchern ziemlich abgefahrene Shows von den Dark Wavern RABBIT AT WAR und MEGABOSCH, inklusive Feuerfontänen und nackter Haut. Camp Chaos schwärmt noch heute von der blonden Stripperin Honey. 

Donnerstag 31.08.2014 

Heute geht es richtig los. Door Opening des Infields um 14:00 Uhr. Es ist immer wieder beeindruckend, das erste Mal das Gelände zu betreten, an dessen Ende zwei riesige Bühnen gen Himmel ragen. Die BLACK STAGE und die TRUE METAL STAGE, deren Namen nicht unbedingt Programm sind – oder wie Black Metal soll Comedian Bülent Ceylan sein?

Ich riskiere ein Ohr beim diesjährigen Opener SKYLINE, in der früher Festivalgründer Jensen den Bass spielte. Die ortsansässige Coverband, die Hits wie "Black No. 1" von TYPE O NEGATIVE und "Engel" von RAMMSTEIN im Gepäck hat, kann zwar einen Teil des Publikums zum Singen und Kopfnicken animieren, aber so richtig zündet es noch nicht.

 

Das ändert sich aber spätestens um 18:00 Uhr bei HAMMERFALL. Der Vorhang fällt und gibt den Blick auf die schwedischen Power Metaller frei. Ohne Umschweife machen sich diese ans Werk, ihr Publikum mit "Child of the Damned" und "The Metal Age" zu begeistern. Es funktioniert. Zehntausende recken die Fäuste in die Luft, aber ich kann mir nicht helfen: irgendwie klingt der Gesang von Joacim Cans ziemlich schief. Es ist schwierig auszumachen, ob das jetzt ein technisches oder doch ein stimmliches Problem ist. 

Ist aber auch völlig egal, denn spätestens bei alten Klassikern wie "HammerFall" und „Blood Bound" bin ich voll dabei und singe lauthals mit. Als die Band sich mit "Hearts on Fire" verabschiedet, bin ich auf jeden Fall zufrieden. Mehr aber auch nicht. Das neue Album "(r)Evolution", welches am 27.08.2014 erscheint, wird es wohl nicht in mein CD-Regal schaffen.

Nach und nach finden sich immer mehr verrückte Perückte mit knallbunten Leoleggings im Infield ein, und kamerafreudige Mädels lösen schon mal ihre BH-Häkchen. Der Grund dafür sind natürlich die strahlend schönen Glam Metaller von STEEL PANTHER. Was die Herren bei ihren Fans auslösen, ist immer wieder faszinierend. Sänger Michael Starr muss nur einmal "Boobies!" ins Mikro brüllen und gefühlte 100 Frauen, auf den Schultern ihrer grinsenden Freunde sitzend, machen sich obenrum frei und versuchen mit der Kamera zu flirten, was unterschiedlich gut gelingt. 

Mit Texten, die Alice Schwarzer in die Ohnmacht treiben würden, rocken sich die gar nicht prüden US-Amerikaner durch ihr Set und ein Highlight jagt das nächste. Dabei wird das balladige "Just like Tiger Woods" ebenso textsicher mitgesungen, wie die Ohrwürmer "Gloryhole" und "Death to all but Metal". Aber egal, welche Hits ausgepackt werden, wer schon mal bei einer STEEL PANTHER Show war, weiß, dass es am Ende einen besonderen Programmpunkt gibt, welcher natürlich auch – und gerade – auf dem Wacken nicht fehlen darf.

Michael Starr lässt die Bühne bei "Party all Day (fuck all Night)" von zeigefreudigen Damen stürmen. So wild wie heute habe ich diese Einlage allerdings noch nie gesehen. Nicht nur, dass diverse Freiwillige mal wieder blank ziehen (was mittlerweile fast schon langweilig wird). Nein, sie knutschen sich gegenseitig ab und machen auch vor den Musikern nicht halt. Starr und Kollegen scheinen selbst ein wenig überrascht aufgrund der heftigen Reaktionen der mehr oder weniger holden Weiblichkeit. Fazit: richtig geile, mitreißende Show, die unfassbar viel Spaß gemacht hat. STEEL PANTHER sind einfach geborene Entertainer. Schrill, bunt, laut und nebenbei auch irgendwie sexy.

Später am Abend kommt die Band, die im Vorfeld für gemischte Gefühle sorgte. Die Wacken-Organisatoren hatten lange Zeit von einem geheimen Headliner gesprochen und damit Raum für Spekulationen und hohe Erwartungen geschaffen. Als dann vor wenigen Wochen rauskam, dass es sich bei der geheimen Band um ACCEPT handelt, waren einige enttäuscht. Doch der Groll scheint verflogen und so ist das Infield auch prall gefüllt, als der Vorhang fällt. 

ACCEPT warten mit einem perfekt abgestimmten Sound auf und beschallen das Publikum mit ihrem typischen Heavy Metal Klang. Zur freudigen Überraschung sind kaum Crowdsurfer unterwegs, sodass man die Deutschen Metal Giganten ohne viele Unterbrechungen belauschen kann. Die Freude in den Augen der Band und der Besucher ist für jeden sofort ersichtlich und besonders treue Fans freuen sich, ihre Helden endlich einmal live sehen zu können, denn man weiß ja nie, wann sich ACCEPT das nächste Mal „endgültig auflösen“.

Freitag 01.08.2014

Ein Blick auf die Running Order verrät: heute gibt es keine Zeit zum Verschnaufen. Denn viele lohnenswerte Bands geben sich heute die E-Gitarre gegenseitig in die Hand.

Den Anfang machen SKID ROW. Die Hardrocker haben ihre erfolgreichsten Jahre schon eine Weile hinter sich. Nachdem sich Band und damaliger Fronter SEBASTIAN BACH 1996 trennten, konnten sie nie wieder an den Glanz vergangener Tage anknüpfen. Trotzdem sind SKID ROW bis heute eine gern und gut gebuchte Liveband.
Auch auf dem Wacken können sie weitgehend überzeugen. Es fällt allerdings auf, dass alte Stücke wie "18 and Life" "Youth gone wild" und "Monkey Business" deutlich lauter mitgesungen werden, als neuere. Die Band selbst scheint das genau zu wissen. Denn von den beiden aktuellsten Alben "Revolutions per Minute" und "Thickskin" wird nur ein einziger Song gebracht. Davon einmal abgesehen, ist es ziemlich beeindruckend, wie viele Menschen aller Alters- und Gewichtsklassen sich um 11:55 Uhr, quasi mitten in der Nacht, vor die Bühne begeben haben, um die SKID ROW zu sehen. 


Überhaupt ist es dieses Jahr gefühlt deutlich voller als 2013. Oder sind einfach alle früher aufgestanden, weil sie die Hitze in den Zelten bei erbarmungslos brutzelnder Mittagssonne nicht mehr ausgehalten haben?

Um einem Sonnenstich zu entgehen, finde ich mich kurze Zeit später im Zelt vor der HEADBANGER STAGE ein, um mir NEOPERA anzuhören. Eine Band, die mir bis jetzt nicht viel sagte, aber heute ist der Sänger der Hamburger Modern Symphonic Dark Metal Band AEONS CONFER dabei. Und der hat es einfach mal mächtig drauf.

Noch bevor die Band mit dem ersten Song beginnt, richten sich alle Augen auf Nina, die hübsche Sängerin mit den feuerroten Haaren. Daneben geht ihr Kollege am Mikro in seinem schnieken Anzug optisch völlig unter. Stimmlich überzeugen können dann aber beide. Klassischer Operngesang in Verbindung mit elektrischen Gitarren und einem mächtigen Schlagzeug ist immer eine gewagte Mischung, die schnell auch mal schiefgehen kann, aber NEOPERAgelingt der Spagat zwischen den Welten bravourös. 

Ein zusätzliches Highlight ist Gastgrowler Bernhard. Der 2-Meter-Hüne mit den kräftigen Oberarmen überragt die beiden anderen Mikrofoninhaber deutlich und dominiert die Bühne mit seiner Präsenz. Operngesang und voluminöse Growls wechseln sich ab und vermischen sich. Leider hat der Tonmann nicht die optimale Einstellung gefunden, so dass die gesamte Gesangsfraktion einige Dezibel zu leise ist und nicht ihr volles Potenzial entfalten kann. Trotzdem, wer auf Symphonic Metal steht, sollte hier mal ein Ohr riskieren.

Parallel spielen die Ulkmetaller KNORKATOR auf der Party Stage und müssen dabei gegen ENDSTILLE ankämpfen, die auf der Black Stage ihren Anhängern Tribut zollen. Mit Songs wie „Alter Mann“, „Du Nicht!“ oder „Arschgesicht“ versuchen die Spaßmacher ihre Zuhörerschaft zu begeistern. Allerding mit eher mäßigem Erfolg. Die ungeheure Hitze und der penetrante Sound von ENDSTILLE stören das Publikum sichtlich, sodass nur in den vorderen Reihen gute Stimmung aufkommt. Weiter hinten jedoch sind die Fans eher enttäuscht, auch wenn KNORKATOR ihr Bestes geben und einen super Auftritt abliefern.

Ein Umweg zur TRUE METAL STAGE führt Camp Chaos und mich durchs Wackinger Village. Hier gibt es das beste Essen des ganzen Festivals. Wer noch nie eine HANDBROTZEIT gegessen hat, sollte das unbedingt auf die To-Do-Liste seines Lebens setzen. Echt mal, die Dinger sind saulecker! 

Gut gestärkt geht es also weiter dem Ziel entgegen. Bei FIVE FINGER DEATH PUNCH ist es erwartungsgemäß sehr voll und weiterhin sehr heiß. Dafür ist der Sound bei diesem Auftritt exzellent. Ivan Moodys Stimme könnte auch direkt von einer CD kommen, ein großer Unterschied ist zumindest nicht erkennbar. Außerdem scheinen die Musiker bester Dinge zu sein, denn die Ansagen zwischen den Songs sind, anders als ich erwartet hätte, sehr auf das Wohlergehen der Festivalbesucher bedacht. Man solle genug trinken bei der Hitze und aufeinander achtgeben. Immer wieder schön, wenn harte Kerle ihre weiche Seite zeigen. Nach dem thematisch leicht gegensätzlichen "Burn MF" entschließe ich mich trotzdem, eine kleine Pause einzulegen und der Getränkeempfehlung nachzukommen.

BRING ME THE HORIZON schaue ich mir dann vom Pressebereich aus an. Dafür gibt es drei Gründe. 1. Gibt es hier Schatten und ich habe zunehmend das Gefühl, dass mir mein Gehirn weichkocht, wenn ich noch länger in der Sonne stehe. 2. Sind die Wartezeiten an den Bierständen deutlich geringer und 3. sind BRING ME THE HORIZON jetzt nicht so ganz meine Band.

Davon mal abgesehen, bin ich positiv überrascht von der Performance. Die Engländer geben von Anfang an Vollgas und starten direkt mit einem Presslufthammer namens „Shadow Moses“. Wie Flummies springen die Musiker über die Bühne. Mit Ausnahme von Schlagzeuger Matt Nicholls, der aus verständlichen Gründen an sein immobiles Instrument gebunden ist. Bei „Can you feel my Heart“ wird es wild in den ersten Reihen der Menschenmenge. Menschen rennen, springen und recken die Arme in die Höhe.

Trotzdem scheint es mir so, als würde der Funke nicht komplett überspringen. Und auch Freunde, die sich nicht von der Sahara-Sonne haben vertreiben lassen und das Konzert direkt sehen, bestätigen später, dass ich mit dieser Vermutung nicht ganz Unrecht habe. Von meiner Seite aber auf jeden Fall ein Achtungserfolg. Ob man die Metalcore-Bande jetzt mag oder nicht, sie haben bis zum Ende alles gegeben und verabschieden sich von ihren Fans mit ihrem größten Hit „Sleepwalking“.

Und weil es so schön war, geht es fröhlich weiter in Sachen Metalcore. Auf der TRUE METAL STAGE spielt eine Band, deren Anfahrtsweg überschaubar weit war. Die Thüringer HEAVEN SHALL BURN gehören zu den wichtigsten und besten Vertretern des deutschen Metalcore. Der Andrang auf die besten Plätze ist also wieder groß. 

Erneut frage ich mich, ob die Veranstalter nicht doch noch mal 10.000 Tickets mehr unter der Hand verkauft haben, in der Hoffnung, dass es niemandem auffällt. Als ich mich endlich durch die Herde schwitzender Menschen an einen Platz vorgekämpft habe, von dem aus ich gut sehen kann, ist die Show bereits in vollem Gange. Wobei an dieser Stelle angemerkt sei, dass das Wort „vorgekämpft“ beim Wacken völlig falsch ist. Wie schon in den vergangenen Jahren sind die Besucher in der Regel sehr rücksichtsvoll und machen sogar Platz, wenn man weiter nach vorne möchte. Es sind nur so verdammt viele, dass dieser Vorgang ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt.

„Combat“ ist daher der erste Song, den ich ohne Ablenkung mitbekomme. Und auch hier muss ich wieder ein Lob an die Technik aussprechen: richtig fetter Sound. Und auch Christian Bass, der neue Mann am Schlagzeug, der aufgrund gesundheitlicher Probleme seines Vorgängers Teil der Band wurde, schlägt sich erstklassig. Nebelfontänen und Feuersäulen unterstützen die Wirkung zusätzlich. Die Musiker selbst geben sich – bis auf Sänger Marcus Bischoff – aber eher bewegungsarm. Trotzdem verfügen HEAVEN SHALL BURN über eine große Bühnenpräsenz und reißen das Publikum das ganze Set hindurch mit. Egal ob „Godiva“ oder „The Martyrs' Blood“, viele Fans sind textsicher und singen laut mit.

Und plötzlich betritt ein Überraschungsgast die Bühne. Es handelt sich um niemand geringeren als DAN SWANÖ, Produzentenlegende sowie Sänger und Schlagzeuger der legendären EDGE OF SANITY. Diese Band veröffentlichte auf dem Schweden-Deathmetal Klassiker-Album "Purgatory Afterglow" den Titel „Black Tears“, der später von HSB gecovert wurde. Jetzt stimmen Swanö und Bischoff in trauter Zweisamkeit den Klassiker an, für viele ein ganz besonderer Moment.

Für Camp Chaos und mich folgt nun auch ein Highlight der ganz besonderen Art: Die Freibeuter der Meere SANTIANO haben Segel Richtung W:O:A gesetzt und die PARTY STAGE geentert. Klar, SANTIANO ist eher eine Spartenband und diverse Menschen in meinem Umfeld schütteln jedes Mal fassungslos die Köpfe, wenn ich ihnen erzähle, dass ich die Altherren-Band wirklich sympathisch und unterhaltsam finde. Mir egal, mein Opa hat schon im Shanty-Chor gesungen, so!
Schnell merke ich, dass auch andere dem Charme erlegen sind und fleißig die ohrwurmgefährlichen Texte mitgrölen. Bei „Auf nach Californio“ knallt es plötzlich wie von einer Schiffskanone und goldenes Konfetti regnet auf die jubelnde Meute.

In der Mitte des Sets offenbaren sich dann doch ein paar Längen, denn mit „Warten bis der Wind weht“ versuchen die sonst so spaßigen Seemänner auf einmal eine ernste, seriöse Seite zu zeigen. Singen bei schleppender, dunkler Musik über Pest und Tod – eine Facette, die ihnen, aus meiner Sicht, nicht gut steht. Ich wage mal die Behauptung, dass niemand SANTIANO hört, weil es sich um überragend gute Musiker handelt, oder weil die Texte so tief und berührend sind. SANTIANO haben ein einfaches Erfolgsrezept: Gute Laune, Authentizität und Texte, die man auch mit zwei Promille im Blut versteht.
Zum Glück besinnen sie sich nach diesem kurzen Ausrutscher wieder und singen bis zum Ende der Show wieder von Jan und Hein und Klaas und Pit, Rum und leichten Mädchen. Richtig so. Danke.

Parallel dazu spielen CHILDREN OF BODOM auf der BLACK STAGE und versuchen offenbar, MOTÖRHEAD den Titel als lauteste Band Wackens abzuringen. Selbst hartgesottene Metaller kramen ihre Ohrstöpsel aus der Kutte und schieben sie sich so tief in die Gehörgänge, wie es nur geht. Es ist wirklich schmerzhaft laut, sodass es kaum Spaß macht, Songs wie „Are you dead yet?“ oder „In your Face“ zu hören.
Der Auftritt von COB ist leider wie jeder andere der Band und kaum etwas Besonderes. Das einzig Positive ist, dass es durch die späte Stunde ein wenig kühler geworden ist und man nicht mehr das Gefühl hat, ein Sauerstoffzelt zu benötigen, sobald man mehr als drei Mal den Kopf vor und zurück bewegt.

Den anschließenden Auftritt von APOCALYPTICA streife ich nur kurz. Die drei finnischen Cellisten sind mit einem kompletten klassischen Orchester angerückt. Sowohl optisch als auch musikalisch sehr beeindruckend. Aber aufgrund der äußeren Umstände können sie mich jetzt gerade nicht in ihren Bann ziehen. Ich mag die Mischung aus Klassik und Metal ohne Gesang, die APOCALYPTICA bedienen, durchaus gerne. Aber auf CD bei einem Glas Wein – oder bei Nacht, mit brennenden Fackeln in einem Amphitheater – würde es sicher besser funktionieren.

Um 21:00 Uhr brennt die BLACK STAGE. Sie haben es tatsächlich geschafft: Wenn das Wacken ruft, stehenMOTÖRHEAD bereit. Aber richtig gut sieht LEMMY KILMISTER nicht aus. Undeutlich lallt er den Leitsatz der Band ins Mikro: „We are Motörhead, and we play Rock 'n Roll“. Das Publikum jubelt lautstark, aber innerlich wird sich der ein oder andere fragen, wie lange das noch gut geht. 

Seit 39 Jahren steht Lemmy wie ein Fels in der Brandung, doch spätestens seit letztem Jahr gerät er ins Schwanken. Vor ihm auf dem Boden liegt ein riesiger Schlauch, der ihm Luft ins Gesicht pustet und den scheint er auch zu brauchen. Fast wie eine lebendige Statue wirkt der Sänger. Kein Schritt zu viel, kaum eine Kopfbewegung. Man muss leider sagen, dass man viele Songtexte nur noch erkennt, weil Lieder wie „Damage Case“ und „Over the Top“ mittlerweile Klassiker sind und man sie schon einige Male gehört hat. Aber er schlägt sich wacker und hält die kompletten 75 Minuten durch. Wir erinnern uns: Im letzten Jahr musste der Auftritt vorzeitig abgebrochen werden.

Bei „Killed by Death“ gesellt sich ein weiteres Urgestein des Metal zu den Briten. DORO PESCH, die wohl jeder kennen dürfte, unterstützt Lemmy gesanglich und sorgt damit erneut für Jubelstürme. Mit „Ace of Spades“ und „Overkill“ endet der Auftritt der lebenden Legenden, der viele nachdenklich zurücklässt. Auf der einen Seite ist es immer toll, Lemmy, „Wizzö“ und Mikkey Dee zu sehen. Auf der anderen Seite möchte man sie so kraftvoll in Erinnerung behalten, wie sie vor einigen Jahren noch waren.

Die trüben Gedanken können sich aber nicht lange halten, denn SLAYER haben es sich heute scheinbar zur Aufgabe gemacht, Wacken komplett zu zerlegen. Ich habe die weltbekannten Thrasher schon einige Male auf anderen Festivals gesehen, war aber bisher nie vollends überzeugt – bis jetzt. Von Anfang an lassen die Herren keinen Zweifel daran, wer hier die Chefs im Ring sind. Druckvoll, energetisch und präzise wie ein Uhrwerk hämmern sie sich durch ihr Set. Flammen und grelles, flackerndes Bühnenlicht konkurrieren mit dem brennenden Wackenschädel. Ein beeindruckendes Bild, welches perfekt zum SLAYER-Klassiker „Hell awaits“ passt.                   

Was Araya, King und Kollegen hier abliefern, ist mehr als amtlich. Zehntausende Fans rasten kollektiv aus und moshen, bis die Nackenmuskulatur nachgibt zu „War Ensemble“ und „Raining Blood“.
Als Abschiedssong haben sich die Kalifornier „Angel of Death“ ausgesucht, welcher die Geschichte von Josef Mengele, dem sogenannten Todesengel von Ausschwitz erzählt. Nach der Veröffentlichung im Jahr 1986 sorgte dieser Titel für ordentlich Furore. Hier und jetzt sorgt er für ordentlich viel Headbanging, einige Circle Pits und tosenden Jubel.

Samstag 02.08.2014

Endspurt. Nach drei Tagen im Wüstenstaat Wacken lassen die Kräfte langsam nach. Und gerade die letzte Nacht war in den frühen Morgenstunden etwas unruhig. Vielen Dank nochmal an meine Mitcamper. Aber Schwamm drüber, wer auf ein Metalfestival geht, gibt sein Recht auf Nachtruhe am Eingang ab.

Also fix frisch gemacht und angestoßen und ab geht’s zu ARCH ENEMY. Ich freue mich auf den Auftritt, denn die neue Dame am Mikrofon Alissa White-Gluz habe ich bisher noch nicht live gesehen. Da die Securitys aber urplötzlich der Meinung sind, dass man bestimmte Abkürzungen für Journalisten nicht mehr nutzen darf, obwohl das die letzten Tage völlig okay war, muss ich einen Umweg machen und komme zu spät. 
Alissas Organ hat man aber schon kilometerweit entfernt gehört. Sie steht ihrer Vorgängerin und guten Freundin Angela Gossow stimmlich um nichts nach und ist dazu auch noch ziemlich hübsch.

Das Energiebündel hüpft über die Bühne und fühlt sich sichtlich wohl. Die Connection zwischen ihr und den Fans stimmt. Begeistert werden alte und neue Songs mitgesungen und beklatscht. ARCH ENEMY haben auf jeden Fall einen guten Griff gemacht und mit Alissa eine würdige Nachfolgerin gefunden.

Habe ich übrigens erwähnt, dass es schon wieder unfassbar voll und eine Million Grad heiß ist? Irgendwie eine unpassende Stimmung für die sehr düsteren BEHEMOTH, die nun die undankbare Aufgabe haben, gegen die Mittagssonne anzuspielen. Mal im Ernst, wer hat das denn festgelegt? Egal, ich freue mich schon seit Wochen auf den Auftritt und wimmele mich ein weiteres Mal durch die Massen in Richtung Bühne. Im direkten Vergleich zu ARCH ENEMY ist es relativ leer.

Die Black Metaller versuchen alles, um die Fans von sich zu überzeugen und haben eine fette Setlist am Start. Unter anderem mit „Conquer All“, „The Satanist“ und „Ora pro nobis Lucifer“. Der Sound ist super und auch das Bühnenbild gut gewählt. Ein riesiges weißes Banner mit Logo ragt hinter den Musikern empor, welches bei „The Satanist“ schlagartig seine Farbe in Mitternachtsschwarz ändert. Ein schöner Effekt.
Doch es hilft alles nichts. Irgendwie will der Funke nicht überspringen. Black Metal im Hochsommer zur Mittagszeit ist einfach eine schwierige Kombination. Aus meiner Sicht trotzdem ein sehr starker Auftritt.

Für einen krassen thematischen Kontrast zu den bitterbösen BEHEMOTH sorgt im Anschluss Spaßvogel und musikalisches Genie DEVIN TOWNSEND. Der Kandier ist wie immer bester Dinge und bringt in seinen Ansagen mehr Witz auf die Bühne, als so manch gut gebuchter Stand Up Comedian. Leider scheint es technische Probleme mit der LED Wand zu geben. Kurz vor dem Auftritt konnte man noch hinter dem Vorhang eine Animation von ZILTOID sehen, die während der Show nicht kommt. Stattdessen sieht man lange Zeit nichts und dann das Wacken-Logo. „By your Command“ muss also leider ohne den Horror-Muppet auskommen. Devin lässt sich davon nichts anmerken und zieht seine Show weiter durch.

Glücklicher Weise können die technischen Probleme behoben werden, so dass bei „Supercrush!“ das zugehörige, sehr schräge Musikvideo abgespielt werden kann. Wer es noch nicht kennt: Unbedingt mal anschauen . Bevor DEVINmit „Grace“ von der Bühne geht, erinnert er noch einmal daran, dass wir uns alle gegenseitig schätzen und auf einander Acht geben sollen und ruft zu einer Gruppenumarmung auf. Wir leisten gerne Folge und fühlen uns irgendwie ganz wohlig. Hach, schön.

Ich arbeite mich im Infield langsam von links nach rechts. Denn jetzt geht es weiter zur PARTY STAGE, umHATEBREED zu feiern. Die kleine Bühne hat den Vorteil, dass man näher rankommt und dadurch mehr von der Stimmung einfangen kann. Und die ist ausgezeichnet, als die New Yorker Hardcore-Band erscheint.
Neben harten Klängen sind die Musiker auch für ihren besonders harten Moshpit bekannt, der schon häufig zu Verletzungen führte. Hier bleibt es aber friedlich. Es gibt zwar einen Moshpit, aber dass der härter ist als andere, kann ich nicht behaupten.

Obwohl ich nicht viele Songs von HATEBREED kenne, reißen mich die Gitarrenrifs mit. Bei „Destroy everything“ beschließe ich, mich nun auch endlich mal auf Händen tragen zu lassen. Zack, geht es auf Richtung Bühne. Als sich direkt vor mir der Moshpit auftut, frage ich mich, ob die Idee wirklich gut war, aber ein paar starke Arme heben mich sicher über das Gefahrengebiet. Ja ich weiß, Crowdsurfer sind nervig, insbesondere ab einer gewissen Gewichtsklasse, aber es ist einfach ein tolles Erlebnis und ich kann absolut nachvollziehen, weshalb so viele Menschen die Gelegenheit bei Konzerten und Festivals nutzen.

Ohne Pause geht es weiter zu AMON AMARTH. Die Nordmänner rocken von Anfang an und setzen beinahe die Bühne in Brand durch den übermäßigen Gebrauch ihrer unverkennbaren Pyrotechnik. Wie auch sonst ist ihr großes Drachenschiff mit dabei. Bei Songs wie „Guardians Of Asgaard“, „Twilight Of The Thunder God“ oder „Death In Fire“ beziehen sie es in ihre Performance mit ein, indem sie darauf headbangen und das tun, was Nordmänner eben tun: Met trinken.

Apropos trinken: warum ist das Bier eigentlich schon wieder alle? Vor MEGADETH muss sich auf jeden Fall noch gestärkt werden. Und so eine kleine HANDBROTZEIT geht auf jeden Fall auch noch.

Ob MEGADETH auf ihre alten Tage ein bisschen tüdelig werden, kann ich nicht beurteilen, aber es fällt im Publikum schon auf, dass beim Intro der Sound für gute zwei Minuten weg ist, ohne dass die Musiker es zu merken scheinen. Aber zugegeben, wenn der Sound aus den Monitoren noch funktioniert, merkt man das auf der Bühne auch nicht unbedingt. Als Ausgleich dafür geht die Nebelmaschine völlig unvermittelt und unpassend an. Vielleicht, um die Stille zu überbrücken. Kurz danach fällt der Bass aus. 
Pleiten, Pech und Pannen, die nicht aufhören wollen. Oder ist es Absicht, dass pünktlich zu „Sweating Bullets“ die Stimme von Dave Mustaine runtergedreht wird? Naja, abgesehen von diesem anfänglichen Wirrwarr schlagen sich die MEGADETH sehr gut. 

Im Gegensatz zu den danach spielenden AVANTASIA. Sorry, aber ich kann mich einfach nicht an diese Band gewöhnen. Mal abgesehen davon, dass die stimmliche Leistung von Tobias Sammet ziemlich mau ist, wirken sie ein ganz klein wenig zu sehr von sich selbst überzeugt. Nach eigenen Angaben spielen sie gerade vor über 100.000 Leuten und lassen sich feiern, als wären sie AC/DC, METALLICA, IRON MAIDEN, ALICE COOPER und MOTÖRHEAD in einem. Und die Spielzeit von etwa zwei Stunden scheint nicht nur einen Teil des Publikums zu ermüden, auch die Musiker wirken irgendwann erschöpft und scheinen wenig Lust zu haben, ihre Show komplett zu spielen. Die letzten 20 Minuten zieht Tobias mit diversen Ansagen unnötig in die Länge. Vielleicht wollte er einfach keine weiteren Songs mehr spielen.

Camp Chaos und ich lassen den Abend im WASTELAND ausklingen, wo die Jungs ein letztes Mal Honey anschmachten können, und ein letztes Mal schleppen wir uns in Richtung Zelt. Müde, dreckig, mit schmerzenden Füßen, aber total glücklich. 

Es war wieder einmal großartig. Aber bei aller Freude sei ein bisschen Kritik erlaubt: Für ein 25jähriges Jubiläum hätte ich ein bisschen mehr Lametta erwartet. Irgendwie war es ein Wacken wie jedes andere und in der Retrospektive betrachtet, war das Line-Up im vergangenen Jahr aus meiner Sicht deutlich besser. Auch die neuen Standorte von Pressebereich und VIP-Campingplatz sind für Journalisten und Fotografen mehr als kontraproduktiv. Bitte noch mal überdenken, liebe Organisatoren. 

Davon einmal abgesehen, ist das W:O:A immer wieder ein großartiges Erlebnis, was auch der Ticketverkauf deutlich belegt. Gerade einmal 12 Stunden hat es gedauert, die 75.000 Tickets für Wacken 2015 an den Mann zu bringen. Neuer Rekord.

Wir Rocken 2015 wieder in WACKENNNNNNNN

 

VW ( Valerie Wenzel  LetsRockRadio )

Wacken 2014

Wacken 2014

 

!!! WACKEN OPEN AIR 2014 !!!

!!! 25 Jahre WACKEN !!!


Das WACKEN Open Air feiert dieses Jahr sein 25 Jähriges Jubiläum, bereits der Start desWACKEN OPEN AIR 2014 war ein Kampf um das letzte Ticket. In Weniger als 48 Stunden hieß es WACKEN 2014 SOLD OUT, 75.000 Tickets fanden ihren Metalhead.

Specialguest: Der Comedien  Bülent Ceylan der selbst ernannte Metaltürk live auf dem WOA 2014.

Headliner für das WOA 2014 ist noch nicht Bekannt gegeben, es bleibt also eine Überraschung für all die Metalheads. Auf dem WOA 2013 war der Headliner Rammstein mit einer Atemberaubenden Bühnenshow.

 

Das Billing/Bands 2014

A Pale Horse Named Death/ Amon Amarth/

Apocalyptica & Avanti! Orchestra/ Arch Enemy

August Burns Red/ Avantasia/ Bülent Ceylan/ Behemoth/ Bembers/ Blechblosn/ Bring Me The Horizon / C.O.P. UK/ Carcass/ Children Of Bodom/ Chthonic/ Crematory/ Decapitated/ Degradead/ Der W/ Devin Townsend Project/ Dunkelschön/

Earth Divide/ Emperor/ Endstille/Excrementory Grindfuckers/ Firkin/ Five Finger Death Punch/ Fleshgod Apocalypse/For The Imperium/ Godsized/ Hammerfall/ Hatebreed/ Heaven Shall Burn/ Hellyeah/ Iced Earth/ ICS Vortex/ J.B.O./ King Diamond/ Knorkator/ Kreator/ Lacrimas Profundere/ Masterplan/ Megadeth/ Motörhead/ Nachtgeschrei/ Nailed To Obscurity/ Nightmare/ Omnia/ Onkel Tom/ Pampatut/ Prong/ Red Hot Chilli Pipers/ Saltatio Mortis/ Santiano/ Saxon/ Schandmaul/ Skid Row/ Sodom/ Steel Panther/ The Ocean/ The Vintage Caravan/  Torment/ Vogelfrey/ Vreid + Guests Sognametal 20 Years/ W.A.S.P.

 

In diesem Sinne: WACKÖÖÖN!!!

 

http://www.wacken.com

BANG YOUR  HEAD 2014 !!!!

 

Bang Your Head


Am 11. und 12. Juli findet erneut das seit Jahren etablierteFestival Bang your Head!!! auf dem Messegelände zu Balingen statt und hat wieder ein enorm starkes Billing zu bieten.

 

Es stehen zwar noch nicht alle Bands fest, doch die bisher bestätigten Bands lassen schon mal kräfitg aufhorchen. Egal ob etablierte Rocker wie TWISTED SISTER oder EUROPE, Thrasher wie ANTHRAX oder ACCUSSER, Death Metal Bands wie GRAVE oder OBITUARY oder neuere Bands wie EKTOMORF oder UNISONIC, hier sollte für jeden Metal Fan etwas dabei sein.

 

Dazu gibt es natürlich eine große Campingsauße, einen Metalmarkt auf dem Gelände, oderntlich kulinarische Auswahl, feste Toiletten auf dem Gelände und die gewohnt entspannte Atmosphäre.

Tickets, alle bisher bestätigten Bands und alle weiteren Infos findet ihr auf der offiziellen Homepage unter: www.bang-your-head.de

 

Lieberberg: Kein Namensrecht für Rock am Ring


Neues im Rechtsstreit um Rock am Ring: Der heutige Verhandlungstag hat ergeben, dass Marek Lieberberg nicht das alleinige Recht am Namen des Traditionsfestivals hat. Er benötigt die Zustimmung der Nürburgring GmbH, um den prestigeträchtigen Namen nutzen zu dürfen.

Es sieht ganz danach aus, als müsste Rock Am Ring 2015 unter einem anderen Namen in Mönchengladbach stattfinden. Wie am Montag in Koblenz bei Gericht entschieden wurde, darf Marek Lieberberg den Namen und damit auch die Marke nicht ohne Zustimmung der Nürburgring GmbH nutzen. Das Urteil fiel damit knapp einen halben Monat, nachdem Insolvenzverwalter und der Eigener Capricorn eine einstweilige Verfügung gegen den 68-jährigen Konzertveranstalter eingereicht hatte

 

 Ob sich Marek Lieberberg einerseits und die Veranstalter des Konkurrenz-Festivals am Nürburgring, der Grünen Hölle, einigen können? Lieberberg dürfte für das alleinige Namensrecht eine nette Ablösesumme zahlen müssen – unklar ist bislang aber auch, ob es so weit kommen wird. Schließlich würde eine solche Einigung die Marke Rock am Ring stärken, wo doch der neue Nürburgring-Eigner Capricorn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Entertainment Agentur (DEAG) am gleichen Wochenende sein neues Festival Grüne Hölle veranstalten will.

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich auch, dass Marek Lieberberg auf die Namensrechte verzichtet und sich einen neuen Titel für sein in Mönchengladbach stattfindendes Festival überlegt. Sein Anwalt, so heißt es allerdings vorerst, will das Urteil "genau prüfen", denn "Recht haben und Recht bekommen, sind bekanntlich zweierlei Dinge", wie Marek Lieberberg in einer Stellungnahme erklärte.Es bleibt spannend im Rechtsstreit um Rock am Ring 2015.

 

 

 

Wir rocken weiter - 5.-7. Juni 2015! ….Wo  geht es hin zum rocken????


Das ist das eben auf der Pressekonferenz von Marek Lieberberg ausgegebene Motto für "Rock am Ring" im nächsten Jahr. Aber wo das größte Rockspecktakel demnächst stattfinden wird, konnte er noch nicht bekanntgeben. Weiterhin ist Mönchengladbach in der Planung, was aber nicht vor Dienstag entschieden wird! 


Auch beim Line-up oder mögliche Headliner hält sich Lieberberg zurück und verweist auf die bisherige Praxis, dies erst einige Monate vor Festivalbeginn im nächsten Jahr zu veröffentlichen. Hier will man sich auch nicht durch das Nachfolgefestival "Grüne Hölle" und den neuen Veranstalter beeinflussen lassen ...

Rock am Ring 2014

Rock am Ring.......eine Ära endet....

 

Rock am Ring 2014 - So war der Donnerstag: Roboter Eddie und Punk-Urgesteine

 

Zum letzten Mal findet in diesem Jahr Rock am Ring am Nürburgring statt. 

Mit strahlendem Sonnenschein startet Rock am Ring 2014 am Donnerstag in die letzte Runde am Nürburgring. Das Festivalwochenende wird von den Metalcorern von Falling In Reverse auf der Centerstage eröffnet, die Alterna- und Clubstage bleiben an diesem Tag noch geschlossen. Anschließend stehen zwei echte Punk-Urgesteine auf der Bühne: Pennywise und The Offspringziehen bereits zahlreiche Besucher an. Letztere haben zum 20-jährigen Jubiläum ihres Erfolgsalbums „Smash“ ein ganz besonderes Set zusammengestellt, trotz hoher Hitdichte bleibt die Stimmung bei beiden Bands jedoch verhalten – die Hymnen „Bro Hymn“ und „Self Esteem“ mal ausgenommen.

 

Das ändert sich leider auch bei den Headlinern des Abends, Iron Maiden, nicht. Zwei Stunden lang spielen sich die NWOBHM-Legenden energisch und mit aufwändiger Bühnenshow inklusive einem riesigen Roboter-Eddie durch ihre Diskografie, das Publikum lässt sich jedoch nicht zu mehr als Kopfnicken mitreißen und macht einen Eindruck zwischen andächtig und gelangweilt. Songs wie „Can I Play With Madness“ oder „Two Minutes To Midnight“ sind für die breite Masse wohl einfach nicht Singalong- und Partytauglich genug. In Feierlaune ist jedoch zumindest Drummer Nicko McBrain, der auf der Bühne seinen 62. Geburtstag feiert.

 

Im Anschluss an Iron Maiden warten die Besucher gespannt auf den mysteriösen Special Guest, der um 0 Uhr die Bühne betreten soll. Das Geheimnis ist gelüftet, als im Publikum zahlreiche Pandamasken-tragenden Bengalo-Schwenker auftauchen – Cro kommt auf die Bühne und die Reaktionen des Publikums sind gespalten. Die Iron-Maiden-Fans suchen das Weite und machen Platz für eine jüngere Zielgruppe. Nun ist gute Laune angesagt, und diese hält sich auch bei den späteren Auftritten von Rudimental und Klangkarussel, die einige wackere Besucher noch bis fast vier Uhr nachts auf der Tanzfläche halten und schließlich in die wohlverdiente Nachtruhe – oder Afterparty – entlassen.

 

 

DER FREITAG BEI ROCK AM RING - OKKULTISMUS, POP UND INDUSTRIAL  


Tag Zwei von Rock am Ring 2014 ist Geschichte: Wir waren für euch am Freitag dabei und haben die besten Auftritte hier für euch zusammengefasst. Oben seht ihr zudem unsere Galerie zum Festivaltag.

 

Während am Festival-Donnerstag nur die Centerstage geöffnet war, können sich die Besucher am Freitag über ein abwechslungsreiches Programm auf drei Bühnen freuen. Das erste Highlight kann man bereits um 14.30 Uhr auf der großen Bühne sehen: Rival Sonsspielen ihren Blues-Rock zwar vor einem überschaubaren, aber höchst motivierten Publikum, das sich von der knallenden Mittagssonne nicht erschöpfen lässt.

 

Anschließend stehen zwei Gäste aus Großbritannien auf der Bühne: Chartstürmer John Newman (‚Love Me Again’) sorgt für ausgelassene Tanzstimmung, anschließend schlägt Singer/Songwriter Jake Bugg etwas ruhigere Töne an. Freunde des Indie-Rocks kommen später voll auf ihre Kosten: Nach Kasabian spielen Mando Diao, deren Imagewechsel zu blondierten Jogginganzugträgern jedoch für einige Irritation im Publikum sorgt. Headliner des Abends auf der Centerstage sind Kings Of Leon, die das zahlreich erschienene Publikum mit einem eineinhalbstündigen Set begeistern können.

 

Das wohl abwechslungsreichste Programm des Tages ist auf der Alternastage zu finden:  Von den Gypsy-Punkern Gogol Bordello über die Indie-Rocker Editors bis hin zur Electro-Band Crystal Fighters ist für jeden Geschmack etwas dabei und volle Tanzpits sind garantiert. Als Queens Of The Stone Age um 23.15 Uhr schließlich die Bühne betreten, platzt der Zuschauerraum der Alternastage aus allen Nähten – Hits wie „Little Sister“ und „Go With The Flow“ will sich schließlich keiner entgehen lassen. Auch wenn einige Zuschauer anschließend den Heimweg antreten, sorgen Nine Inch Nails danach noch einmal für laute Singalong-Chöre und ein begeistertes Publikum. Das liegt natürlich nicht zuletzt an Industrial-Legende Trent Reznor, der auf der Bühne alles gibt und sogar einen eigenen Beleuchter dabei hat, der ihn mit einem Scheinwerfer in der Hand ins rechte Licht rückt.

 

Wer auf etwas härtere Klänge steht, den verschlägt es am Freitag nicht selten zur Clubstage, wo mit Miss May IArchitects und Of Mice & Men die geballte Ladung Metalcore auf der Bühne steht. Das meiste Publikum ziehen um 19.25 Uhr Suicide Silence an, die nach dem Tod ihres Frontmanns Mitch Lucker 2012 ihren neuen Sänger Eddie Hermida zum ersten Mal einem deutschen Publikum präsentieren.

 

Von den Besuchern leider größtenteils unbeachtet spielen später am Abend die schwedischen Okkult-Rocker Ghost um Sänger Papa Emeritus II und seine namenlosen Ghouls, deren kostümierter Auftritt allein schon der Optik wegen einen Besuch wert ist.

Als letzte Band des Abends spielen Anthrax, die die erste von drei Bands der „Big Four“ sind, die an diesem Festivalwochende am Nürburgring auftreten. Das Publikum wird von der Band immer wieder angestachelt und feiert bis zum Schluss lautstark mit. Bei den Kollegen von Slayer und Metallica dürfte diese Stimmung in den kommenden Tagen jedoch noch übertroffen werden.

 

Rock am Ring 2014, der Samstag: Slayer und Fanta 4 zerlegen die Bühne in Schutt und Asche 


Bewegende Worte von Veranstalter Lieberberg prägen den Samstagabend.

Brütende Hitze auf den Köpfen der Festivalbesucher: Samstag, der dritte Tag bei Rock am Ring 2014 wartet mit bestem Wetter auf. In unserer Bildergalerie sehen Sie unsere Fotos von Festivaltag drei.

 

Der Wieland eröffnet Rock am Ring gegen 14 Uhr auf der Clubstage und holt die ersten wenigen Rock-am-Ring-Besucher aus der Katerlaune und auch bei Breton gegen 17.30 Uhr lassen sich nur wenige Zuschauer vom guten Sound der Londoner überzeugen. Munterer geht es da zeitgleich bei Kaiser Chiefs zu, die mit Songs wie „Everyday I Love You Less And Less“ gleich zu Beginn oder „Bows And Arrows“ vom neuen Album motivieren können. "Es ist noch Suppe da" heißt es anschließend bei Alligatoah, der mit einer einfallsreichen Performance das Publikum zum Feiern und Tanzen einlädt.

 

Der bewegendste Moment des Abends: Marek Lieberberg richtet sich mit einer Rede an über 80.000 Besucher von Rock am Ring, um ihnen für ihre Treue über 29 Jahre am Nürburgring zu danken und zu versichern, dass es 2015 ungebremst am neuen Standort weitergehe. Sichtlich gerührt vom bedingungslosen Zuspruch der Musikfans stimmt der Festival-Veranstalter den Schlachtruf „Wir sind der Ring“ an und überlässt die Bühne dann den Fantastischen Vier, die ACDCs „Thunderstruck“ zu „FAN-TA“ umändern. Der Abend auf der Centerstage wird von Linkin Park beschlossen, die sich zwar etwas verspäten, dann aber bei "In The End" einen Singalong-Chor anzetteln, der an Lautstärke an diesem Wochenende kaum noch zu überbieten sein dürfte.

Auch an der Alternastage tummeln sich die Massen, um zum Beispiel die Norweger von Kvelertak zu sehen. Sänger Erlend Hjelvik kommt wie gewöhnlich mit Eulen-Maske auf die Bühne. Mit der kann er sich zwar nicht richtig bewegen und wohl auch kaum sehen, aber sobald ihm der Kopfschmuck abgenommen wird, gibt es kein Halten mehr. Für einen deutlich größeren Publikumsansturm sorgen Heaven Shall Burn aus Thüringen, die die Besucher bereits gut für Rob Zombie aufwärmen. Mit leuchtenden Gitarren, nietenbesetzten Bässen und regelmäßigen Kostümwechseln hat der Gruselrocker eine der aufwändigsten Bühnenshows an diesem Abend zu bieten. Und er tut das, was sich wohl jeder Festivalgänger schon einmal gewünscht hat: den besoffenen Typen im Bananenkostüm rausschmeißen. Direkt im Anschluss legen Slayer die Bühne in Schutt und Asche – Jan Delays Show danach nur noch Spielen im Sand.

 

Rock am Ring 2014 - So war der Sonntag:Metallica-Soundgewitter zum Finale

Harter Kampf der Festival-Veranstalter

 

 

Tagsüber glaubt man, ein Plakat bei Bahrweiler und zwei weitere am Ringwerk seien die einzige Werbung für das neue Festival im kommenden Jahr. Doch nachts offenbart sich dann: Über die gesamte Breite des Ringswerks strahlt ein riesiger Bildschirm, um für das neue Festival zu werben. André Lieberberg wollte „andere Veranstaltungen nicht kommentieren“, wie er auf der Pressekonferenz zeigte. Aber es zeigt deutlich: Es wird ein harter Kampf um die besten Bands werden zwischen MLK und der DEAG. 

 

 

Maximo Park und die große Hitze

 

Es ist „benaut“, wie der Euskirchener Redaktionsleiter Günter Zumbé gerne mal sagt, wenn es schwül ist. Vielleicht ist das ja der Grund, warum sich die Festivalbesucher etwas träge verhalten und die Plätze vor den Bühnen noch relativ verwaist sind. Bei Maximo Park am Sonntag gegen 16.15 Uhr bewegt sich die Besucherzahl im unteren vierstelligen Bereich. Doch egal ob 100, 1000, 10000 oder 100000 Leute: Paul Smith (oder Schmitze Päul, wie der Eifeler sagt) ist die geborene Rampensau und reißt die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde mit.

Er springt, er schattenboxt, er grimassiert, er zeigt mit dem Finger auf Leute und schafft es dabei trotzdem zu singen. Die Songs von Maximo Park, besonders die älteren, sind nach wie vor so mitreißend wie beim ersten Hören. Das ist nicht weniger als großartig – wie eigentlich immer, wenn die Band auftritt.

 

 

Kommt das Unwetter oder nicht?

 

Kommt das Unwetter oder kommt es nicht? Wird Metallica-Sänger James Hetfield auf der Bühne gar vom Blitz erschlagen und alle Fans halten das für einen genialen Pyro-Effekt? Das sind die Fragen, die man sich stellt. Eifel-Experten behaupten steif und fest, das prognostizierte Gewitter mit Hagel und Starkregen zieht vorbei. Andererseits: Ein Rock am Ring ohne Platzregen? Sollte das tatsächlich die größte Überraschung im „Line-up“ des Festivals werden?

In Extremo ist es definitiv nicht, die spielen schon zum fünften Mal am Nürburgring. Und wie auch schon Rea Garvey liefern die Mittelalterrocker, die mit zum Teil historischen Instrumenten die Rockfans überzeugen, ein Statement für den Ring. Es sei eine Ehre für sie, bei Rock am Ring auftreten zu dürfen. Und dann setzt es auch noch einen Schuss gegen Metallica und die USA im allgemeinen: Amerikaner würden gerne Verbote aufstellen, zum Beispiel jenes, dass andere Bands den schon aufgebauten Steg für Metallica nicht nutzen dürfen. „Beschwert euch bei Obama“, sagt Sänger „Das letzte Einhorn“, bevor er das Verbot missachtet.

 

 

Mädchen mögen Milky Chance

 

Die Mädchen mögen Milky Chance, das merkt man sofort. Die zwei Jungs, die mit Gitarre und Laptop auf der großen Bühne ein bisschen verloren wirken, geben sich tiefenentspannt. Als während dem ersten Song die Saite reisst, lässt der Frontmann sich alle Zeit der Welt, sein Instrument zu richten und dann weiter zu machen. Das Publikum findet das wahrscheinlich irgendwie süß. Musikalisch gestaltet sich das ganze ziemlich poppig. Ein bisschen Reggae, ein bisschen Pop, ein bisschen Elektro. Ist wirklich ganz süß, aber die Frage ist, was nach “Stolen Dance” kommen soll.

 

 

Das war richtiger Rock’n’Roll

 

Was für ein Auftritt. Das Mädchentrio Haim hat auf der Alternastage bewiesen, dass sie keine niedliches Girls-Trio sind. Den teils zuckersüßen Pop-Rock von ihrem Debütalbum hätte man auch anders präsentieren können. Die drei Damen marschierten ohne Ansage auf die Bühne und begrüßten das Ringpublikum erst nach dem zweiten Song mit den Worten: “We’re gonna jam the fuck out.” Und das haben sie dann auch gemacht.

Minutenlang wurden Gitarre, Bass und Schlagzeug bis zur Ekstase malträtiert. Dazu flogen die Haare, die Gesichter verzerrten sich in völliger Weltabgewandheit. Und so zelebrierten die drei Damen ihre Popsongs mit ähnlicher Entrückung und abgesehen von einem “Danke” ohne weitere Worte. Zum Abschluss lieferten sie sich eine Schlagzeugschlacht, an deren Ende sie so schnell verschwanden, wie sie gekommen waren. Inmitten von gut gelaunten Entertainern und choreografierten Bühnenshows ist so ein schräger Auftritt ein Lichtblick. Das war nämlich richtiger Rock’n’Roll und das von einer Band, von der das wohl niemand erwartet hätte. 

 

 

Die großen Unbekannten vor Metallica

 

Avenged Sevenfold. Für mich waren das die großen Unbekannten. Sie haben den Platz direkt vor Metallica und ich kenne die Band gar nicht. Ein Blick ins Internet verrät mir: Es handelt sich um die neuen Metal-Götter (so jedenfalls sagt der Rolling Stone). Die Jungs gehen wirklich hart zu Werke. Hinter Bühne hängt ein Totenschädel mit Flügeln an der Seite (kennt irgendwer die Höhle des Schreckens aus “Asterix erobert Rom”? – Genau so ein Totenschädel!) und aus den Aufbauten lodern die Flammen.

Die Musiker aus Kalifornien geben sich aber handzahm und fotogen, dazu stoben Feuerstöße aus der Bühne. Das sieht alles sehr gekonnt aus. Abgesehen von der Frisur vom Sänger. Die sieht ganz schlimm aus. Mit der musikalischen Bewertung halte ich mich indes zurück. Mir ist das alles viel zu wüst, aber am Ring gibt es ein großes Publikum für diese Musik, dass schon seit einiger Zeit mit Schildern “A7X” winkt. A7X? So kürzen die Fans die Band ab. Parallelwelten.

 

 

 Uhr: Against Me! und die Sexualität

 

Es ist ja in letzter Zeit schon etwas unfair. Die Berichterstattung über Against Me! ist derzeit stark verbunden mit der Sexualität von Sänger/Sängerin Tom Gabel/Laura Jane Grace. Gabel nimmt eine Geschlechtsangleichung zur Frau vor, da gerät die Musik in den Hintergrund. Dabei haben die Punkrocker aus den USA durchaus sehr akzeptierte Platten abgeliefert, das 2007er-Werk „New Wave“ wurde vom Spin Magazine gar zum Platte des Jahres auserkoren. Am Nürburgring ist man dann hin und hergerissen. Von den weiblichen Gesichtszügen und den angedeuteten Brüsten der Frontfrau mit der Männerstimme. Aber auch von dem melodischen Punkrock, den man so schon tausend Mal gehört hat.

 

 

Pete Doherty und der „Special Drink

 

Es war vielleicht keine schlechte Entscheidung, Rock am Ring mit einem Besuch des Babyshambles-Auftritt zu beenden. Denn Pete Doherty lieferte exakt das ab, was man von ihm erwartete. Großartige Songs, aber auch wieder ein stellenweise skandalöses Benehmen. Auf einem Kleiderständer stehend wurden die Babyshambles auf die Bühne gefahren. Da lachte Pete Doherty noch und man hatte das Gefühl, alles wird gut. Der vollkommen ergraute Sänger hinterließ einen aufgeräumten, gelösten Eindruck. Die ersten Songs gerieten druckvoll, das Publikum wurde mitgerissen. 

 

Das größte Problem stand auf einer Lautsprecherbox: ein orangefarbenes Gesöff, das Doherty als „Special Drink from Liverpool“ ankündigte. Nach jedem Song kippte er mindestens einen halben Becher weg – immer auf ex. Durch die Druckbetankung wurde aus dem anfangs sympathischen, etwas skurrilen Onkel mit Kapitänsmütze ein widerlicher Flegel. Mit dem Mikrofon fegte er ein Glas oder eine Flasche von einem Lautsprecher. Sofort kam ein Roadie zum Wischen, auch ein Kameramann des SWR half beim Scherbenaufsammeln. Dessen Kollegin bekam gleich zweimal Dohertys Rockstargehabe zu spüren. Erst bekam sie einen halbvollen Becher des Liverpooler Special Drinks aufs Objektiv. Nachdem sie das mühselig wieder gereinigt hatte, schmiss Doherty sein Mikro in die Kamera, die aber heil blieb.

 

Dohertys Auftritt wurde immer zerfahrener. Zwischen den Songs stimmte er leise „The Wild Rover“ und „Windmill in Old Amsterdam“ an. Dann warf er den Mikroständer Richtung Security, später wollte er das Mikrofon ins Publikum werfen. Den Zuschauern stattete er auch einen Besuch ab, um sich für „Fuck Forever“ einen Strohhut als Kopfbedeckung zu holen. Acht Minuten vor dem eigentlichen Ende des Auftritts verschwanden die Babyshambles von der Bühne. Dahinter gab sich Doherty wieder handzahm, ließ sich gerne ablichten, verteilte Komplimente und entschwand dann mit einem roten Drink in der einen und einer dunkelhaarigen Frau in der anderen Hand

 

 

Mit Metallica findet das letzte „Rock am Ring“ am Nürburgring ein krachendes und passendes Ende.

 

Mit Metallica geht „Rock am Ring auf der Centerstage“ am Nürburgring zu Ende. Das Unwetter ist ausgeblieben, ein Soundgewitter gabs zumindest von den Headlinern. Die Band gab ihren Fans die Chance, über die Setliste zu entscheiden. Entscheiden müssen sie nächstes Jahr auch, auf welches Festival sie gehen. Die Gerüchteküche brodelt natürlich, wer wo auftreten wird. Für Rock am Ring an neuem Standort wird Rammstein gehandelt, beim Grüne Hölle Rockfestival – so jedenfalls unbestätigte Gerüchte – sollen die “Böhsen Onkelz” auftreten.

 

Damit endet nun die Ära Rock am Ring am Nürburgring



Metallica by Request, so nennt sich das Konzept mit dem Metallica auf der Center Stage auftreten. Über die Setliste konnten die Fans im Internet abstimmen. Für einen letzten Song gab es drei Kandidaten, die den ganzen Tag auf den Monitoren der Center Stage zu lesen waren. Entschieden wurde per SMS (50 Cent pro Stimme – umsonst ist auch das schließlich nicht).

Bevor es mit Musik losgeht, läuft über die Monitore die Szene aus “The Good, The Bad and the Ugly”, in der Eli Wallach über den endlos scheinenden Soldatenfriedhof irrt. Dazu raunt die Menge die berühmte Ennio Morricone Melodie mit.

Die Fans scheinen es hart und laut zu mögen, denn eröffnet wird mit “Battery”, danach geht es mit “Master of Puppets” weiter. Im Snake Pit stehen die treusten Fans versammelt. Die Band läuft die Stege außen rum. Auch die Fotografen müssen sich in das Gemenge stellen, um Bilder zu bekommen. Wie man sich das freiwillig das ganze Konzert an dieser Stelle antun kann, ist mir schleierhaft. Die Lautstärke selbst mit Ohrenstöpseln ist so heftig, dass sich jedes Donnern der Basedrum anfühlt wie ein Schlag in den Magen

 

 

Das  E.N.D.E von Rock am Ring am Nürburgring

Rock am Ring 4 Tage 4 Headliner

 

Rock am Ring 2014: 4 Tage – 4 Headliner

 

Für viele Fans des legendären Festivals in der Eifel geht ein Traum in Erfüllung: Rock am Ring wird 2014 auf vier Tage verlängert. Veranstalter MLK nutzt dasPfingstwochenende und lässt das vom 05.06. bis 08.06.2014 die Tore desNürburgrings für die Fans öffnen. Diese können sich auf Metallica, Kings of Leon, Linkin Park und Iron Maiden als Headliner freuen. Weitere Top Acts folgen Anfang Dezember. Tickets sind ab sofort über Eventim erhältlich und Frühbucher erhalten bis zum 15.12.2013 ermäßigte Preise. Dies gilt auch für das Schwesterfestival Rock im Park (06. – 08.06.2014)

 

Kaum ein Festival in der Welt ist so abwechslungsreich und legendär wie Rock am Ring und Rock im Park. Marek Lieberberg holt seit 29 Jahren die Stars der Musikszene zum Nürburgring und nach Nürnberg. Viele Fans loben die hohe Professionalität des Festivals und seit Jahren sind die Karten in kurzer Zeit ausverkauft.

 

Eine außergewöhnliche Bedeutung erhalten die Metallica-Auftritte im Rahmen der Festivals durch eine einzigartige Publikumsbeteiligung. Den Fans wird die Möglichkeit geboten, die Songs für jede Metallica-Show selbst auszuwählen. Jeder Online-Ticketkäufer erhält per Email einen individuellen Code sowie einen Hyperlink, der ihn zur Abstimmung auf die Metallica-Website führt. Die Fans bestimmen so einen Großteil der Songs, die die Band bei jeder Show spielen wird.

Der Vorverkauf für die Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park startete am 27.11.2013. Am Nürburgring kostet das 4-Tage-Ticket zunächst 189,- Euro, in Nürnberg 185,- Euro. Dieser Einstiegspreis hat bis 15. Dezember Gültigkeit. Danach steigt er in der zweiten von drei Stufen auf 199,- Euro am Ring bzw. 195,- Euro im Park. Hierin sind Campen, Parken, rückzahlbares Müllpfand und die Vorverkaufsgebühr enthalten. Hinzu kommen Buchungs- und evtl. Versandgebühren. Tickets sind exklusiv über Eventim und die daran angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich: www.eventim.de / bundesweite Ticket Hotline: 01806 - 57 00 00 (0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem dt. Mobilfunknetz). FanTickets mit Festival-Artwork gibt es ausschließlich bei eventim.de sowie unter der Hotline.

Die Karten für die Ring-Nordschleife kosten 60,- Euro und sind ebenfalls über Eventim in Verbindung mit dem Kauf eines Rock am Ring-Tickets erhältlich.

 

Ring- und Park-Fans bietet sich die Chance, ihr Open Air-Erlebnis 2014 zu verdoppeln. Rock am Ring oder Rock im Park und das mit Verve gestartete Rock´n´Heim-Festival (15. - 17. August 2014) können zusammen erworben werden. Für einen ermäßigten Preis von 299,- Euro für Ring/Rock´n´Heim oder 295,- Euro Park/Rock´n´Heim zzgl. Buchungs- und evtl. Versandgebühren gibt es bis auf weiteres beide Festivals im Paket.


Gleichzeitig wird dringend davor gewarnt, auf dubiose Ticketangebote aus dem Internet oder illegale Offerten von sogenannten Ticketplattformen einzugehen. Oftmals handelt es sich hierbei um Fälschungen zu überteuerten Preisen, mit denen man keinen Eintritt zu den Festivals erhält. In jedem Fall sind solche Angebote nicht vom Veranstalter autorisiert. Die Fans ersparen sich Enttäuschungen und horrende Aufpreise, indem sie ihre Tickets ausschließlich bei den offiziellen Vorverkaufsstellen erwerben. Bei der erwarteten Nachfrage ist es ein großer Vorteil, sich frühzeitig um Eintrittskarten zu bemühen.

 

Weitere Infos unter:

 

www.rock-am-ring.com

 

www.rock-im-park-com

 

www.rock-n-heim.com

 

www.mlk.com

 

LetsRockRadio ist Live für euch bei Rock am Ring vertreten durch Jens Ramann und Sascha Wenzel.

Sweden Rock 2014: Der Elch ruft und alle  kommen......

 

Sweden Rock Festival 2014

 

Der Elch ruft, und alle kommen. Das SWEDEN ROCK FESTIVAL, das vom 04. bis 07. Juni die Wiesen in Norje, Süd-Schweden rockt, und welches zum wiederholten Mal bereits im Vorfeld ausverkauft war, hat sich aber trotzdem sein entspanntes Flair über all die Jahre bewahrt. "Mit aller Gewalt nur der Kohle wegen wachsen" scheint hier zum Glück kein Thema zu sein, obwohl die Nachfrage mit Sicherheit da ist. Einer von vielen Gründen für uns, mal wieder die Schlafsäcke einzupacken, um bei diesem hochklassig besetzten Event dabei zu sein.

 

Mittwoch:04.06.2014

Der Mittwoch startet immer erst nachmittags und es werden noch nicht alle Kapazitäten des Geländes genutzt. Der Bereich um die beiden größten Bühnen des Festivals, der Rock und Festival Stage, ist noch abgesperrt. Bei dichter Wolkendecke aber trockenen Bedingungen haben VDELLI die Ehre, den Startschuss für das SWEDEN ROCK FESTIVAL 2014 abzufeuern. Und diese Ehre haben sich die Jungens auch verdient, denn das aus Perth, Australien stammende Trio hatte mit Abstand die weiteste Anreise aller Bands des Festivals zu bewältigen. 

Gut 3.000 Fans wissen diese Mühe zu schätzen und bereiten der Band einen lauten Empfang, was besonders dem Chef, Gitarrist, Sänger und Namensgeber Michael Vdelli sehr zu gefallen scheint. Der Blues Rock der Australier eignet sich aber auch sehr perfekt als Quasi-Intro für alles andere, was da noch kommen soll. 
Der Sound ist brilliant, laut und druckvoll, wie immer an der 4Sound Stage, und die Fans vor der Bühne feiern sich schon mal langsam warm. Mit gefallen die Jungens so gut, das ich ihr aktuelles Album „Never Going Back" schon mal direkt auf meiner „Must have"-Liste vermerke. 

Von hier aus geht es direkt rüber zur Sweden Stage, die 2013 soundtechnisch noch ordentlich geschwächelt hat. Die Bühne wurde auch um einiges nach rechts verlegt, und ob es jetzt daran liegt oder nicht, der Sound bei FREAK KITCHEN ist klasse. Man merkt auch sofort, dass die Band hier ein Heimspiel hat, denn das Publikum geht mächtig ab und die Songs werden zum größten Teil mitgesungen.
Ich habe die Band bisher noch nicht live gesehen, mir aber sagen lassen, dass die Mannen um Gitarrist/Sänger Mattias IA Eklundh auf der Bühne gerne mal allerlei Faxen machen. Das bleibt aber mehr oder weniger aus, dafür kann der Dreier aus Schweden musikalisch überzeugen und sie belassen es faxentechnisch bei ihren Lyrics. „Porno Daddy", „God Save The Spleen" und „Propaganda Pie" machen Spaß und sorgen für ordentlich Bewegung vor der Stage.

Als wären wir nicht gerade erst von dort gekommen, geht's zurück zur 4Sound Stage. Die BACKSTREET GIRLS haben sich angekündigt und entpuppen sich leider nicht als Girls. Auch wenn die „Jungens" ordentlich Alarm machen und vor allem Gitarrist Petter Baarli permanent in Bewegung ist, kann mich die Band mit ihrem Boogie Rock nicht wirklich überzeugen und ich wundere mich, dass die BACKSTREET GIRLS damit seit 1984 ununterbrochen am Start sind. Und das, obwohl ihre Liste ehemaliger Mitglieder ungefähr so lang ist, wie der Kader der schwedischen Nationalmannschaft. Sei's drum, um ein paar Bierchen zu zischen und sich dabei berieseln zu lassen, reicht es allemale. 

Ganz schlecht wird es aber, als auf der Sweden Stage EDDIE MEDUZA LEVER ihren Gig spielen. Die Band scheint sowas in der Art wie Guildo Horn auf Schwedisch zu sein, und damit erschließt sich für mich der Humor hinter der Kapelle nicht ganz. Komplett anders sehen das aber offensichtlich die schwedischen Fans, denn vor der Bühne bricht das Chaos aus und ca. 5.000 Leute grölen jeden Song lautstark mit. Davon lasse ich mich dann auch irgendwie anstecken, obwohl ich kein Wort verstehe. Aber was soll's, die Meute scheint danach zu gieren, also kriegt sie, was sie will. Obwohl ich musikalisch mit dem betagten Trio echt rein gar nichts anfangen kann, hab' ich ein Grinsen im Gesicht. 

Zum Glück gibt es danach bei CROWBAR direkt das Kontrastprogramm pur. Das Trio – heute scheint offensichtlich Trio-Tag zu sein – aus New Orleans bringt trotz seines doomigen Songmaterials zum ersten Mal beim diesjährigen Sweden Rock die Meute richtig in Wallung und zum Headbangen. Was auch daran liegt, dass Gitarrist und Chef-Schreihals Kirk Windstein meiner Meinung nach einen Sahnetag erwischt hat. Ich habe CROWBAR auch schon sehr viel unmotivierter gesehen, daher auch hier: Daumen hoch.

Auf der Sweden Stage ist es jetzt richtig bunt, als MAGNUM ihre Show starten. Mit „Live Til You Die" steigen die Briten in ihr Set ein, und es fällt sofort auf, dass Bob Catley ganz schlecht bei Stimme ist. Er bemüht sich zwar ohne Ende, aber man kann ihm ansehen, dass er sich fürchterlich anstrengen muss. „Freedom Dance", „Unwritten Sacrifice" und das geniale "How Far Jerusalem" machen aber trotzdem Spaß und der Applaus zwischen den Songs gilt bestimmt auch besonders Bob Catley. Viele andere Sänger hätten eine Show auch ohne Zögern abgesagt, wenn ihre Stimme so angeschlagen ist. Bob hält durch und dafür gilt ihm mein Respekt, denn auf MAGNUM hätte ich nicht auch noch verzichten wollen. 

Setlist Magnum: Live Til You Die, Black Skies, Freedom Day, Dance Of The Black Tattoo, Blood Red Laughter, Unwritten Sacrifice, How Far Jerusalem, Les Morts Dansant, Falling For The Big Plan, All England's Eyes, Vigilante, Kingdom Of Madness, Encore: The Spirit, Sacred Hour

Ein ganz besonderes Highlight verspricht der unter dem Namen DIANNO vs BAYLEY angekündigte Split-Gig der ehemaligen IRON MAIDEN Sänger Paul DiAnno und Blaze Bayley zu werden. Den ersten Teil der Show bestreitet Blaze, und der Mann gibt sowas von Gas, dass es eine wahre Freude ist. Mit einer saustarken Band im Rücken, die sich die beiden Sänger teilen, recken sich bei den MAIDEN Klassikern „Lord Of The Flies", „Futureal", „Sign Of The Cross", „The Clansman" und „Man On The Edge" unzählige Fäuste in den Nachthimmel von Norje. Wenn IRON MAIDEN schon nicht selbst spielen, ist das doch auch schon mal ganz großes Kino. 

Dann verlässt Blaze die Bühne und macht Platz für Paul DiAnno. Und das ist auch gut, denn der Mann schleicht mit Gehstock im Schneckentempo auf die Bühne und setzt sich sofort auf dem Drumriser, den er auch während des kompletten Gigs nicht mehr verlässt. Stimmlich ist er zwar gut drauf, aber er haut mich nicht so um wie vorher Blaze Bayley. 
Dafür hat er natürlich die ganz alten Sachen wie „Sanctuary", „Wrathchild", „Killers", „Phantom Of The Opera" oder „Transylvania" am Start, die jedem MAIDEN Fan die Tränen in die Augen treiben. Zu „Running Free" und „Iron Maiden" kommt Blaze Bayley auch nochmal auf die Bühne, und spätestens jetzt gibt es davor kein Halten mehr. Megageil. Sollte es tatsächlich eine Art Battle der beiden gewesen sein, dann hat Blaze auf der Ziellinie definitiv die Nase vorn gehabt.

So schön angestochen geht's rüber zu QUEENSRYCHE, also den Queensryche mit dem neuen Sänger Todd La Torre. Da ich die Band in der neuen Besetzung noch nicht gesehen habe, bin ich voller Vorfreude und gespannt wie Sau. Da macht es auch fast gar nichts aus, dass es kurz vor Beginn der Show anfängt zu regnen. 

Die Bühne ist in atmosphärisches blaues Licht getaucht, als die Band mit „Nightrider" in ihre Show einsteigt. Vor der Bühne stehen jetzt trotz des Regens mehr als 10.000 Leute, die der Band einen begeisterten Empfang gereiten. Und Todd La Torre? Der Mann singt wie ein junger Gott und treibt mir eine fette Gänsehaut auf die Arme. „Breaking The Silence", „En Force" und der megaalte Klassiker „Warning" lassen mich einen Geoff Tate fast vergessen. Nicht falsch verstehen, Geoff Tate ist ein Hammer Sänger, den ich vor allem auf den alten QUEENSRYCHE Scheiben liebe. Aber was Todd hier abliefert, ist unglaublich. Bei "Silent Lucidity" könnte man bei geschlossenen Augen fast nicht sagen, ob jetzt Geoff oder Todd am Mikro steht. Dass die Band eine Best-Of Setlist zusammengestellt hat, ist klar. 

Trotzdem haben sie mit "Where Dreams Go To Die", "A World Without" und "Spore" drei Songs ihres 2013 veröffentlichten Albums ins Programm eingebaut. Und das völlig zurecht, denn die Songs passen perfekt zu den alten Songs und treten genauso Arsch. QUEENSRYCHE sind für mich in dieser Form die erste ganz dicke Überraschung des Sweden Rock 2014, denn so stark und spielfreudig hätte ich die Band niemals erwartet. Der Gig ist so stark, dass ich sogar den Regen nicht mehr gemerkt habe. 

Setlist Queensryche: Nightrider, Breaking The Silence, Walk In The Shadows, The Whisper, En Force, Spore, Warning, Silent Lucidity, Where Dreams Go To Die, A World Without, The Needle Lies, NM 156, The Lady Wore Black, My Empty Room, Eyes Of A Stranger, Empire, Encore: Queen Of The Reich, Jet City Woman, Take Hold The Flame

 

 

Donnerstag:05.06.2014

Das Wetter hat sich über Nacht wieder beruhigt und es ist sogar sonnig, als wir zum Festivalgelände gehen. Da wir am ersten Tag komplett verpeilt haben, uns einen Elch aus dem Wok im Pita reinzupfeifen, holen wir das zum Frühstück umgehend nach. Wie in jedem Jahr ist die Auswahl an kulinarischen Gourmetständen einfach beeindruckend. Wer einer strengen Diät unterliegt, sollte nicht zum Sweden Rock fahren. Hier kann man unmöglich standhaft bleiben. 

Musikalisch startet der Tag für uns mit einem Leckerbissen: Jake E. Lees RED DRAGON CARTEL. Der ehemalige OZZY OSBOURNE und BADLAND Gitarrist hat seiner Historie entsprechend einige Songs aus dieser Zeit in die Setlist eingebaut. „The Ultimate Sin", „High Wire", „Rumblin Train" und "Sun Red Sun" werden entsprechen gefeiert, auch wenn es vor der Rock Stage, die mit diesem Gig quasi ihre Entjungferung 2014 erfährt, noch recht übersichtlich zugeht. Der Sound ist der Hammer und der Band kann man trotz der frühen Stunde den Spaß ansehen, den sie hat. Highlight ist dann natürlich "Bark At The Moon", bei dem alle Fäuste nach oben gehen und lautstark mitgegrölt wird.

Trotzdem wird Jake E. Lee für mich zur tragischen Figur des Festivals, denn bei fast jedem Song fällt seine komplette Anlage aus und Sänger DJ Smith muss die Unterbrechungen immer wieder mit teils sehr spaßigen Kommentaren überbrücken. Wenn er aber dann doch spielen kann, ist Jake E. zum Niederknien. Dass die Band so sehr gute Miene zum bösen Spiel macht, ist sehr professionell und verdient Respekt. Gutes Wetter, geile Musik mit gelegentlichen Pausen. So kann es bleiben. Bis auf die technisch bedingten Pausen.

Auch die große Festival Show wird heute erstmals mit Leben gefüllt. Und wer könnte das besser, als PRETTY MAIDS? Die treten zwar in schöner Regelmäßigkeit hier auf, aber aufgrund ihres fetten Backkatalogs können die Dänen kaum etwas falsch machen. Ronnie Atkins, Ken Hammer und Co. zeigen sich wie erwartet in Partylaune, spielfreudig und natürlich super eingespielt. Ronnie und Bassist Rene Shades nutzen ausgiebig den Laufsteg in Richtung Publikum und suchen immer den Kontakt zu den Fans. 

Am lautesten wurden natürlich die ganz alten Nummern „Future Wold" und „Red Hot & Heavy" von den zahlreichen Fans abgefeiert. Auch hier kurz ein Statement zum Sound: Hammer. Jetzt, nachdem alle Bühnen zumindest einmal bespielt wurden, muss ich sagen, dass die Soundjungens mal wieder einen super Job abgeliefert haben. Immer laut, immer druckvoll und dabei stets akzentuiert. So soll es sein. Und schon mal vorweg genommen: Das bleibt auch während des gesamten Festivals so. 

Setlist Pretty Maids: Mother Of All Lies, Nuclear Boomerang, Red Hot And Heavy, My Soul To Take, I.N.V.U., I See Ghosts, Yellow Rain, Little Drops Of Heaven, Back To Back, Please Don't Leave Me, Future Words

Als nächstes geht's ab zu TRANSATLANTIC. Mit dem Songmaterial der Band bzw. des Projekts bin ich nicht so vertraut. Fakt ist aber, dass das Drumming von Mike Portnoy der Wahnsinn ist, der Rest der Show aber ziemlich langweilig rüberkommt. Ich weiß nicht, ob die Musik unbedingt festivalkompatibel ist, aber Stimmung kam auch bei den Hardcore Portnoy Fans vor der Bühne nicht richtig auf. Da bin ich fast schon sauer auf mich selbst, dass ich nicht zu ROBIN BECK zur Sweden Stage gegangen bin. Zumal mir später am Tag auch noch von Freunden berichtet wurde, dass der Gig sehr gut gewesen sein soll. Naja, man kann nicht immer richtig liegen. 

Wobei man aber nie etwas falsch machen kann, wenn man sich eine Show von TURISAS ansieht. Die Finnen haben ja irgendwie ihre eigene Sparte entwickelt, die sich aus Elementen des Viking Metal, finischem Folk und traditionellem Metal zusammensetzt. Sie selber nennen es Battle Metal und den hauen sie den ca. 4.000 feierwütigen Fans um die Ohren. 
Die Mannen um Sänger Mathias „Warlord" Nygård und Geiger Olli Vänskä holen wirkllich alles aus sich raus, rennen von links nach recht über die Bühne und animieren das Publikum ununterbrochen zum Mitmachen. Völlig unnötig, denn die Leute gehen auch von alleine steil. Und da mit "No Good Story Ever Starts With Drinking Tea" mein Lieblingssong der Suomi Warrior in der Setlist ist, bin auch ich sehr zufrieden. 

Setlist Turisas: We Ride Together, No Good Story Ever Starts With Drinking Tea, For Your Own Good, One More, Battle Metal, Stand Up And Fight, Rasputin

Auch bei BLACK STONE CHERRY geht dann auf der Festival Stage gut die Luzy ab. Der Southern Blues Hard Rock der Südstaatler kommt mächtig gut an und auf dem gut gefüllten Platz vor der Bühne wird kollektiv gehüpft. Gitarrist Ben Wells ist der Unruhefaktor auf der Bühne und ständig in Bewegung. Leider gilt das nicht für Sänger Chris Robertson, der die meiste Zeit hinter seinem Mikro steht und sich nur ganz selten mal am Bühnenrand zeigt. Aber wozu auch, wenn man einen Kumpel wie Ben Wells hat. Da besteht höchstens die Gefahr, über den Haufen gerannt zu werden. "Me And Mary Jane", „In My Blood", „Blind Man" und "Blame It On The Boom Boom" sind für mich die Highlights der Show der Mannen aus Kentucky. 

Setlist Black Stone Cherry: Maybe Someday, Me And Mary Jane, Ghost Of Floyd Collins, Yeah Man, Like I Roll, Rain Wizzard, In My Blood, Blind Man, Fiesta Del Fuego, Hell & High Water, Rocky Mountain Way, White Trash Millionaire, Blame It On The Boom Boom, Lonely Train

Stilistisch liegen BLACK STONE CHERRY und TESLA gar nicht so weit auseinander. Dafür haben TESLA ein viertel Jahrhundert mehr Erfahrung und dementsprechend auch mehr Alben, aus denen sie ihre Setlist zusammenstellen können. Aber es ist klar, dass gerade auf Festivals ein Best Of Programm gespielt wird. Die Leute wollen schließlich mitsingen und abfeiern und sich nicht mit neuen Songs auseinander setzen. Mit „I Wanna Live" und „Hand Tough" hätten TESLA auch keine besseren Songs wählen können. 

Die Stimmung ist von Beginn an gut. Die meisten Fans sind ja direkt von BSC rübergekommen und dementsprechend auf Betriebstemperatur. „The Way It Is", „Love Song", „Modern Day Cowboy" und „Cumin Atcha Live" werden auch gespielt, wenn ich das richtig behalten habe. Und mit „MP3" haben TESLA dann auch nur einen Song vom aktuellen Album „Simplicity" am Start. Auch wenn ich es in vielen Live Berichten und Reviews schon geschrieben habe: Frank Hannon und Dave Rude sind für mich eines der genialsten Gitarrenduos im Hard Rock. Und das bestätigen die beiden heute erneut.

Danach muss wieder eine Entscheidung getroffen werden: ALTER BRIDGE oder MASTERPLAN. Die Entscheidung, die eigentlich gar keine war, fällt auf MASTERPLAN. Da nur vier deutsche Bands im diesjährigen Billing stehen, ist es Ehrensache, die Landsleute zu unterstützen. Davon aber mal abgeshen, ich wäre so oder so zu MASTERPLAN gegangen, weil mich die Band auf ihrer letzten Tour unglaublich begeistert hat. Sänger Rick Altzi blüht förmlich auf, weil er alle seine Ansagen in seiner Muttersprache absetzen kann, und auch Roland Grapow wirkt unglaublich locker. 

Die Songs sind allesamt Highlights aus der MASTERPLAN Historie, und es gibt keine Abstecher in die alten HELLOWEEN Gewässer. Das haben die Jungens auch nicht nötig, denn Songs wie „Enlighten Me", „Black Night Of Magic", „Crystal Night" oder „Keep Your Dream Alive" haben selbst Klasse genug. Im Vergleich zur Novum Initium Tour haben MASTERPLAN meiner Meinung nach noch mal ein Pfund an Spielfreude zugelegt und die Show macht Megaspaß. 

Setlist Masterplan: Enlighten Me, Spirit Never Dies, Lost And Gone, Black Night Of Magic, Crimson Rider, Back For My Life, Time To Be King, Keep Your Dream Alive, Crystal Night, Soulburn, Heroes, Crawling From Hell

Anschließend kommt es wirklich zu einer schweren Entscheidung: URIAH HEEP oder ROB ZOMBIE? Beide würde ich gerne sehen, aber da ich URIAH HEEP schon wesentlich öfter gesehen habe als ROB ZOMBIE, fällt die Entscheidung auf den Schockrocker. 


Mit "Meet The Creeper" steigen Rob und seine Männer in die Show ein. Neben der Agilität des Masterminds fällt vor allem das geile Bühnenbild auf, das durch kleine, in Rampen im Boden eingelassene Spots unterstrichen wird, auf denen die Musiker stehen. So werden die Musiker von unten unterschiedlich farbig angestrahlt, was einen wirklich geilen Effekt nach sich zieht. 

Rob hüpft herum wie verrückt und auch seine Musiker passen sich dem „roten Faden" an, der sich durch die Show zieht. Beim DIAMOND HEAD Cover „Am I Evil?" rasten die Leute das erste Mal völlig aus. Hier stimmt aber auch alles: Songs, Bühnenshow, Sound. Mit den an die Festival Stage gerichteten Worten: "Hope you can hear this, Mr. Cooper?" leitet er den ALICE COOPER Klassiker "School's Out" ein. Und als er nach dem Song eine kurze Pause macht, kommt von der noch dunklen Festival Stage Alice Coopers Antwort über die P.A.: „Oh come on, this ain't Rock'n Roll". Cool. Da kommt bestimmt noch was. 
Als Zugabe kommen "The Lords Of Salem" und das unvermeidbare "Dragula", und ein wirklich geiler Gig ist zu Ende. Neben QUEENSRYCHE mein zweites, in dieser genialen Form unerwartetes Highlight. 

Setlist Rob Zombie: Meet The Creeper, Superbeast, Scum Of Earth, Living Dead Girl, More Human Than Human, Dead City Radio And The New Gods Of Supertown, Am I Evil (Diamond Head Cover), Sick Bubble Gum, House Of 1000 Corpses, Thunder Kiss 65, School's Out, Encore: The Lords Of Salem, Dragula

Jetzt ist ALICE COOPER an der Reihe und die Erwartungshaltung ist wirklich groß. Neben vielen Hits, die mich schon mein ganzes Leben lang begleiten, kann man bei Alice auch immer eine schöne Show erwarten. Und der Einstand könnte mit „Hello Hooray" und „House Of Fire" nicht besser sein. Neben Alice Cooper sind noch Chuck Garric (bass), Tommy Hendriksen (guitars), Ryan Roxie (guitars), Orianthi Panagaris (guitars) und Glenn Sobel (drums) im aktuellen Tour Line-Up. Drei Gitarristen. Fett. Der Eyecatcher ist hierbei, neben Alice selber, Gitarristin Orianthi, die nicht nur klasse Gitarre spielt, sondern auch immer wieder einen Part bei den kleinen Gimmicks hat, die Mr. Cooper einstreut. 

Klar, die Köpfung ist dabei – und nein, die Schlange nicht. Ich habe schon lange keinen Headliner mehr in Schweden gesehen, der so heftig abgefeiert wurde, wie heute Alice Cooper. Nach „I Love The Death" kommt ein vier Songs umfassender Coverpart mit Songs von THE DOORS, THE BEATLES, JIMMY HENDRIX und THE WHO. Alice Cooper ist in bestechender Form und schont sich bis auf die kleine Pause, während der die Gitarristen, der Drummer und der Bassist zu ihren Soloeinlagen kommen, nicht eine Sekunde lang.


„I'm Eighteen" und das natürlich mächtig gefeierte „Poison", bei dem fast alle Fans vor der Bühne mithüpfen, fordern nochmal die letzten Kraftreserven der Fans. Und tatsächlich, als hätte man es fast erwarten können, springt zu „School's Out" Rob Zombie mit auf die Bühne. Tolles Duett der beiden und ein würdiger Abschluss eines geilen Tages mit vielen tollen Bands und einem unglaublichen Headliner!

Setlist Alice Cooper: Hello Hooray, House Of Fire, No More Mr. Nice Guy, Under My Wheels, I'll Bite Your Face Off, Billion Dollar Babies, Caffeine, Department Of Youth, Dirty Diamonds (including Bass, Guitar and Drum Solo), Welcome To My Nightmare, Go To Hell, He's Back 8The Man Behind The Mask), Feed My Frankenstein, Ballad Of Dwight Fry, I Love The Dead, Break On Through (To The Other Side) – Doors Cover, Revolution – Beatles Cover, Foxy Lady – Hendrix Cover, My Generation – The Who Cover, I'm Eighteen, Poison, School's Out (with Rob Zombie)

 

 

Freitag: 06.06.2014

 

Heute ist der Nationalfeiertag in Schweden. Vor zwei Jahren haben SABATON die Nationalhymne gespielt, die von gut 15.000 Schweden inbrünstig mitgesungen wurde. Im letzten Jahr hatten RAUBTIER dieses Privileg. In diesem Jahr kommen wir ein paar Minuten zu spät, um zu sehen, wer diesmal dafür verantwortlich war. Aber gehört haben wir es noch, wie die Schweden ihr Landesliedchen gegrölt haben. 

Nach dem obligatorischen Guten-Morgen-Bier machen TALISMAN den Anfang. Schon lustig, vor ein paar Jahren hat er noch tränenreich die Auflösung von TALISMAN mit der allerletzten Show hier in Schweden bejammert, und in diesem Jahr ist er wieder da, als wäre nichts geschehen. So ist es eben, das Business. 
Ich gebe aber zu, dass ich froh bin, die Band wieder zu hören, den Jeff Scott Soto ist einer meiner absoluten Lieblingssänger. 

In weißer Hose und Schal, aber zum Glück wieder mit langen Haaren, haut der Gute stimmgewaltig wie eh und je „Break Your Chains", „Mysterious (This Time It's Serious)" und das Madonna Cover „Frozen" raus. Dass mir der Sound etwas leise vorkommt, liegt wahrscheinlich eher daran, dass mir die Ohren noch von den beiden Schock-Rockern am Abend zuvor klingeln, als dass er wirklich zu leise wäre. Tolle Show, welcome back, TALISMAN! 

Setlist Talisman: Break Your Chains, Colour My XTC, Fabricated War, Mysterious (This Time It's Serious), Sorry, If U Could Only Be My Friend, Frozen / Crazy, Dangerous, I'll Be Waiting, Encore: Standing On Fire

JAGUAR aus England sind auf der 4Sound Stage dran. Völlig aufgedreht hüpft Sänger Jamie Manton auf einem als Mikroständer getarnten Hüpfstab über die Bühne, springt in den Fotograben und tanzt mit den Fotografen, um kurze Zeit später zum Entsetzen der Security aus dem Fotograben zu fliehen und durch die Menge vor der Bühne zu rennen. Die Jungens haben definitiv Spaß. 
Ganz nebenbei machen sie auch noch geile Musik, die sehr nach traditionellem Heavy Rock klingt. Und das ist kein Wunder, denn JAGUAR waren Teil der NWoBHM, sind also schon lange am Start. 

Ganz kann ich mir die Band aber nicht geben, da auf der Rock Stage JOE BONAMASSA ansteht, und den werde ich mir nicht entgehen lassen. „Oh Beautiful" ist die Nummer, die sich Herr Bonamassa zum Start ausgesucht hat. Und sie zündet sofort. Etlichen Hobbygitarristen wird wahrscheinlich genau wie mir die Kinnlade runtergefallen sein, so umwerfend spielt der Mann. „Story Of A Quarryman" folgt und beeindruckt nicht minder. Viele Soli sind improvisiert und weichen von denen der Albenversionen ab, was die Songs zu einer spannenden Sache werden lässt. Endgültig gewonnen hat der Mann dann bei mir, als er „Midnight Blues" von GARY MOORE spielt. Hammer. Von den nachfolgenden Songs kenne ich nur noch den letzten, nämlich „The Ballad Of John Henry". Ganz, ganz großes Kino.

TNT sind auch immer eine Bereicherung für jedes Festival. Nicht nur musikalisch. Würde es einen Preis fürs Grimassenschneiden geben, TNT Gitarrist Ronni le Tekrø würde ihn immer gewinnen. Musikalisch sind TNT vom ersten Ton von „Intuition" absolut auf der Höhe. Neben Ronni le Tekrø ist natürlich der Rückkehrer am Mikro Tony Harnell der Mann, auf den die Augen gerichtet sind. 
Aber er kann mit seiner Ausnahmestimme kaum etwas falsch machen und singt wie ein junger Gott. „Caught Between The Tigers" ist für mich persönlich das kleine Highlight bei einem so schon starken Auftritt. Leider speilen TNT zu früh am Tag und haben daher auch nur eine kurze Spielzeit. 

Setlist TNT: Intuition, As Far As The Eye Can See, Caught Between The Tigers, Seven Seas, Forever Shine On, Northern Lights, 10.000 Lovers (In One)

ROYAL REPUBLIC kriegen wir zum größten Teil nur aus der Ferne mit, weil irgendwann ja auch mal ein Päuschen angesagt ist. Dass die Band aus Malmö hier quasi zu Hause ist, merkt man aber doch, da die Meute vor der Bühne unglaublich steil geht. Und da die Band sehr motiviert zu Werke geht, scheint hier alles nach Plan zu verlaufen. 

Mit vollen Bäuchen geht's weiter zur Festival Stage, um uns KAMELOT zu geben. Ich habe die Band seit dem Ausstieg von Khan nicht mehr live gesehen und bin gespannt, wie sich Tommy Kravelik schlägt. Und nach den ersten beiden Songs komme ich für mich zum dem rein subjektiven Schluss, dass mir Khan stimmlich und von seiner Präsenz her besser gefallen hat. Dafür holt Bassist Sean Tibbetts einiges wieder raus, da er der Aktivposten ist. „Center Of The Universe" und „March Of Mephisto" rocken am meisten, bei „Forever" hat sich Tommy mehrfach mit den Textzeilen vertan. Ansonsten ist der Gig solide und macht Spaß, ragt aber nicht heraus. 

Setlist Kamelot: Rule The World, Ghost Opera, The Great Pandemonium, Veritas, Center Of The Universe, Torn, When The Lights Are Down, Sacrimony (Angel Of Afterlife), The Human Stain, My Confession, Forever, Karma, March Of Mephisto

Auf dem Weg zu W.A.S.P. werfen wir noch einen Blick auf die kleine Rockklassiker Stage, auf der gerade HEAVEN'S BASEMENT einen unglaublich energiegeladenen Gig absolvieren, was von einer höchst ansehnlichen Menschenmenge begeistert gefeiert wird. Irgendwie erinnern mich Sänger Aaron Buchanan und Gitarrist Sid Glover an die jungen Robert Plant und Jimmy Page. 
Zumindest liefern die Jungens eine tolle Show ab und haben geile Hard Rock Songs am Start. Die Stagediving-Nummer von Sänger Aaron mit anschließendem Handstand über den Köpfen der Menge war zumindest ziemlich cool. Und genau dafür liebe ich Festivals, denn schon wieder ist eine weitere Band auf meiner „Must have"- Liste gelandet. Tiptop. 

W.A.S.P. sind dagegen schon alte Hasen, die genau wissen, was abgeht. Blackie Lawless wirkt ehrlich gesagt etwas aufgedunsen, ist aber gut bei Stimme und seinen erweiterten Bewegungsradius hat er schon seit 20 Jahren begonnen, einzuschränken. Das ändert aber an den Songs nichts und die Meute vor der Bühne geht mächtig steil, was an der wirklich gelungenen Songauswahl liegt: Wer würde bei gut performten „L.O.V.E. Machine", "Wild Child" und dem starken "Crimson Idol Medley" nicht abgehen wie ein Wurfpfeil? Ich hätte zwar sehr gerne auch „Hellion" und "Ballcrusher" gehört, aber irgendwann ist auch die Spielzeit eines Blackie Lawless zu Ende. Daher bin ich mehr als zufrieden. 


Als "Blind In Texas" kurz vor Schuß dann abrupt aufhört, denke ich zuerst, dass sie ihm den Strom abgedreht haben, weil er überzogen hat. Der Grund dafür war aber dann doch eine durchgeknallte P.A., wie sich später herausstellte. 

Setlist WASP: On Your Knees, The Torture Never Stops, L.O.V.E. Machine, Crazy, Wild Child, Sleeping (In The Fire), Forever Free, (The Titanic Overture), The Crimson Idol Medley, The Idol, Chainsaw Charly, Heaven's Hung In Black, Blind In Texas

Es ist zwar erst 22:00 Uhr, aber trotzdem steht jetzt schon BLACK SABBATH an. Normalerweise spielen die Headliner erst ab 23:30 Uhr, aber der „Fucking Prince Of Darkness" ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Inoffiziell müssen BLACK SABBATH wohl einen Flieger bekommen und spielen daher so „früh". Spielt aber auch keine Rolle, den BLACK SABBATH sind, egal um welche Uhrzeit, Götter. 

"War Pigs" macht den Anfang und die komplette Band scheint gut drauf zu sein. Auch Gitarrist Tony Iommi sieht kernig aus und lacht öfter, als man es von ihm kennt – was hoffen lässt, dass er seine Krebserkrankung im Griff hat. Der Sound ist klasse und im Hintergund laufen auf der großen Leinwand stimmige Videos. Allerdings, und jetzt kommt der einzige kleine Pferdefuß, bleiben große Überraschungen aus. 


Man weiß halt, was kommt. Das ist dann zwar ganz großes Kino, aber haut zumindest mich nicht aus den Schuhen. Dass Ozzy keine Songs aus der DIO Ära singt, oder zumindest nur ganz ungerne, ist bekannt. Daher fehlen mir Songs wie "Sign Of The Southern Cross", "The Mob Rules" oder "Over And Over". Das wäre mal ein Knaller gewesen. 
Ich bin aber auch so zufrieden und ziehe mir den Rest der Show rein, die ja auch so nicht schlecht ist. Ein Knaller oder ein Highlight bleibt aber wie gesagt aus. 

Setlist Black Sabbath: War Pigs, Into The Void, Snowblind, Age Of Reason, Black Sabbath, Behind The Wall Of Sleep, N.I.B., Fairies Wear Boots, Rat Salad, Iron Man, God Is Dead?, Children Of The Grave, Encore: Paranoid

Die Ehre, den Tag abzurunden und zu beenden, bleibt U.D.O. vorbehalten. Udo und seine Jungens sind ja bekanntlich kurzfristig eingesprungen, um MEGADETH zu ersetzen, die wegen eines Todesfalles in Dave Ellefsons Familie alle Europaaktivitäten absagen mussten. Das alles ist aber für U.D.O. kein Problem. Ich vermute, die Band kann man auch nachts um drei Uhr wecken und auf eine Bühne stellen und sie rocken ab, was das Zeug hält. Profis eben, die den Spaß an der Sache offensichtlich nie verlieren. 

U.D.O. spielen sich mal wieder quer durch ihre Alben, und auch das starke aktuelle „Steelhammer" Album kommt zum Zug. Ich habe nicht alle Songs der Setlist auf dem Schirm, aber „Steelhammer", „Future Land", „King Of Mean", „They Want War", „Metal Machine" und „A Cry Of A Nation" sind auf alle Fälle dabei gewesen. Trotz der späten Stunde ist es noch mächtig voll vor der Bühne, und als am Schluß die alten ACCEPT-Knaller „Metal Heart", "Balls To The Wall", „I'm A Rebel" und „Fast As A Shark" abgeschossen werden, geht nochmal ein Ruck durch die ausgepowerten Fans und sie geben der Band nochmal das zurück, was sie bekommen: pure Energie. 


Die beiden Gitarristen Andrey Smirnov und Kasperi Heikkinen machen hierbei besonders Spaß, denn sie sind mittlerweile so gut aufeinander eingespielt, dass es eine wahre Freude ist. Toller Gig Jungens, und auch wenn ich mich im Vorfeld sehr auf MEGADETH gefreut habe, habt ihr diese Lücke astrein geschlossen.

 

 

Samstag 07.06.2014

 

Der Samstag beginnt erstmal sehr erfreulich – zumindest für ein unbekanntes schwedisches Pärchen, das sich auf dem Gelände das Ja-Wort gibt. Und für uns, weil das Wetter der Hammer ist: nicht eine Wolke am Himmel und schon Mittags über 20°C. Wenn das mal nicht Grund genug ist, diese Ereignisse mit einem Sofiero Bier zu feiern. Einen Grund zum Trinken findet man schließlich immer. Und wenn nicht, wird halt schnell einer gesucht. 

Der Soundtrack zur Hochzeit wird auf der Festival Stage gespielt. Und zwar von DANGER DANGER, die ja Ende der 80er Jahre an große Bühnen gewohnt waren. Das merkt man auch, denn Sänger Ted Poley und Klampfer Rob Marcello nutzen die ganze Breite und Tiefe der Bretter und sind nur in Bewegung. „Rock America", „Boys Will Be Boys" und „Hearts On The Highway" sorgen auch bei den mit Glam Rock verseuchten Schweden vor der Bühne für mächtig Stimmung. Ted Poley läuft permanent den Catwalk hoch und runter, wirft haufenweise Guitar Picks ins Publikum und post wie zu seinen besten Zeiten. Diese Jungens haben Spaß, auch wenn sie so früh ran müssen. 

„Bang Bang", „Beat The Bullet" und natürlich „Monkey Business" machen auch mir wieder klar, warum ich in den 80ern so auf diese Musik abgefahren bin. Das ist Partymucke, die Lebensfreude pur ausstrahlt. Natürlich bildet „Naughty Naughty" den Abschluss und Ted Poley schockt die komplette Security, weil auch er mal eben kurz den Weg von der Bühne zu den Fans sucht und kurzfristig in der Menge verschwindet. Schade, ich hätte noch mehr davon hören und sehen können. Ganz starker Vortrag.

Die dritte deutsche Band macht sich bereit, die Sweden Stage auszubomben, womit auch klar sein dürfte, dass jetzt SODOM ihre Geschütze abfeuern. Und die Ruhrpott-Urgesteine nehmen wirklich keine Gefangenen: So gut habe ichSODOM schon lange nicht mehr gesehen. Dabei wäre der Gig fast beim zweiten Song „An Eye For An Eye" schon zu Ende gewesen, weil Tom Angelripper beim Rückwärtsgehen über eine Monitorbox stolpert und sich voll auf die Fresse legt. 

Zum Glück ist ihm aber sichtbar nichts Schlimmeres passiert, denn er meckert kurz, grinst sich dann einen und steigt wieder in den Song ein – Bernd Kost an der Gitarre und Drummer Markus Freiwald haben zwischenzeitlich fröhlich weitergespielt. In den ersten Reihen werden wie verrückt die Matten geschüttelt, was absolut verständlich ist, denn bei "The Saw Is The Law", "Sodomy And Lust" und "Ausgebombt" fällt es schwer, ruhig stehen zu bleiben. Mit „Bombenhagel" verabschieden sich SODOM nach einem genialen, schweißtreibenden Gig und hinterlassen als dritte deutsche Band im Billing ein fettes Ausrufezeichen. 

Setlist Sodom: My Final Bullet, An Eye For An Eye, Surfin Bird, The Saw Is The Law, Outbreak Of Evil, Sodomy And Lust, Iron Fist (Motörhead Cover), Stigmatize, Ausgebombt, Blasphemer, City Of God, Christ Passion, Into The Skies Of War, Remember The Fallen, Bombenhagel

Da in Sachen Energie noch einen draufzusetzen, dürfte erstmal schwer sein – denke ich mir so in meinem jugendlichen Leichtsinn, als ich in Richtung 4Sound Stage gehe, um mich an POWERWOLF zu erfreuen. Die Vorzeichen sind eher schlecht, denn eigentlich brauchen POWERWOLF keinen strahlenden Sonnenschein, sondern eher dunklere Hallen. Aber da habe ich mich wohl voll vertan. 

ATILLA und seine Jungens legen los, als hätten wir die tiefste Vollmondnacht. Ich habe selten eine Show gesehen, bei der die beiden Gitarristen so einen Alarm machen. Die Greywolf-Brüder Matthew und Charles legen jeder gefühlte 10km zurück und posen wie die Weltmeister, und zwar vom ersten bis zum letzten Ton. ATILLA wedelt natürlich auch wieder Weihrauch in die Menge, und Keyborder Falk Maria Schlegel kommt immer wieder nach vorne an den Bühnenrand, um die Fans zu animieren. Die sind aber eh schon kurz vor dem Ausrasten und man merkt den Wölfen an, dass sie mit diesen Reaktionen wohl doch nicht unbedingt gerechnet haben – da wird dann trotz der „bösen Grimassen" immer mal wieder kurz gegrinst. Was für ein denkwürdiger Gig. Auf meine "Must have"-Liste braucht die Band nicht, da ich eh alle Alben habe, aber auf meiner Sweden Rock Highlight Liste sind sie verdammt weit oben eingeschlagen. 

Setlist Powerwolf: Sanctified With Dynamite, Prayer In The Dark, Amen & Attack, In The Name Of God, Raise Your Fist Evangelist, Sacred & Wild, Resurrection By Erection, Kreuzfeuer, Werewolves Of Armenia, We Drink Your Blood, All We Need Is Blood

Zum Runterkommen ist jetzt eine Prise Y&T genau richtig. Und ich bin völlig ehrlich, wenn ich sage, dass es für mich keine schlechten Y&T Songs gibt. Egal, was sie spielen, es ist gut. Und so ist es auch heute. 
Dave Meniketti läßt rein gar nichts anbrennen und rockt sich quasi durch die ganze lange Karriere der Band. Dass dabei aufgrund der relativ „kurzen" Spielzeit einige Hits auf der Strecke bleiben, ist normal. Aber die Songauswahl mit „Mean Streak", „Don't Be Afraid Of The Dark", „Midnight In Tokyo" und „Forever" ist klasse und sorgt für ausgelassene Freude auf und vor der Bühne unter jetzt strahlend blauem Himmel. 

Setlist Y&T: Mean Streak, Don't Stop Running, Don't Be Afraid Of The Dark, Hang 'em High, Dirty Girl, Midnight In Tokio, Black Tiger, Winds Of Change, I'm Coming Home, I Want Your Money, Contagious, I'll Cry For You, Rescue Me, Summertime Girls, Forever

Ganz großes Kino fahren dann auch WITHIN TEMPTATION auf, die auf der Rock Stage eine Mördershow abliefern. Sharon den Adel hat die Meute vom ersten Ton an im Griff und die harten Metaller fressen ihr förmlich aus der Hand. Der Bühnenaufbau gleicht einer Showtreppe und der Gig wird immer wieder mit Pyros und Feuersäulen gepimpt. Ich bin ja eigentlich kein großer Fan, aber die Show der Band hat es definitiv in sich. 

Setlist Within Temptation: Let Us Burn, Paradise (What About Us?), Faster, In The Middle Of The Night, Fire And Ice, And We Run, Dangerous, Our Solemn Hour, Iron, Stand My Ground, Covered By Roses, Mother Earth, Encore: What Have You Done, Summertime Sadness (Lana Del Rey Cover), Memories, Ice Queen

Sehr doof, dass zeitgleich SAGA mit Michael Sadler spielen, aber da muss ich zumindest mal kurz vorbei. Also ab zur Sweden Stage, vor der es richtig voll ist. SAGA klingen so, wie ich sie von früher kenne und ich bin froh, dass Michael Sadler wieder mit im Line-Up ist. Ohne ihn war es eben nicht SAGA. "Humble Stance", "How Long", "On The Losse" und "Wind Him Up", alle meine Faves kriege ich noch mit. Der Abstecher hat sich also absolut gelohnt.

BILLY IDOL oder AVATARIUM? Oder beides? Ich beschließe, mir zunächst mal BILLY IDOL anzutun, der auf der großen Bühne genau das macht, was man von ihm erwartet hat. Der Mann sieht zwar sehr alt aus, aber die Songs haben nichts von ihrer Faszination verloren. „White Wedding", "Rebel Yell", „Dancing With Myself" „Eyes Without A Face" ... die Songs kennt jeder. Daher wird auch ordentlich mitgesungen und getanzt und die Stimmung ist klasse. 

Trotzdem mache ich mich auf den Weg zur 4Sound Stage, um mal bei AVATARIUM reinzuhören. Die Band klingt nach einer Mischung aus Folk und Doom Metal und hat mit Jennie-Ann Smith eine fantastische Sängerin in den Reihen, die nicht nur toll singt, sondern auch noch klasse aussieht. Folgende Songtitel konnte ich mir merken: „Moonhorse", „Boneflower", „Deepest Sorrow" und „Avatarium". Und auf meiner „Must have"-Liste landen die Schweden auch.

Auf der Rock Stage ist jetzt TED NUGENT angesagt und ich freu' mich wie Bolle. Onkel Ted habe ich so lange nicht mehr gesehen, und in meiner Jugend war er eines meiner absoluten Idole. Wie erwartet ist die Backdrop der Bühne eine überdimensionale Stars & Stripes Flagge. Ganz ohne geht es wohl nicht. Dafür hält sich Ted Nugent sehr mit seinen völlig verstrahlten politischen Ansichten zurück, was ich ihm hoch anrechne. Offensichtlich hat er wohl auch gemerkt, dass er damit nur in seiner Heimat punkten kann und beim Rest der Welt nur Unverständnis hervorruft. 

Musikalisch ist Ted Nugent, der von Derek St. Holmes (guitars), Mick Brown (drums) und Greg Smith (bass) unterstützt wird, über jeden Zweifel erhaben. Seine Soli sind immer noch atemberaubend und mit "Wango Tango", "Fred Bear" und natürlich "Cat Sratch Fever" sind meine Highlights dabei. Da er von seinem kommenden Album "Shutup & Jam!" auch ein paar Songs vorstellt und diese ordentlich Arsch treten, kommt meine "Must have"-Liste erneut zum Einsatz. 

Setlist Ted Nugent: Gonzo, Just What The Doctor Ordered, Wango Tango, Turn It Up, Stormtroopin', Free For All, Wang Dang Sweet Poontang, I Can't Quit You Baby, Fred Bear, Hey Baby, Shut Up & Jam!, Cat Scratched Fever, Stranglehold, The Great White Buffalo

Auf dem Vorhang vor der Festival Stage ist schon das Logo von VOLBEAT inkl. Halstuch in den schwedischen Landesfarben zu sehen. Wirklich unglaublich, dass die Band vor ein paar Jahren noch in kleinen bis mittleren Clubs in Deutschland gespielt und es jetzt bis zum Headliner beim Sweden Rock geschafft hat. Meiner Meinung nach auch völlig zurecht, denn die Band hat einen Stil entwickelt, den es bis dahin noch nicht gab. 

Das Intro ertönt und zu den Klängen von „Doc Holiday" fällt unter lautem Jubel der Vorhang. Michael Poulsen grinst wie ein Honigkuchenpferd. Klasse auch, wie sich der neue Klampfer Rob Caggiano offensichtlich endgültig ins Line-Up integriert hat, als ware er schon Jahre dabei. Der Mann ist eine echte Bereicherung, spielt nicht nur geil, sondern macht auch gut Alarm auf der Bühne. Bei „Sad Man's Tongue", das von Johnny Cashs „Ring Of Fire" eingeleitet wird, rasten die Leute zum ersten Mal völlig aus. „16 Dollars", „Evelyn" und natürlich "Radio Girl" halten die Stimmung auf dem Siedepunkt. Trotzdem habe ich mich entschieden, jetzt zur Sweden Stage zu gehen, da dort ARCH ENEMY mit der neuen Sängerin Alissa White-Gluz auftreten. 

Setlist Volbeat: Doc Holliday, Hallelujah Goat, Boa (JDM), Lola Montez, Sad Man's Tongue (Intro Ring Of Fire), Heaven Nor Hell, A Warrior's Call, 16 Dollars, Dead But Rising, Fallen, (Medley: A Broken Man And The Dawn, Mary Ann's Place, Rebel Monster, Making Believe), Evelyn, Radio Girl, Cape Of Our Hero, Maybellene I Hofteholder, Still Counting, Encore: Pool Of Booze, Booze, Booza, The Hangman's Bodycount, Guitar Gangsters & Cadillac Blood , The Mirror And The Ripper

Die letzte Band im diesjährigen Billing des Sweden Rock Festivals sind ARCH ENEMY. Und um es vorweg zu nehmen, die Band ist eine Offenbarung. Mit Angela Gossow waren die Multikulti-Death-Metaller schon klasse, aber Alissa hat der Band ganz offensichtlich noch einmal einen Kick verpasst. Es ist fast schon unglaublich, was die zierliche Frau für eine Energie an den Tag legt und was sie dabei noch für Töne herausbekommt. Und wenn ich aus dem Fotograben nach hinten blicke, müssen sehr viele Fans von der Festival Stage hierher getapert sein, der Platz vor der Bühne ist zum Bersten gefüllt. 

„Ravenous", bei dem Alissa noch mit Mikroproblemen zu kämpfen hat, haut mich trotzdem mit seiner Aggressivität um, „Bloodstained Cross" sorgt durch die Tempiwechsel und der genialen Melodie für Gänsehaut. Auch der neue Song „War Eternal" kommt live absolut mächtig und passt sich nahtlos in die Reihe der brillianten Melodic Death Metal Songs der Band ein. Alissa, die sich die Haare in den schwedischen Landesfarben gefärbt hat, wird nicht müde zu bangen und von links nach rechts die Bühne zu beackern. Die junge Frau hat eine wahnsinnige Bühnenpräsenz. Die geborene Frontsau eben. 

Das Meisterwerk „No Gods, No Masters" und „Nemesis" sorgen weiter dafür, dass die Fans nach vier Tagen Festival noch einmal alles aus sich herausholen. Wer nach dieser Show keine Nackenschmerzen hat, ist selbst Schuld. Auch die Gitarristen Michael Amott und Nick Cordle posen vom Feinsten, und wenn der Bär am Bass Sharlee D'Angela zum Bangen an den Bühnenrand kommt, wird es dunkel im Fotograben. Für mich gehört die Band in dieser Form mindestens auf die Rock Stage. Hut ab, ARCH ENEMY. Besser kann ein Festival nicht zu Ende gehen.


Fazit: Das SWEDEN ROCK FSTIVAL war erneut das, was man seit Jahren kennt: ein entspanntes, perfekt organisiertes und musikalisch extrem ausgeglichenes Festival. Die Security ist bestimmt, aber immer freundlich und hilfsbereit. Auch mit den Polizisten, die immer mal in Pärchen über das Gelände patrouillieren, kann man ohne Probleme Späßchen machen. Neu war in diesem Jahr so eine Art Seelsorger-Truppe (ich nenne sie mal so), die sich um die Fans kümmerte, die in welcher Form auch immer Hilfe und Unterstützung brauchten. 

Dass an einem Tag mal die Toilettenwagen gesperrt werden mussten, lag an einer gebrochenen Hauptwasserleitung, die nicht nur das Festivalgelände, sondern auch die Orte Norje und Sölvesborg betraf. Aber es wurden in ziemlich kurzer Zeit zusätzliche Dixieklos aufgestellt, um die wasserlose Zeit zu überbrücken. Auch hier muss man den Organisatoren ein Kompliment aussprechen, dass aus der kleinen Krise kein Chaos wurde. Und last but not least haben auch die unglaublichen Fans aus aller Herren Länder dafür gesorgt, dass das Sweden Rock 2014 zu einer großen, lauten und friedlichen Viertagesparty wurde. Ich freue mich schon jetzt auf 2015!

Sweden Rock Festival 2014

 

4 Tage , 5 Bühnen, 80 Bands

 

Wie in jedem Jahr laden die Schweden auch 2014 wieder ein, mit ihnen zusammen das Gelände ich Sölvesborg zu rocken. Vom 04. bis 07. Juni wurde erneut ein Billing zusammengestellt, das es mehr als  in sich hat – nicht nur von den Namen her, sondern auch von der Stielvielfalt. Hierfür ist das SWEDEN ROCK FESTIVAL bekannt, berühmt und berüchtigt. Und diesem Ruf wird es auch 2014 wieder gerecht.


Beispiele gefällig? CROWBAR, ROBIN BECK, KAMELOT, TURISAS, ALTER BRIDGE, MEGADETH, URIAH HEEP, ARCH ENEMY, SAGA, THERION, WITHIN TEMPTATION oder LYNCH MOB sind dabei. Als Headliner konnten mitBLACK SABBATH (Freitag) und ALICE COOPER (Donnerstag) sowie VOLBEAT (Samstag) drei Bands gewonnen werden, die mit Sicherheit für viel Spaß und Bewegung vor der Festival-Stage sorgen werden. 

Den Mittwoch, der ja nur ein "halber" Festival Tag ist und an dem die beiden großen Bühnen noch nicht genutzt werden, dürfen QUEENSRYCHE abschließen, die – egal in welcher Besetzung auch immer – über genügend Songs verfügen, um den ersten Tag standesgemäß zu beenden. Aus Deutschland sind in diesem Jahr nicht so viele Bands am Start wie 2013, aber trotzdem werden unseren Fahnen hochgehalten, und zwar unter anderem von MASTERPLANund SODOM

Für genügend Abwechslung ist also musikalisch gesorgt. Dies gilt aber auch das leibliche Wohl, denn Essstände mit einer großen Auswahl gibt es genug und sehr gut organisierte Getränke-Ausschänke sorgen für Gaumenfreuden und extrem kurze Wartezeiten

So wars beim Metalfest 2014

 

Deutschlands schönstes Open Air Gelände lädt zehntausende Metal-Fans zum Headbangen ein. Bei bestem Wetter, Traum-Location und Top-Bands wie Sabaton, In Extremo oder Kreator wird das diesjährige Metalfest auf der Loreley zelebriert.

Rund eine Stunde vor den Toren Kölns, im schönen Mittelrheintal, liegt der sagenumwobene Loreley-Felsen. Der Legende nach sitzt auf diesem Felsen eine Nixe mit langem goldenen Haar, die mit ihrem Gesang die Schiffer anzieht, verzaubert und damit die Schiffe in den Untergang treibt.

 

In Wahrheit ist diese Nixe aber eine waschechte Metallerin. Einmal im Jahr tauscht sie Gesang mit moshen und lockt somit scharenweise die Metal-Fans nach St. Goarshausen.

Bereits am Mittwoch öffnet der Camping Ground hoch oben auf dem Loreley-Felsen. Leider gibt es direkt bei der Anreise ein kleines Manko: 15€ Parkgebühr sind für einen einfachen Acker, der zudem noch gute zehn Minuten Fußweg vom Camping Ground entfernt ist, definitiv zu hoch. Noch vor einigen Jahren war diese Gebühr deutlich günstiger.

Leider gibt es in der Organisation ein weiteres Problem. Jeder Festivalbesucher zahlt zu Beginn 10€ Müllpfand und erhält dafür einen Müllsack. Der Super-Gau: Nur wer seinen Müllsack zu mindestens ¾ füllt erhält das Pfand zurück. Dass das Müllpfand richtig und auch sinnvoll ist, steht außer Frage. Doch mit der  ¾-voll-Mentalität wird jeder abgestraft, der müllsparend campt. Zudem führt dieses System dazu, dass einige Festival-Besucher am letzten Tag anfangen unnötigerweise Äste von Bäumen zu reißen nur um ihren Müllsack voll zu bekommen. Dieses System muss dringend noch einmal überdacht werden.

Auch bei der Second-Stage gibt es einige Ungereimtheiten. Diese befindet sich nämlich außerhalb des Festivals-Geländes und kann somit von jedem, auch ohne Ticket, betreten werden. Ärgerlich vor allem für alle Newcomer-Bands, die ihre Tickets teils selbst unters Volk gebracht haben.

Danach geht es aber problemlos weiter. Vor allem das Amphitheater überzeugt auch in diesem Jahr wieder durch einen sehr guten Sound und Atmosphäre. Nettes Gimmick: Auf dem Gelände befindet sich eine Sommerrodelbahn. Witzig – wenn auch gänzlich unmetallisch.

 

Bericht vom Metalfest am Donnerstag, 19.06.2014

 

Der erste Festival-Tag beginnt mit bestem Wetter und lockt schon am frühen Mittag viele Headbanger ins Amphitheater. Das erste Highlight sind die Münsteraner von Zodiac. Mit ihrem Blues/Hard-Rock geleiten sie die Zuhörer entspannt in den Tag. Dass ihre aktuelle Platte A HIDING PLACE zu Recht mit guten Kritiken belohnt wurde, wird bei ihrem Live-Auftritt deutlich.

Die erste Party-Stimmung kommt bei den Schweden von Battle Beast auf. Sängerin Noora Louhimo schmettert die 80s-lastigen Songs wie ´Let it roar´ (BATTLE BEAST, 2013) oder ´Enter the Metal World´ (STEEL) mit gewohnter Power in die Menge. Mitgröhl-Garantie!

Mit dem ehemaligen Pantera-Sänger Philip Anselmo gibt es am ersten Festival-Abend ein weiteres Highlight. Mit am Start hat der US-Amerikaner seine Band The Illegals. Neben einigen neuen Songs werden auch Pantera Klassiker zum Besten gebracht. Stimmlich ist Anselmo zwar nicht mehr so stark wie in früheren Tagen aber immer noch eine enorm imposante Erscheinung.

Im Anschluss nehmen die "Swedish Pagans" von Sabaton die Bühne auseinander. Wer die Schweden kennt, der weiß, dass sie immer eine gute und vor allem explosive Show präsentieren. Doch heute legen Joakim Bróden und Co noch eine Schippe drauf. Mehr Feuer, mehr Songs, mehr Spielfreude & ein waschechter Panzer auf der Bühne! Aus ´Gott mit uns´  (CAROLUS REX) wird kurzerhand ´Noch ein Bier´, Fans werden auf die Bühne geholt und Kutten werden getauscht. Daneben funktionieren die typischen Sabaton Hits wie ´Primo Victoria´ (PRIMO VICTORIA) oder ´Ghost Division´ (THE ART OF WAR) wie immer bombig. Pure Unterhaltung!

Ein wirklich gelungener Abschluss des ersten Festival-Tages.

 

Bericht vom Metalfest am Freitag, 20.06.2014

 

Auch der zweite Tag hat wieder einige Highlights auf Lager. Insbesondere Grave Digger ziehen die Metal Heads scharenweise an. Das Amphitheater ist am Nachmittag bereits gut gefüllt. Kein Wunder, die Band um Chris Boltendahl liefert einen sehr guten Auftritt ab. Spätestens beim Song ´Rebellion´ (TUNES OF WAR, 1996) hat sich die Metal-Masse in Ektase gemosht.

Am frühen Abend sollen dann die Schweizer von Eluveitie mit ihrem Folk-Death-Metal begeistern. Doch bevor die Band auf die Bühne kann, vergehen geschlagene 40 Minuten. „Stromausfall“, erklärt Fronter Chrigel. Zum Glück bleibt dies der einzige Sound-Fauxpas des Festivals. Trotzdem ärgerlich für Eluveitie, die kurzerhand ihr Set stutzen müssen. Trotz allem bleibt allerdings Zeit um den neuen Song ´King´ vom kommenden Album ORIGINS zum präsentieren. Dieser klingt gewohnt gut und macht Bock auf mehr!

 

Freunde von Stoner-Rock kommen bei Monster Magnet voll auf ihre Kosten. Bei  Songs wie ´Space Lord´ (POWERTRIP) grooved die Menge vor sich hin, bevor es mit Powerwolf spirituell wird. Die Power-Metal-Überflieger feiern in diesem Jahr ihr 10-Jähriges Jubiläum. Die Metal-Messe startet mit ´Coleus Sanctus´ (PREACHERS OF THE NIGHT, 2013) und weil ein Song über das männliche Zentrum nicht genug ist, wird direkt noch ´Resurrection by Errection´ (BIBLE OF THE BEAST) hinterher geschmettert. Powerwolf bieten wie immer eine visuell enorm gute Show. Aber auch musikalisch ist der Gig top! In diesem Sinne: Raise your fist, Evangelist!

Tag zwei beenden die Mittelalter-Rocker In Extremo. Die sieben Berliner stehen mittlerweile seit fast 20 Jahren auf der Bühne, sind aber kein bisschen müde. Im Gegenteil:  Sänger Michael Rhein aka Das Letzte Einhorn hüpft, springt und gröhlt sich noch energischer als sonst über die Stage. Die Festival-erprobten Sieben zeigen abermals welche musikalische Bandbreite zu ihrem Repertoire gehört. Ob Klassiker wie ´Herr Mannelig´ oder Songs wie ´Rasend Herz´ (MEIN RASEND HERZ, 2005) kennt jeder und so wird Rhein bei allen Silben tatkräftig vom Publikum unterstützt. Und weil das Song-umdichten schon am Vorabend bei Sabaton so gut geklappt hat wird aus ´Viva la Vida´(STERNENEISEN) mal eben ´Viva la Wodka´. Na sdorowje!

 

Bericht vom Metalfest am Samstag, 21.06.2014

 

Am dritten und letzten Festival Tag beginnt die Party schon am frühen Nachmittag. Die Alcoholic Metaller von Tankard bringen die Menge trotz Enge und Treppenstufen zum moshen. Songs wie ´A Girl called Cerveza´ oder ´R.I.B´ vom neuen Album R.I.B. – Rest in Beer animieren die Fans zu spontanen Circle Pits und natürlich – zum Trinken.

Im Vergleich schlagen im Anschluss die Doom-Rocker von Grand Magus riff-orientierte Töne an. Der Auftritt ist vor allem durch Sänger Janne „JB“ Christofferssons Stimme spektakulär. Insbesondere die Songs ´Hooves of Gold´ & ´Steel vs Steel´ vom aktuellen Album TRIUMPH AND POWER kommen gut an.

Zeit für Death Metal! Wer bis dato noch keine Nackenschmerzen hat, hat sie definitiv nach Kataklysm. Laut, schnell, geil!  Ruhiger wird es auch im Anschluss bei Ensiferum nicht. Aber das will auch heute niemand. Am letzten Festival-Tag werden noch einmal alle Kräfte mobilisiert und sämtliche Nackenmuskeln strapaziert.

Als wäre dieser Tag noch nicht Party-reich genug, stürmen danach Steel Panther die Bühne. Die 4 Kalifornier sind für ihre schlüpfrige, nicht ganz ernst gemeinte Show berühmt-berüchtigt. Barbusige Mädels, obszöne Gesten. Steel Panther wissen: Sex sells! Dass sie damit Recht behalten sollen zeigt dieser Auftritt. Sowohl Männlein als auch Weiblein:  Ausnahmslos jeder kreischt Songs wie ´Gloryhole´(ALL YOU CAN EAT) oder ´Asian Hooker´(FEEL THE STEEL) mit, schwingt das Tanzbein oder entledigt sich seiner Klamotten. Party hard!

Danach leert sich das Amphitheater deutlich. Blöd für Black Label Society: Exakt zur selben Uhrzeit wird auf der Second Stage das Fußballspiel Deutschland : Ghana übertragen. Zack Wylde und Kumpane geben trotzdem alles und überzeugen die anwesenden Fans maßlos.

Den Abschluss des Metalfest 2014 bieten die Thrasher von Kreator. Auch zwei Jahre nach Veröffentlichung funktioniert ´Phantom Antichrist´ bestens. Mille und Co lassen es sich aber auch nicht nehmen Klassiker wie ´Pleasure to kill´(PLEASURE TO KILL, 1986) oder ´Enemy of God´ (ENEMY OF GOD, 2005) zu zocken. Vollkommenes Unverständnis gilt den Leuten, die Mille mehrfach(!) Knicklichter an den Kopf schmeißen. Das ist weder cool, noch in irgendeiner Art und weise Metal. Fronter Mille bleibt davon allerdings unbeirrt. ´Flag of Hate´ beendet nicht nur den Kreator Gig sondern auch das diesjährige Metal Fest auf der Loreley.

 

Fazit: So war das Metalfest 2014

 

Abschließend kann man sagen: Gelungenes Festival. Wenn auch leider wieder mit einigen Organisationsschwierigkeiten. Man kann nur hoffen, dass diese im nächsten Jahr ausgemerzt sind, denn die Location über den Dächern des Mittelrheintals ist und bleibt unschlagbar. 

METALFEST LORELY 2014

 

In Metal  We Trust!

 

Das METALFEST LORELEY ist landschaftlich schon etwas Besonderes. Inmitten einer traumhaften Landschaft direkt am Rhein lädt das Festival zum dritten Mal nach St. Goarshausen ein. Vom 16.06.2014 bis zum 21.06.2014 dürfen die Headbanger dort ihren Urlaub buchen und können neben den Bands auch die Umgebung an der Loreley kennenlernen.

 

Die Hauptbühne wird in diesem Jahr von einer Newcomer Bühne unterstützt und wird ein ausreichendes Programm anbieten. Überschneidungen bei den Hauptacts sind ebenfalls ausgeschlossen und so bleiben genügend Pausen zwischen den Bands ohne Hetze.

Neben den Headlinern KREATOR, IN EXTREMO, BLACK LABEL SOCIETY und SABATON halten noch eine Menge mehr Bands in St. Goarshausen an, um die Menge zu beschallen. Diese Bands werden für die richtige musikalische Untermalung sorgen:

 

“Asenblut, Battle Beast, Black Label Society, Blues Pills, Brainstorm, Death, Eluveitie, Enforcer, Ensiferum, Fueled By Fire, Gorguts, Grand Magus, Grave Digger, In Extremo, Kataklysm, Kreator, M.O.D., Monster Magnet, Philip H. Anselmo & The Illegals, Powerwolf, Sabaton, Saltatio Mortis, Scorpion Child,Shredhammer, Steel Panther, Steelwing, Tankard, Winterstorm und Zodiac”



Der Campingplatz wird wieder getrennt vom Parkplatz liegen, aber dennoch dicht am Platz und mit ca. 6000 Besuchern wird dieser hier auch recht übersichtlich sein.

Der Parkplatz kostet hier 15€ für alle 3 Tage und 5€ Pro Tag bei Tagesbesuchern. Die Tickets für das Spektakel kosten für alle 3 Tage knappe 89,00€ zzgl. VVK, Tagestickets werden vor Ort zu bekommen sein.

LetsRockRadio in Wacken 2013

 

Wacken 2013

 

Absoluter Wahnsinn!!! Schon bevor wir alle wieder so richtig zu hause angekommen sind, ist das Festival 2014 bereits AUSVERKAUFT! 75 000 Tickets in 48 Stunden und das obwohl erst ein paar Bands bestätigt wurden.

 

Hammer! Aber dieser Rekordverkauf passt eindeutig zum Festival der Extreme. Neben der extrem guten Musik, befand sich das Wetter wie immer am Rande dessen, was ein Sommer in Deutschland her gibt. Nach der absoluten Hitze mit Temperaturen bis 35 Grad und einem ausgedörrten Campground, gab´s dann doch noch ein kleines Unwetter, das für die WACKEN-MATSCHE-FÜßE sorgte. An den heißen Tagen war das Infield, erstaunlich leer und das Schwimmbadpersonal hatte dafür gut zu schuften. Über 2500 Metalheads tauchten dort am Tag ins kühle Nass und versuchten sich in „Zeitlupen-Wall of Death“. Für diejenigen, die trotz der Hitze das Infield unsicher gemacht haben, habe ich mir die schöne Menschenwaschanlage zurück gewünscht, dessen Sponsor bestimmt noch der eine oder andere Besucher kennt. Für eine Abkühlung konnten so nur die Securities sorgen, die in diesem Jahr wirklich feierwütig waren und sich neben Besucherduschen auch gerne mit einem Bobbycar durch den Bühnengraben ziehen ließen. Die entspannte Stimmung hat der Sicherheit dabei nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Ich habe noch nie so viel Positives über die Security gehört. Respekt bei so langen Arbeitstagen! Aber wer feiert nicht gerne mit Metalheads aus aller Welt : ) Der Veranstalter hat uns wie jedes Jahr durch seine extrem gute Organisation begeistert. Dennoch haben wir drei kleine Wünsche oder Vorschläge, die uns Besuchern das Festivalieren noch angenehmer machen würden: - Auf dem Campground wären zusätzliche Wasserstellen bombe! - Bei den Bühnen braucht die bierdurstige Meute mehr Toiletten! - Im Zelt steht die Luft, so dass einige Bands nicht – wie verdient - gefeiert werden konnten. Also mehr Luft = mehr Party = mehr Bierdurst. Ansonsten gab es auch für die alten WACKEN-Hasen wieder neues zu entdecken. Neben den üblichen Bühnen, spielten FAUN ein Konzert in der „Metal Church“. Das Ambiente soll sehr schön gewesen sein. Leider können wir uns hier nur auf die Aussagen einiger Metalheads berufen, die die Metal Church gefunden haben ; ) . Da diese Bühne nicht im Plan verzeichnet ist, befanden wir uns nämlich in der sich durchfragenden Menge und waren schließlich zu spät vor Ort… Neu waren auch die vorgezogenen Kontrollen. Das gesamte „Holy Wacken Land“ ist seit diesem Jahr PET, Dosen und was sonst noch so auf der Camping Site rumliegt frei. Wie wir diese Maßnahme finden, wissen wir noch nicht. Auf der einen Seite liegen weniger Stolperfallen rum, wenn man zu nächtlicher Stunde durch die Gegend schlendert. Auf der anderen Seite ist das Schlürfen an der Bierdose beim Shopping auf dem Metalmarkt gerade bei Sonnenschein ein Hochgenuss. Ganz davon abgesehen wird die leibliche Versorgung auf dem Infield ja noch teuer genug. Aber hier schreibt die Metal-Sparfüchsin, die ihr Geld gerne für Bandshirts ausgibt : ) Vier Tage Wacken und über 100 Bands! Das muss man erleben! Darüber schreiben fällt in einem Bericht echt schwer. Alleine die Show von RAMMSTEIN war der hammer! Die Band hat eine geniale Performanz hingelegt und konnte die Massen begeistern. Weiter bei den Rockgrößen war am Freitag MOTÖRHEAD an der Reihe. Obwohl die Band schon öfter auf dem WOA zu sehen war, standen auch dieses Mal tausende Fans im Infield und warteten gespannt auf Lemmy, dessen Gesundheitszustand in den letzten Wochen für viele Gerüchte gesorgt hatte. Als MOTÖRHEAD die Bühnen betraten, war der Applaus groß. Nach den ersten drei Liedern verschwand Lemmy allerdings auffällig lange von der Bühne und wurde einige Minuten durch ein Gitarrensolo „ersetzt“. Danach ging es scheinbar normal weiter. Lemmy nuschelte ins Mikro und spielte eine ganz normal Songliste, die kein verfrühtes Ende erwarten ließ. Dennoch ging Lemmy nach 32 Minuten und ohne ein Wort des Abschiedes von der Bühne. Die Menge wartet. Niemand hat etwas gesehen oder gehört… Nun betritt der Veranstalter die Bühne und fordert das Publikum auf, sich für Lemmys Einsatz zu bedanken. Es folgt ein langer Applaus bevor die Menschen ruhig auseinander laufen. Es gibt noch so viele Eindrücke, die ich nicht alle zu Papier bringen kann. Da ist zum Beispiel die Bühnenshow von ALICE COOPER, die die Nacht perfekt einleitete oder die T-Shirtaktion von den APOKALYPTISCHEN REITERN, die gegen den Wunsch des Veranstalters (wahrscheinlich eine Reaktion auf die letzte Amazonenschlacht bei HEAVEN SHALL BURN) 100 Shirts vorne ins Moshpit warfen oder der Heiratsantrag bei ESKIMO CALLBOY…. Und … und … und… Es bleibt mir nur zu sagen: Das WOA ist den Jahresurlaub wert und wir freuen uns mit euch auf das nächste Jahr!!!! Und mit den Worten von Devildriver: „ Thank you very fucking MATSCH!“ bs

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Let's Rock Radio


Roggenkamp 22
49124 Georgsmarienhütte

 

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